"Feierliche Skulptur-Enthüllung am Schlösschen Borghees, Samstag, Kunstveranstaltung, Foto von S. Heinzel"
28. April 2026 · Emmerich

Dritte Orte: Kunst im Garten

Erste Figur auf der geplanten Skulpturenachse feierlich enthüllt

EMMERICH. Am Ensemble Schlösschen Borghees wurde mit der Präsentation der ersten Figur auf der geplanten Skulpturenachse ein bedeutender Meilenstein des Projekts „Kunst im Garten“ erreicht. Die Veranstaltung markierte zugleich den erfolgreichen Abschluss des Förderprojekts im Rahmen des Landesprogramms NRW „Dritte Orte“.

Die Projektleiterinnen Judith Hoymann und Sandra Heinzel zeigten sich erfreut darüber, dass im letzten Förderjahr die erste Skulptur in Catharinas KulturgARTen ihren Platz gefunden hat. Das Projekt „Kunst im Garten“ baut auf einer Entwicklung kreativer Workshops auf, die kontinuierlich erweitert wurden. Auch gestalterische Elemente wie die Cortenstahl Beschilderung des Kräuter- und Heilpflanzengartens, entworfen von Birga Meyer, tragen bereits seit einiger Zeit zur künstlerischen Prägung des Ensembles bei.

Die Vorsitzende des Fördervereins Schlösschen Borghees, Anke Neubauer, eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die zahlreichen Gäste, darunter die Bürgermeisterin Claudia Lindlar und der Landtagsabgeordnete Günther Bergmann. In ihrer Ansprache würdigte sie die engagierte Kulturarbeit am Schlösschen Borghees, die maßgeblich von Judith Hoymann und Sandra Heinzel geprägt wird und die Freude darüber den Garten um ein weiters Element zu bereichern.

Die Idee zu „Kunst im Garten“ geht auf Sandra Heinzel zurück. Eine entscheidende Verbindung entstand bei einem Kettensägenkurs im Bildungszentrum Freischlag in Essen Kettwig, wo sie den Künstler Ulrich Mekiska kennenlernte. Diese Begegnung führte schließlich zur Realisierung der ersten Skulptur. Der 1981 in München geborene Holzbildhauer und akademische Künstler lebt und arbeitet heute in Kollig bei Mayen. In seiner Arbeit setzt er sich mit Figur, Sozialverhalten sowie abstrakten und organischen Formen auseinander. Für Borghees schuf er aus Douglasienholz eine rund 2,10 Meter hohe Figur mit dem Titel „Innen–Sicht“. Der Titel spiegelt den Wunsch wider, sich in einer angenehmen, äußeren Umgebung bewusst mit der eigenen inneren Welt auseinanderzusetzen zu können.

Auch Claudia Lindlar würdigte in ihrer Rede das herausragende Engagement der Projektleiterinnen und betonte die große Bedeutung des Vereins und des Ehrenamts für das kulturelle Leben vor Ort. In diesem Zusammenhang sprach sie allen Beteiligten ihren ausdrücklichen Dank für die geleistete Arbeit und den unermüdlichen Einsatz aus. Zugleich unterstrich sie das Vertrauen der Stadt in die nachhaltige Entwicklung des Projekts und zeigte sich zuversichtlich, dass der Kulturbetrieb auch über die Förderphase hinaus eigenständig und erfolgreich fortgeführt wird.

Der Landtagsabgeordnete Günter Bergmann sorgte mit einer humorvollen Ansprache für unterhaltsame Momente und hob gleichzeitig das bemerkenswerte Durchsetzungsvermögen sowie die Ausdauer der Initiatorinnen hervor. Seine Worte unterstrichen die Anerkennung für das Engagement, das maßgeblich zum Gelingen des Projekts beigetragen hat. Zugleich verwies er darauf, dass er das Vorhaben von Beginn an begleitet habe – von der Antragstellung bis hin zur Unterstützung organisatorischer Abläufe – und somit eng in die Entwicklung eingebunden gewesen sei. Mit einem Augenzwinkern erinnerte er zudem daran, dass er selbst bereits mit seinem Politik Comedy-Programm auf der Bühne der Kulturscheune gestanden habe und die besondere Atmosphäre des Ortes aus eigener Erfahrung kenne. Abschließend betonte er, wie beeindruckend sich das Projekt entwickelt habe, und würdigte insbesondere das Engagement der Kulturschaffenden – allen voran Judith und Sandra –, die mit ihrem Einsatz und ihrer Leidenschaft maßgeblich zum heutigen Erfolg beigetragen haben.

Vor der Enthüllung der ersten Skulptur auf der neu geschaffenen Achse dankten Judith Hoymann und Sandra Heinzel allen Unterstützenden und zeigten sich dankbar für die zahlreichen wertschätzenden Worte. In ihrer Ansprache hoben sie hervor, dass sich das in der Region bekannte Schlösschen Borghees zu einem ganzheitlichen Ensemble weiterentwickelt habe, in dem Kulturscheune, Schlösschen und Garten als lebendiger Ort der Begegnung zusammenwirken. Mit der Präsentation der ersten Skulptur werde ein weiterer wichtiger Baustein dieses Gesamtkonzepts sichtbar. Gleichzeitig kündigten die Projektleiterinnen an, das Projekt „Kunst im Garten“ künftig weiter auszubauen und zusätzliche künstlerische Impulse zu setzen.

Passend dazu wird der Künstler Ulrich Mekiska am 1. und 2. Mai erneut vor Ort sein und einen Workshop zum Thema „Holzverformen“ anbieten. Interessierte haben weiterhin die Möglichkeit, sich für die Teilnahme anzumelden.

Die feierliche Enthüllung der Figur, vorgenommen von Anke Neubauer und dem Künstler, wurde von großem Applaus begleitet. Im Anschluss nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Austausch, betrachteten die Skulptur und ließen die Veranstaltung bei einem liebevoll vorbereiteten Fingerfood-Buffet ausklingen. Ein Konzert von Peter Autschbach bildete den musikalischen Abschluss des gelungenen Nachmittags und sorgte für einen stimmungsvollen Ausklang.

Am Samstag fand die feierliche Enthüllung der Skulptur am Ensemble Schlössschen Borghees statt. Foto: S. Heinzel