Dorfkinder erobern die Nordsee
Acht- bis Zwölfjährige berichten von ihren Ferienlager-Erlebnissen
Die jüngste Ferienlagergruppe erlebt noch bis zum Ende der zweiten Ferienwoche Spiel, Spaß und Action an der Nordseeküste. Der zehnjährige Theo Roghmanns findet es am besten, auf dem Spielplatz des Campingplatzes Fußball zu spielen. Auch die Ausflüge nach Renesse sind für ihn „sehr cool“, unter anderem darum, weil man sich im dortigen Supermarkt für das Zimmer etwas zu essen kaufen kann. Eigentlich gehört zu seinen Highlights auch der Schwimmbadbesuch in Port Zelande, allerdings nur, wenn die Wildwasserbahn wieder geöffnet hat. Nele Kronstein, 12 Jahre alt, genießt besonders die Aktivitäten am Strand: „Am meisten mag ich den Strand und die damit verbundenen Strandspiele.“ Betreuerin Luna Geerkens berichtet dazu noch: „Auch die Abende, als wir Fußball-EM geschaut haben, waren ein Highlight. Da waren alle richtig dabei.“
Ein Motto, das verbindet
Das Motto „Dorfkinder“ steht im Mittelpunkt des Lagers und fördert das Gemeinschaftsgefühl. Steve Lingnau vom Leitungsteam erklärt dazu: „Man sagt ja immer, dass Dorfkinder zusammenhalten. Das Motto symbolisiert eine Gemeinschaft, die zusammenhält und sich gegenseitig unterstützt, auch wenn es mal Streit gibt. Es geht darum, gemeinsam durch dick und dünn zu gehen.“
Zusammenhalt, sich gemeinsam für einen stark machen, dem es mal nicht so gut geht – der duale Student der sozialen Arbeit weiß, wovon er redet. Denn auch im beruflichen Kontext unterstützt und begleitet er junge Menschen zu erlebter Selbstwirksamkeit. Mitleiter Felix Braun hofft für den Rest der Zeit noch möglichst viel Spaß zu haben, neue Freundschaften entstehen oder vorhandene noch besser werden zu sehen und vor allem, alle mit einem Sack voller schöner Erinnerungen wieder in den Alltag zu entlassen: „Wir möchten, dass die Kinder mit schönen Erinnerungen nach Hause kommen und ihren Eltern von der tollen Zeit erzählen können.“
Marleen Siewiert schätzt besonders die entstehenden Freundschaften: „Ein Erfolgserlebnis ist es zu sehen, wie sowohl Betreuer als auch Kinder Freundschaften schließen. Das ist sehr schön.“ Louis Dreier (12) und Emilian Wall (8) teilen ihre Erfahrungen: „Ich habe viele neue Freunde gefunden, hauptsächlich durch Gruppenspiele oder gemeinsame Essenszeiten“, sagt Louis Dreier. Emilian Wall ergänzt: „Ich habe viel Neues gelernt, weil man hier viele neue Sachen erleben kann.“
Auch im diesjährigen Küchenteam haben sich echte Dorfkinder gefunden, „die mit bester Laune in die Küche kommen und mit noch besserer Laune die Küche wieder verlassen“, wie es der 39-jährige Carlo Ridder beschreibt. Die Kinder seien sehr höflich und sehr hungrig und die Arbeit des Küchenteams sehr konfliktfrei.
Besondere Momente
Steve Lingnau berichtet von vielen besonderen Momenten und vielen lustigen Momenten im Lager. Ein ganz besonderer Moment war für ihn, „als Betreuerin Marleen Geburtstag hatte und die Kinder ihr selbst gebastelte Sachen überreicht haben und ein kleines Lied einstudiert hatten. Das war ein besonders bewegender Moment, der allen gut gefallen hat.“
Eline Daeter beschreibt die Rituale im Lager: „Wir fühlen Verbundenheit durch das Lagerlied ‚Dorfkinder‘, das bei jedem Programmpunkt und beim Essen gespielt wird. Zudem haben wir Rituale wie das gemeinsame Piepen vor dem Essen und die abendlichen Besuche der Betreuenden in den Zimmern ihrer Gruppe.“ Hier wird geholfen, sich bettfertig zu machen, aber vor allem nochmal besprochen, wie der Tag war und ob sie sich auf den nächsten Tag freuen. „Das hilft, um Ruhe bei den Kindern zu erschaffen und die Verbundenheit zu fördern.“
Für die elfjährige Ylvi Coopmann gehören zu den besonderen Erinnerungen und Erlebnissen „der Strand und dass wir immer mit Wasser geweckt werden.“
Glauben und Engagement
Paula Vernaez Vacas, 11 Jahre alt, teilt eine besondere Erinnerung an den Lagergottesdienst. Ihr ist hier etwas Wichtiges bewusst geworden, nämlich, „dass man im Urlaubskoffer immer Platz lassen muss, um anderen eine Freude zu bereiten.“
Der mit diesem Gottesdienst verbundene Besuch von Pfarrer Dietmar Heshe und Bürgermeister Thomas Ahls wird von Carlo Ridder aus dem Küchenteam und Kevin Wagner aus dem Leitungsteam hervorgehoben: Ridder: „Es war schön zu sehen, dass der Pfarrer und der Bürgermeister sich einen ganzen Tag Zeit genommen haben, um sich die Lagergemeinschaft anzusehen und sich bei den Ehrenamtlichen für ihr Engagement zu bedanken. Schön war auch, dass sie sich auch in die Gemeinschaft des Lagers eingefügt und alle Aktivitäten des Tages miterlebt haben.“ Wagner dazu: „Sie haben sich den ganzen Tag Zeit genommen für die Kids. Sie waren mit am Strand. Sie waren die ganze Zeit hier. Der Gottesdienst war sehr kindorientiert, viel zum Mitmachen und hat den Kindern Spaß gemacht.“
Durch dick und dünn
Die Ferienlager des Ferienhilfswerks St. Ulrich Alpen sind eine Erfolgsgeschichte. Davon zeugen 55 Jahre Ferienlager in Alpen. Sie bieten Kindern und Betreuern eine unvergessliche Zeit voller Abenteuer, Freundschaften und Gemeinschaft. Barbara Roghmanns aus dem Vorstandsteam berichtet: „Manchmal werden wir gefragt, warum wir nicht noch mehr Lager anbieten, da die Wartelisten so voll sind. Der Grund dafür ist einfach: Wir benötigen schon bei unseren vier Lagern dringend mehr Ehrenamtliche, die sich sowohl in den Küchen als auch als Betreuende engagieren.
Ferienlager sind ein Gruppenerlebnis. In diesem Zusammenhang stehen wir vor der Herausforderung eines steigenden Bedarfs an individueller Betreuung für manche Kinder. Es gibt immer mehr Kinder, die mehr Aufmerksamkeit und individuelle Unterstützung benötigen, sei es aufgrund von besonderen Bedürfnissen oder einfach, um sich in der Gruppe wohlzufühlen. Dies erfordert zusätzliche Betreuende, die sich engagiert und einfühlsam um die Kinder kümmern können. Auch hier sind wir auf die Hilfe von Ehrenamtlichen angewiesen, die bereit sind, ihre Zeit und Energie in diese wertvolle Aufgabe zu investieren.“
Ohne das Engagement von Freiwilligen sei ein Ferienlager nicht möglich. Wer Interesse hat, Teil der Gemeinschaft zu werden und vielen Kindern unvergessliche Sommer zu ermöglichen, kann sich gerne bei Axel Roghmanns unter Telefon 0171/6412747 oder per Mail an info@ferienlager-alpen.de melden. Informationen gibt es auch unter ferienlager-alpen.de/ehrenamt/.
Die „Dorfkinder“ kehren mit vielen besonderen Erinnerungen nach Hause zurück. Foto: privat