"Organisatoren des Marte Meo Fachtags in Kleve: Anna Eggers, Alexander Paß-von Wedel, Monika Helmus, Andrea Tübbing, Rosa Nieke, Lena Werken."
26. August 2026 · Kleve

„Die Wirkkraft von Marte Meo“

Maria Aarts stellt beim Fachtag ihre entwicklungsunterstützende Methode vor

KLEVE. Bereits mehr als 200 pädagogische Fachkräfte und Studierende haben sich für den Fachtag „Die Wirkkraft von Marte Meo“ angemeldet. Er findet am 14. November von 10 bis 16 Uhr im Audimax der Hochschule Rhein-Waal in Kleve statt.

„Marte Meo“ ist eine pädagogische Methode zur Unterstützung von Entwicklung und positiven Beziehungen. Gegründet wurde sie vor mehr als vierzig Jahren von der Niederländerin Maria Aarts. Aarts selbst wird beim Fachtag in Kleve die Wirkkraft ihrer Methode anhand von Fallbeispielen vorstellen. Facharzt Dr. Michael Hipp beleuchtet die Methode aus psychiatrischer Perspektive. „Wir sind bereits seit 2011 mit ‚Marte Meo‘ am Start und bilden unsere Fachkräfte in der Methode weiter“, erklärt Monika Helmus, Bereichsleiterin beim Anna-Stift aus Goch. Helmus weiter: „Ob stationäre oder ambulante Hilfe – die Methode stärkt die Entwicklung der von uns betreuten Kinder, Jugendlichen und Familien, und das bereits seit vielen Jahren.“ Ihre Kollegin und „Marte Meo“-Supervisorin Andrea Tübbing ergänzt: „Wir haben mit 150 Fachkräften weit mehr als die Hälfte unserer Mitarbeitenden bereits geschult und bilden laufend weitere aus. Seit 2022 sind wir auch offizielles ‚Marte Meo‘-Institut.“

Das Besondere der Methode sei neben ihrer guten Anwendbarkeit im Alltag vor allem eine stärkenorientierte Haltung. Bei ‚Marte Meo‘ gingen die pädagogischen Fachkräfte immer vom Positiven aus. Das Gute werde gestärkt. Die Kommunikation sei jederzeit wertschätzend. Tübbing betont: „Ich bin gespannt, was dies auch aus neurowissenschaftlicher Perspektive bedeutet, und freue mich daher besonders auf den Input von Dr. Michael Hipp als Experten auf diesem Gebiet.“

Auch das SOS-Kinderdorf Niederrhein mit seinen 330 Beschäftigten und 80 ehrenamtlich Engagierten hat sich auf den Weg gemacht, „Marte Meo“-Institut zu werden. Der Sozialträger bildet seine pädagogischen Fachkräfte seit einigen Jahren in der Methode weiter. Mit dem Fachtag wolle man die Wirkkraft der Methode in den Vordergrund rücken. SOS-Bereichsleiterin Anna Eggers sagt: „‚Marte Meo‘ hilft, die Entwicklung und die Beziehungen von Kindern, Jugendlichen, aber auch von Erwachsenen zum Beispiel in Pflegekontexten zu stärken. Im Mittelpunkt steht dabei die Initiative des Kindes, des Jugendlichen oder des Erwachsenen. Sie wird aufmerksam wahrgenommen, wertschätzend aufgegriffen und durch passende sprachliche Begleitung unterstützt. So entstehen im Alltag stärkende Momente, die Sicherheit, Orientierung und Raum für Entwicklung aus eigener Kraft ermöglichen.“ Ihre Kollegin Lena Werken führt aus: „Bei ‚Marte Meo‘ nutzen wir videobasierte Analysen, um aufzuzeigen, wo Entwicklung gelingt und wie sie positiv unterstützt werden kann.“

Für Rosa Nieke vom Fachbereich Kindheitspädagogik der Hochschule Rhein-Waal wird der Fachtag auch den Studierenden helfen: „Die Studierenden kommen in direkten Kontakt mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Praxis. Der Fachtag ermöglicht ihnen, eigene Netzwerke zu den Einrichtungen und Institutionen zu knüpfen, in denen sie vielleicht später einmal arbeiten wollen. Gleichzeitig bekommen sie viel fachlichen Input durch das Kennenlernen der ‚Marte Meo‘-Methode.“ Netzwerke zu knüpfen und den Austausch untereinander zu fördern, gehört für Alexander Paß-von Wedel zu seinen zentralen Aufgaben. Als Netzwerkkoordinator für die „Frühen Hilfen“ der Stadt Kleve ist ihm besonders daran gelegen, die Akteure der Kinder- und Jugendhilfe aus der Region zusammenzubringen: „Alle können sehr voneinander profitieren, und der Fachtag bringt die Akteure zusammen. Das ist unglaublich wertvoll für alle Beteiligten. Wir freuen uns, dass wir in der Stadt Kleve so gut aufgestellt sind.“

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Der Fachtag „Die Wirkkraft von ‚Marte Meo‘“ richtet sich an Fachkräfte und Leitungen aus Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesen, Studierende sowie an alle fachlich Interessierten. Er findet am Samstag, 14. November, von 10 bis 16 Uhr im Audimax der Hochschule Rhein-Waal statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 69 Euro. Für Partnerorganisationen ist die Teilnahme kostenfrei. Anna-Stift, SOS-Kinderdorf Niederrhein, Hochschule Rhein-Waal und Stadt Kleve laden gemeinsam zum Fachtag ein. Infos und Anmeldemöglichkeiten gibt es unter www.sos-kinderdorf.de/marte-meo.

Organisieren gemeinsam den „Marte Meo“-Fachtag im November in Kleve (v.l.): Anna Eggers (SOS-Kinderdorf Niederrhein), Alexander Paß-von Wedel (Stadt Kleve), Monika Helmus und Andrea Tübbing (beide Anna-Stift), Rosa Nieke (Hochschule Rhein-Waal) sowie Lena Werken (SOS-Kinderdorf Niederrhein). Foto: SOS-Kinderdorf Niederrhein / Katrin Wißen