"Renate Anna Becker und Clemens Venmans an der Schleuse, Foto von Rüdiger Dehnen"
6. Juni 2026 · Kleve

„Die Spoylandpiraten“ starten durch

Briener Schleuse: Renate Anna Becker aus Rees hat ein Kinderbuch geschrieben

KLEVE. Mit dem Kinderbuchprojekt „Die Spoylandpiraten“ möchte Renate Anna Becker aus Rees nicht nur eine fantasievolle Abenteuergeschichte erzählen, sondern zugleich ein Stück Klever Stadtgeschichte lebendig halten. Im Mittelpunkt stehen der Spoykanal und die alte Schleuse – Orte, die viele Menschen kennen, deren Bedeutung im Alltag jedoch oft in den Hintergrund gerät.

Clemens Venmans, vielen als Niederrheintaucher bekannt, bringt dabei eine besondere Authentizität in das Projekt ein. Durch seine enge Verbindung zum Wasser, zum Spoykanal und zu den verborgenen Spuren unter der Oberfläche steht er sinnbildlich für jene Abenteuerwelt, die auch in den „Spoylandpiraten“ eine zentrale Rolle spielt. Für Becker verbindet seine Beteiligung die Fantasie der Geschichte mit realen Orten und tatsächlichen Erfahrungen. Gerade für Kinder werde dadurch greifbar, dass sich hinter bekannten Wegen und Gewässern oft spannende Geschichten verbergen.

Auch Ludger van Ackeren ist bewusst Teil des Projekts. „Er steht für die Verbindung zwischen Stadtleben, Einzelhandel, Vereinen und den Menschen vor Ort“, sagt Becker. Nach Auffassung der Autorin soll das Buch nicht nur gelesen werden, sondern zugleich Interesse an Kleve, dem Spoykanal und der regionalen Geschichte wecken. Die „Spoylandpiraten“, Auftakt für eine Buchreihe, verstehen sich damit als regional verankertes Erzählprojekt, das Kinder und Familien dazu einladen möchte, ihre Umgebung neu zu entdecken.

Das Manuskript des Kinderbuchs entstand bereits vor einigen Jahren im Zusammenhang mit den Diskussionen um den Spoykanal und die alte Schleuse. Becker schrieb damals ein erstes Buch, das sie der Stadt schenkte. „Davon habe ich anschließend nichts mehr gehört“, sagt sie. Jetzt hat sie die Geschichte wiederentdeckt und grundlegend überarbeitet. Ergänzt wurden neue Illustrationen und reale Bezüge zur Region. Herausgekommen ist ein Buch, das Abenteuer, Fantasie und lokale Geschichte miteinander verbindet.

Darüber hinaus sieht die Autorin in dem Projekt Potenzial für weitere regionale Aktionen, um Brücken zu schlagen. Denkbar seien künftig Lesungen, Begegnungen oder gemeinsame Entdeckungstouren entlang der Schauplätze der Geschichte. Ziel sei es, Kinder, Familien, Schulen, Kultur und lokale Einrichtungen miteinander zu verbinden und zugleich das Interesse an der Geschichte der eigenen Stadt zu stärken.

Weitere Einzelheiten zur Entwicklung der Buchreihe möchte Renate Anna Becker derzeit noch nicht verraten. Fest steht jedoch: Die „Spoylandpiraten“ sollen Fantasie und Wirklichkeit miteinander verbinden – und den Spoykanal als besonderen Teil Klever Identität erneut ins Bewusstsein rücken. Es ist ein Abenteuer für kleine und große Leser, das zeigt: Nicht alles, was alt ist, muss verschwinden. Manchmal braucht es nur eine gute Geschichte, damit Erinnerungen wieder sichtbar werden.

Renate Anna Becker und Clemens Venmans an der Schleuse. NN-Foto: Rüdiger Dehnen