Emily (l-) und Nina mit ihren Urkunden. NN-Foto: HF
9. April 2026 · Kleve

Die schreibenden Schwestern

Emily und Nina Krauledat haben bei einem Schreibwettbewerb gewonnen

KLEVE. Charlotte, Emily und Anne (Bronte) wären zu nennen, die „Brothers Grimm“ oder Thomas und Heinrich (Mann): schriftstellernde Geschwister im Zweier- oder Deierpack. Die Reihe kann erweitert werden: Nina und Emily. Pardon – es fehlt der Nachname: Krauledat.

Die beiden Kleverinnen (Nina ist zwölf, Emily 15) bekommen dazu noch einen Titel. Beide sind Preisträgerinnen eines Literaturwettbewerbs. (So ganz nebenbei bemerkt: Die beiden Mädels haben noch einen Bruder und der ... schreibt auch – durfte aber aus Altersgründen nicht antreten. Zu jung.)

Wie sind Nina und Emily zum Schreiben gekommen? Ein weiterer Name muss genannt werden: Yvonne Struck. Die schreibt auch. Ist das, was die beiden Preisträgerinnen vielleicht noch werden: Schriftstellerin. Und die Yvonne ist gibt Schreibworkshops und ist – nicht unwichtig in dieser Geschichte – eine Freundin der Mama, Verena Kauledat. Die also hat die beiden Töchter zuerst auf die Yvonne und später dann auf den ausgeschriebenen Wettbewerb aufmerksam gemacht.

Nina und Emily haben schon an mehreren Workshops von Yvonne Struck teilgenommen. Nicht, dass die beiden nicht auch vorher schon geschrieben hätten. „Das Schreiben hat uns schon immer Spaß gemacht“, sagen sie und im Gespräch kommt es auch vor, dass die eine einen Satz beginnt, den die andere dann beendet. Natürlich: Die beiden lesen auch gern und (bei Nina neuerdings) auch viel. Merke: Von nichts kommt nichts. Wenn sie lesen, geht es um Fantasy (bei beiden) und auch um Detektivgeschichten (bei Emily).

Gab es ein Thema beim Wettbewerb? „Nein“, sagt Nina und Emily ergänzt: „Wir konnten schreiben, was wir wollten.“ Nur eine Längengrenze gab es. „Zwei Seiten durften es höchstens sein. Dazu war auch eine Schriftgröße genannt, aber die hab‘ ich vergessen“, sagt Emily.

So kam es, dass Nina eine Fantasy-Geschichte und Emily ein Gedicht schrieb. In der Geschichte geht es um ein ehrgeiziges Mädchen, das lauter gute Noten in der Schule schreiben möchte und dann von einer Fee lernt, dass Glück auch anders definiert werden kann.“

Emilys Gedicht befasst sich augenzwinkernd mit der Interpunktion (das passt zum Titel des Wettbewerbs: Satzzeichen). Emilys Thema: das Komma. Das Komma kann sich – so eine Erkenntnis – lebensrettend auswirken. Da wäre der gravierende Unterschied zwischen „Wir essen, Mia.“ und „Wir essen Mia.“ Das eine die Aufforderung zur gemeinsamen Nahrungsaufnahme – das andere ein Straftatbestand mit dem Namen Kannibalismus.

Die beiden Schwestern haben es jedenfalls geschafft: Sie gehören zu den fünf Preisträgerinnen. „Es durften zwar auch Jungs mitmachen, aber es haben nur Mädchen Beiträge eingereicht“, erklären die beiden. Der Preis: ein Büchergutschein. Na bitte: Von nix kommt nix. Der wird bei Hintzen eingelöst und Sigrun Hintzen fasst das Ganze zusammen: „In Zeiten von Kriegen und Krisen ist es gut, dass es die Literatur gibt.“ Dem wäre nichts hinzuzufügen außer vielleicht die herzlichen Glückwünsche an die schreibenden Schwestern.

Emily (l-) und Nina mit ihren Urkunden. NN-Foto: HF