Die neue Kindertagesstätte St. Pantaleon beinhaltet nun viel Platz für etwa 80 Kinder – drinnen und draußen. NN-Fotos (3): SP
25. März 2024 · Xanten

Die neue Kita in Lüttingen ist endlich fertig

Viele Jahre wurde um den Neubau der Kita St. Pantaleon gekämpft, jetzt konnte er endlich bezogen werden / Knapp 30 neue Kita-Plätze wurden geschaffen

XANTEN. Die Umzugskisten sind längst schon ausgepackt. Hier und da fehlen noch Kleinigkeiten, aber das bunte Leben ist in den neuen Räumlichkeiten der Kindertagesstätte St. Pantaleon in Lüttingen bereits eingezogen. Das beweisen nicht zuletzt die vielen Hausschuhe und gesammelten Werke der Kinder in ihren Garderoben im Erdgeschoss. Anfang Februar konnten diese mit ihren Erzieherinnen endlich in den Neubau einziehen. Ein Neubau, um den viele Jahre lang gekämpft wurde.

„Es war ein Kraftakt“, sagt Michael Heiming vom Kirchenvorstand, der viele Jahre für den Neubau kämpfte. „Ich bin seinerzeit sogar extra dafür in den Kirchenvorstand gegangen“, sagt Heiming. Denn die alte Kindertagesstätte sei längst nicht mehr zeitgemäß gewesen. „Sie war stark veraltet“, sagt Heiming. Die oberen Räume seien für die Kita-Nutzung aus Brandschutzgründen etwa gar nicht zugelassen gewesen („sie waren deshalb nur Büros“), sodass insgesamt nur zwei Gruppen mit bislang 48 Kindern von drei bis sechs Jahren betreut werden konnten. „Für beide Gruppen gab es einen gemeinsamen Essensraum von zehn Quadratmetern“, berichtet Heiming. Auch eine Übermittag-Betreuung habe nicht jedem Kind angeboten werden können. „Dabei brauchen Eltern mehr Betreuung. Sie haben darauf mittlerweile auch einen Rechtsanspruch“, sagt Heiming.

Der Kita in Lüttingen drohte ohne Neubau jedoch das Aus. Es musste also ein neuer Kindergarten her, für den sich Heiming bereits seit 30 Jahren einsetzte. Doch die Finanzierung gestaltete sich schwierig. Der LVR beteiligte sich schließlich mit 30.000 Euro pro Kind plus zehn Prozent Eigenanteil. Das Bistum Münster (die katholische Propsteigemeinde St. Viktor Xanten ist Träger der Einrichtung) sowie der Kreis Wesel übernahmen ebenfalls Kosten; ein Teil wurde aber auch über Rücklagen der Propsteigemeinde finanziert. Beim Spatenstich im Oktober 2022 waren noch rund 2,9 Millionen Euro für den Neubau veranschlagt. Wie teuer er letztlich geworden ist, konnte noch nicht abschließend berechnet werden.

Die 48 Kinder zwischen drei und sechs Jahren, die vom alten Kindergarten in die neue Einrichtung umgezogen sind, freuen sich auf jeden Fall sehr über ihre neue „Heimat“. „Wir haben uns alle schon sehr gut eingelegt. Es ist wirklich schön“, sagt Einrichtungsleiterin Kelly Krams, die an der Rezeption vorne am Eingang jeden Morgen jedes Kind selbst begrüßt. Insgesamt betreuen 15 Erzieherinnen und ab April auch ein Erzieher jetzt 81 Kinder – darunter nun auch Kinder unter drei Jahren –, die auf fünf Gruppen aufgeteilt sind.

Die Kinder unter zwei Jahren sind im Erdgeschoss in zwei Nestgruppen mit festen Erzieherinnen und je einem Haupt-, Ess- und Schlafraum zuhause. „Sie brauchen in dem Alter einfach noch ihr Nest, wo sie ankommen können“, erklärt Krams. Drei weitere Gruppen mit Kindern zwischen drei und sechs Jahren sind im Obergeschoss beheimatet – wobei sie nicht in ihren Gruppen im Kindergarten verweilen. „Wir sind ein Werkstattkindergarten. Das heißt, bei uns sind die Räume als Werkstätten unterschiedlich ausgestattet. Jedes Kind darf sich frei bewegen und selbst entscheiden, worauf es heute Lust hat“, erklärt Krams.

Demnach sind auch die einzelnen Räume nicht wie klassische Gruppenräume ausgestattet. Stattdessen gibt es Entdeckungsräume zu den Themen Malen, Bauen, Forschen, Hauswirtschaft, Bewegen oder Rollenspiel. Jeder Raum ist auf seine Weise mit vielfältigem Material zum praktischen und eigenaktiven Lernen ausgestattet. Die Kinder sollen so Verantwortungsbewusstsein, Entscheidungsfähigkeit und Meinungsfreiheit lernen. Auch soll ihre eigene Motivation gestärkt werden. „Und die Kinder können so nach ihren eigenen Bedürfnissen handeln“, sagt Krams. Besonders in den Sommermonaten kommt dann noch der Garten als weiterer „Raum“ hinzu. Im „Café Lü“ wird immer – egal ob Sommer oder Winter – zudem gemeinsam gefrühstückt und zu Mittag gegessen. Geöffnet ist das Familienzentrum von 7.15 Uhr bis 16.30 Uhr (freitags bis 15.15 Uhr). Sabrina Peters
In der Turnhalle können sich die Kinder austoben.

In der Turnhalle können sich die Kinder austoben.

In diesem Gruppenraum werden die U3-Kinder betreut.

In diesem Gruppenraum werden die U3-Kinder betreut.

Die neue Kindertagesstätte St. Pantaleon beinhaltet nun viel Platz für etwa 80 Kinder – drinnen und draußen. NN-Fotos (3): SP