Starkregen-Problembereiche sind an verschiedenen Orten im Kreis Kleve zu finden, so auch im Gocher Raum. Foto: NZ Kleve
15. Dezember 2025 · Rees

Die Kulturlandschaft auf den Klimawandel vorbreiten

Projekt „Grenzenlose Landschaft“ des Naturschutzzentrums im Kreis Kleve

REES/KREIS KLEVE. Wer in den vergangenen Jahren das Wetter aufmerksam verfolgt hat, dem ist aufgefallen, dass extreme Wetterereignisse wie Starkregen und langanhaltende Trockenphasen durch den voranschreitenden Klimawandel immer häufiger werden. Städte und Kommunen versuchen durch die Erstellung von Starkregengefahrenkarten Risikozonen vorherzusagen und sich durch die Anlage von wasserlenkenden Baumaßnahmen wie Regenrückhaltebecken in der Landschaft auf die Wetterextreme vorzubereiten. Auch landwirtschaftliche Betriebe müssen sich zunehmend Gedanken über eine Anpassung der Flächenbewirtschaftung machen, um weiterhin ertragreiche Ernten einzufahren.

Wie anfällig ist die Kulturlandschaft im Projektgebiet zwischen Rhein und Maas für Auswirkungen des Klimawandels? Was kann getan werden, um die Landschaft klimaresilienter zu gestalten? Das sind zentrale Fragen im Interreg-Projekt „Grenzenlose Landschaft“ des Naturschutzzentrums im Kreis Kleve mit Sitz in Rees-Bienen in Zusammenarbeit mit dem Projektpartner Vereniging Nederlands Cultuurlandschap aus den Niederlanden.

Um die Anfälligkeit der Kulturlandschaft für Wetterextreme im Projektgebiet genauer zu erfassen, wurde eine grenzübergreifende und aus mehreren Bausteinen bestehende Risikoanalyse erarbeitet. Diese berücksichtigte zum einen die naturräumlichen Gegebenheiten, wie das Relief der Landschaft, Bodeneigenschaften und Nutzung der Flächen. Zum anderen wurde eine Befragung landwirtschaftlicher Betriebe durchgeführt, um den Grad der Beeinträchtigung der Flächen aus landwirtschaftlicher Sicht zu erfassen. Zusätzlich wurden bekannte Problembereiche durch hydrologische Modellierungen analysiert. Dabei werden die Oberflächenabflüsse des Regens mit Hilfe eines digitalen Geländemodells berechnet und als Wasserströme mit unterschiedlicher Intensität dargestellt. Dadurch lassen sich schließlich passgenaue Maßnahmenvorschläge für die modellierte Fläche machen. Diese Erkenntnisse wurden nun in einem Schriftstück unter dem Titel „Risikoanalyse der Landschaft“ zusammengetragen.

Für eine Zusammenfassung möglicher Maßnahmen zur Verbesserung der Klimaresilienz der Landschaft wurde ein Katalog erarbeitet. Dieser berücksichtigt verschiedene Maßnahmen wie die Anlage von Landschaftselementen, mögliche Maßnahmen für den Kulturpflanzenanbau und Bewirtschaftungsmöglichkeiten. Herzstück des Katalogs ist jedoch die Rolle verschiedener Landschaftselemente wie Heckenstreifen, krautreichen Säumen oder Kopfbäumen im Kontext der Klimaresilienz der Landschaft. Aufgrund ihrer positiven Eigenschaften in der Leitung und Verteilung des oberflächlich abfließenden Regenwassers und der Fähigkeit das Wasser zurückzuhalten und langsam versickern zu lassen, dienen diese Maßnahmen dazu, die Auswirkungen von Starkregenereignissen in anfälligen Bereichen abzumildern. Außerdem bewirken sie eine Verringerung von Erdabtrag und regulieren kleinräumig die Lufttemperatur und Bodenfeuchte.

Das Projekt ist jedoch nicht nur in der theoretischen Maßnahmenerarbeitung aktiv, sondern fördert die Anlage von Landschaftselementen wie Wildhecken und Blühstreifen durch Finanzierung und Anlage auch aktiv. Interessierte Flächeneigentümer oder Bewirtschafter aus dem Projektgebiet im Raum Goch, Kalkar, Uedem und Weeze können sich beim NZ-Kleve telefonisch unter Telefon 02851/9633-0 und per E-Mail an info@nz-kleve.de darüber informieren.

Die beiden Veröffentlichungen sowie weitere Infos gibt es unter www.nz-kleve.de.

Starkregen-Problembereiche sind an verschiedenen Orten im Kreis Kleve zu finden, so auch im Gocher Raum. Foto: NZ Kleve