Die Herzöge von Düsseldorf
Zwei Clevische beim Festumzug zu Ehren des Heiligen Carneval in Düsseldorf
KLEVE/DÜSSELDORF. Es ist so eine Sache mit dem Hochadel: schwer ranzukommen. Die Herrschaften haben Besseres zu tun und sind – geben sie zu Protokoll – schon allzu oft porträtiert worden ...
Dass allerdings einer ohne Staffelei und Malzeug daher kommt und obendrein behauptet, er können binnen Minuten ein Doppelporträt erstellen, ist dann doch zu verlockend.
Es geben sich die Ehre: Jakobe von Baden und Johann Wilhelm, Herzog von Jülich-Kleve-Berg. Die Hochwohlgeborenen haben ein bisschen gebraucht, um in ihre Gewänder zu gelangen – es sind genau die Kleidlichkeiten, in die gehüllt Jakobe und Johann Wilhelm am kommenden Montag bei einem Festumzug zu Ehren des Heiligen Carnevalus in Düsseldorf teilnehmen werden. Die dortige Universität hat ihre Alumni, deren Jakobe eine ist [genauer gesagt ist es ihr Alter Ego Anne], zum Festzug eingeladen, an dem auch sonst viel buntgewandetes Volk teilnehmen wird. Der Herzog fremdelt derweil noch ob der Tatsache, dass er und die Seine als Fußvolk den Zug bereichern und nicht etwa auf dem Prunkwagen mit der Nummer 56 mitfahren dürfen. Trotzdem: frohe Kundes. Da es mit der Clevischen Dynastie schon vor längerer Zeit zu Ende ging, mussten Jakobe und Johann Wilhelm ihre Kleider von einem Kostümverleiher herbeischaffen – versehen mit der strengen Auflage, in und mit den Gewändern keinesfalls zu Prunkgelagen zu gehen. Die kostbaren Stoffe müssen unbefleckt zurück zum Besitzer und ausgelassenes Feiern bei Speis und Trank könne sich im Fall der Fälle höchst negativ auf die historischen Gewänder auswirken. Um dem herzoglichen Paar ausreichend Schutz vor sensationserpichtem Volk zu gewähren, wurden Jakobe und Johann Wilhelm mit Aliasnamen (Anne und Harald von der Kunde) versehen.
Fotografieren ließ sich das Paar zunächst standesgemäß in der Ahnengalerie des Clevischen Museums, wo einiges besuchende Volk sogleich auf die beiden aufmerksam wurde und um die Erlaubnis bat, ebenfalls ein Portrait in Sekundenschnelle erstellen zu dürfen. Und während sich im Museum die Tanen (man möchte nicht von Untertanen sprechen) die aufsichtlichen Augen rieben, traten Herzogin und Herzog – nachdem dieser die seinen Nacken zierenden Füchslein gerichtet hatte – in einer pferdelosen Kutsche den Weg ins clevische Bahnhofsviertel an.
Frohe Kundes: Am Montag wird das herzoglich-clevische Paar bei einem Festzug zu Ehren des Heiligen Carnevalus in Düsseldorf fußvolklich unterwegs sein. NN-Foto: Der Hofmaler derer von Cleve