Deutlich mehr Nachwuchs bei bedrohten Wiesenvögeln
Die NABU-Naturschutzstation Niederrhein meldet eine besonders erfolgreiche Brutsaison 2026 für den Raum Kleve und Emmerich
KLEVE/EMMERICH. Im Frühjahr und Sommer 2026 haben außergewöhnlich viele (Wiesen-)Vogeleltern ihre Küken erfolgreich großgezogen, sodass man zahlreiche Familien mit flüggen Jungvögeln entdecken konnte. Vom Ei bis zu den ersten Flügen profitieren die Tiere von den, in den vergangenen Jahren umgesetzten, Maßnahmen der Nabu-Naturschutzstation Niederrhein, die ihnen genug Futter und sichere Brutplätze mit störungsfreier Zeit zum Großwerden schaffen.
Zudem waren die Witterungsbedingungen in diesem Frühjahr günstig und der Druck durch Fressfeinde gering. Aktuell läuft die Auswertung der Kartierungen noch, sodass die hier genannten Zahlen als Zwischenstand zu sehen sind.
Die Freude die den Biologen war groß: „Ein besonderes Highlight ist der außergewöhnlich gute Bruterfolg der vom Aussterben bedrohten Uferschnepfe. Zum ersten Mal seit 2015 gibt es in der Düffel wieder ein Uferschnepfenpaar mehr als im Vorjahr.“ Mit mindestens zehn flüggen Jungvögeln, konnte in diesem Jahr ein bestandserhaltender Bruterfolg erreicht werden.
Im Naturschutzgebiet Hetter sieht es noch besser aus: Dort wurden etwa 33 Uferschnepfenküken flügge, so viele wie schon viele Jahre nicht mehr. In der Hetter hatte das Land NRW kurzfristig noch Geld für weitere Schutzzäune um Kernbrutflächen und einzelnen Nester zur Verfügung gestellt. Diese Elektroschutzzäune sind ein sehr wirksames Mittel, um Füchse von den Gelegen fernzuhalten. Weitere Schutzmaßnahmen erfolgen im Rahmen des Life-Projektes Wiesenvögel NRW.
Einzelgelegeschutzzäune kamen auch für die Großen Brachvögel in der Düffel zu Einsatz. Sowohl in der Hetter als auch in der Düffel gab es bei dieser Art sicheren Bruterfolg. „Besonders toll sind die Momente, wenn die jungen Brachvögel bei ihren ersten Flugversuchen beobachtet werden können“, schwärmen die Biologen.
Ein Rotschenkel-Jungvogel. Foto: Steffi Heese
Tollen Bruterfolg gab es zudem beim Kiebitz. Anfang Juli konnte beispielsweise ein Trupp mit 28 flüggen Jungvögeln im Reyerbruch, nördlich von Kranenburg, beobachtet werden, und auch in den anderen Teilgebieten wurden viele Kiebitze flügge. Dieser Erfolg wäre ohne die enge Zusammenarbeit mit den Landwirten, den wichtigsten Kooperationspartnern beim Gelegeschutz, nicht möglich gewesen.
Klar ist: Ein erfolgreiches Jahr bedeutet noch keine langfristige Trendwende. Die Ergebnisse der Brutsaison 2026 zeigen jedoch, dass gezielte Schutzmaßnahmen wirken. Sie machen Mut und bestätigen, dass sich der Einsatz für die Wiesenvögel lohnt.
Im Reyerbruch sind 28 flügge Kiebitz-Jungvögel beobachtet worden. Foto: Steffi Heese