Der Klever Becher startet
Aus einer Idee für die „Klever Birne“ wird Wirklichkeit
KLEVE. Am Anfang stand die Idee einer abfallarmen Stadt. „So schön ein Coffee-to-go auch ist, die Einwegbecher verursachen mehr Abfall, als viele denken“, rechnen Mario Spengler und Joachim Just vom Klever Unternehmen hermsen GmbH den Einwegmüllberg vor. „7,6 Millionen Einwegbecher werden jeden Tag in Deutschland verbraucht. Auf die rund 53.000 Einwohner Kleves umgerechnet, macht das circa 5.000 Einwegbecher täglich.“ Mehrwegbecher sollen dieser Entwicklung entgegenwirken. Ein stadtweites, gastronomieübergreifendes Mehrwegbechersystem könnte eine Lösung sein. So entstand der Klever Becher.
Mit dieser Idee beteiligten sich die beiden im vergangenen Jahr am Nachhaltigkeitspreis Klever Birne, der 2025 bereits das dritte Mal von der Stadt Kleve gemeinsam mit der Hochschule Rhein-Waal vergeben wurde. Christina Martens von der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) erinnert sich: „Der Vorschlag setzte das Motto des Ideenwettbewerbs eins zu eins um: Ressourcen klever teilen – Gemeinsam Nachhaltigkeit gestalten.“ Mario Spengler und Joachim Just: „Ein solches Mehrwegsystem entfaltet seine ökologische Wirkung vor allem dann, wenn die Becher tatsächlich regelmäßig genutzt werden. Herstellung, Transport und Reinigung verursachen ebenfalls Ressourcen- und Energieaufwand, der sich erst über mehrere Umläufe relativiert.“ Überzeugt von ihrer Idee und motiviert von der positiven Resonanz, beschlossen die beiden Ideengeber, die Umsetzung des Klever Bechers auch ohne Gewinn der Klever Birne 2025 weiterzuverfolgen. Unterstützt wurden sie von der Stadt Kleve und der Wirtschaft, Tourismus und Marketing GmbH (WTM) der Stadt Kleve. Nun kann der Klever Becher in der Touristinformation der Stadt Kleve erworben werden.
Die Stadt Kleve freut sich gleich mehrfach über die Verwirklichung der Wettbewerbsidee. „Neben dem Werbeeffekt unterstützt der Klever Becher bei der Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie, denn er steht für Ressourcenschutz und Kreislaufwirtschaft“, so Pascale van Koeverden, Mitorganisatorin der Klever Birne bei der Stadt Kleve. „Wir wollen die Politik aktiv involvieren, um Kleve gemäß UN-Nachhaltigkeitsziel (SDG) 11 inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu gestalten. Da kam der Klever Becher als Präsent des Bürgermeisters für die Ratsmitglieder wie gerufen“, so Christian Bomblat als Technischer Beigeordneter und Vorsitzender des Kernteams Nachhaltigkeit der Stadt Kleve. Auch Verena Rohde von der WTM sieht die Sache positiv: „Gerne unterstützen wir hier ein lokales Unternehmen und wünschen uns nun eine breite Annahme des Klever Bechers.“
„Geselliges Grün“ nennt sich die Farbe des Bechers, dessen Design von der WTM stammt. Der BPA-freie Becher wurde in Deutschland produziert. Nun braucht es neben Liebhabern von Heißgetränken Bäckereien, Cafés, Eisdielen und andere gastronomische Betriebe, die Getränke to go verkaufen und das Befüllen der Klever Becher anbieten wollen, denn der Erfolg eines Mehrwegsystems hängt nicht zuletzt von der konsequenten Nutzung durch Gastronomie und Kundschaft ab. Bei Interesse freut sich Joachim Just über eine Kontaktaufnahme. Bei der Klever Birne punkteten die Ideengeber übrigens auch mit einer weiterführenden Idee: „Teil unseres Konzepts für die Klever Birne war ein Rabatt von zehn Cent auf den Getränkepreis, da die Verkaufsstellen die Ausgabe von Einwegbechern einsparen.“ Vom Tisch ist der Gedanke nicht, gesucht werden nun Mitmacher.
Auch in diesem Jahr werden die HSRW und die Stadt Kleve zu einer weiteren Runde Klever Birne einladen. Die Bewerbungsphase startet im Mai. Mehr Informationen zum Wettbewerb unter www.kleverbirne.de.
Der Klever Becher ist ab sofort in der Touristinformation der Stadt Kleve erhältlich. Foto: ClaudiaDeKruijf/HSRW