Heinz-Peter Kamps mit der Karte der „Niederrheinlande“, die Teil der Ausstellung ist. NN-Foto: vs
3. Juni 2025 · Sonsbeck

Der Kartograf des Königs

Der Verein Denkmal an Sonsbeck widmet Christian S’Grooten eine Ausstellung

SONSBECK. Er gilt als bedeutender Kartograf des 16. Jahrhunderts, aber anders als sein Zeitgenosse Gerhard Mercator erlangte Christian S’Grooten (1525-1603) nie dessen Berühmtheit. Anders sieht das in Spanien aus, denn von 1557 an diente er König Philipp II. über mehrere Jahrzehnte als Hofkartograf. Als Hauptwerk S’Grootens gilt die Kartierung des Heiligen Römischen Reiches, welche in zwei Fassungen 1572/73 (Brüsseler Atlas) und 1592 (Madrider Atlas) fertiggestellt, aber nie veröffentlicht wurde. Der Verein Denkmal an Sonsbeck widmet Christian S’Grooten anlässlich des 500. Jahresjahrs (ein genauer Tag ist nicht bekannt) seiner Geburt, nun eine Ausstellung, die an Pfingsten in der Mühle zu sehen ist.

Dass Christian S’Grootens Verdienste in seiner Heimatgemeinde (er kam um 1525 in Sonsbeck zur Welt und verbrachte hier seine Kindheit und Jugend) gewürdigt werden, davon zeugen unter anderem der Grootensweg und die ehemalige Hauptschule, die nach S‘Grooten benannt war. Seit 1973 wird zudem die S’Grooten Plakette verliehen, die Menschen würdigt, die sich in und um Sonsbeck besonders verdient gemacht haben. „Von den 22 Preisträgern leben heute noch fünf“, weiß Heinz-Peter Kamps, der die Ausstellung gemeinsam mit Willi Hageney vorbereitet hat und tief in die Geschichte Christian s’Grootens und der Preisträger eingetaucht ist. Letztere werden bei der Ausstellung nämlich auch eine Rolle spielen. „Es wird eine Übersicht mit Kurzbiografien geben“, sagt Kamps. Im Mittelpunkt steht an dem Wochenende aber Christian S’Grooten selbst. Vor allem geht es um dessen Werk, denn über sein Leben ist wenig bekannt. Er lebte und arbeitete in Kalkar, erwarb 1548 das Bürgerrecht und 1553 ein Haus am Markt. In Kalkar ist er auch 1603 beerdigt worden. Um 1555 begann Christian S’Grooten mit der Kartierung des niederrheinischen Raumes. „Seine Arbeiten waren die Grundlage für die Karten, die Mercator später von der Region veröffentlicht hat“, sagt Kamps. S’Grootens Darstellung der „Niederrheinlande“ wird im Rahmen der Ausstellung natürlich auch zu sehen sein. „Und wenn man darauf achtet, erkennt man, dass er Sonsbeck besonders groß eingezeichnet hat“, findet Kamps. Zu sehen sind zudem die Karten aus dem Brüsseler und dem Madrider Atlas. Die Manuskripte S’Grootens wurden 2007 als Abschluss eines Forschungsprojektes vollständig veröffentlicht. Wer möchte, kann sich die großformatige Kartenmappe vor Ort ansehen. Eine Auswahl von rund 20 Karten S’Grootens ist Teil der Ausstellung. Der Clou: die historischen Karten werden aktuellen Karten gegenübergestellt. „Da sieht man, wie präzise man damals schon gearbeitet hat“, sagt Kamps, der gleich auf das nächste Highlight hinweist, einen spannenden Filmbeitrag aus der vermessungsgeschichtlichen Sammlung des Dortmunder Museums für Kunst und Kulturgeschichte, der sich mit der Entwicklung von der Triangulation bis zum Einsatz von Satelliten befasst. „Wir freuen uns sehr, dass wir diesen Film hier zeigen dürfen“, sagt Kamps. Zu sehen ist natürlich auch der Film über Christian S’Grooten, den der Verein in seiner Reihe „Denkmal an diesen Sonsbecker“ erstellt hat. Und wie gehabt sind dann auch die anderen Filmbeiträge abrufbar.

Eröffnet wird die Ausstellung „500 Jahre Christian S’Grooten“ in der Gommanschen Mühle am Pfingstsamstag um 13 Uhr im Beisein von Bürgermeisterin Nadine Bogedain und einigen Trägern der S’Grooten-Plakette. Pfingstsonntag, 8. Juni, kann man die Ausstellung von 14 bis 17 Uhr sehen und Pfingstmontag, parallel zum Deutschen Mühlentag, von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist an allen Tagen frei.

Heinz-Peter Kamps mit der Karte der „Niederrheinlande“, die Teil der Ausstellung ist. NN-Foto: vs