Das Stadtführer-Team hält jede Menge Wissenswertes bereit. NN-Foto: Rüdiger Dehnen
29. August 2025 · Kleve

Der Henker, der nicht traf

Mehr als 50 verschiedene Führungen hat die Klever WTM im Programm

KLEVE. Ja – stolz sind sie: Auf jeden Fall. Die Rede ist von einem neunköpfigen Team, das in Kleve Themenführungen im Auftrag von „Kleve Wirtschaft & Tourismus“ anbietet.

Martina Gellert (Leitung Tourismus & Freizeit) und ihre Chefin, Geschäftsführerin Verena Rohde, stimmen zu: „Wir haben insgesamt 53 unterschiedliche Themenführungen im Angebot und so weit wir wissen, sind wir damit im Kreis Kleve die einzigen, die derart viele unterschiedliche Themen anbieten können.“

Seit mehr als 20 Jahren laden die öffentlichen Stadt- und Themenführungen dazu ein, die Stadt aus immer neuen Blickwinkeln zu entdecken. Martina Gellert: „Als wir damit angefangen haben, hatten wir gerade mal acht verschiedene Führungen im Programm.“

Aus Sicht der Stadtführerinnen und Stadtführer ist es in der Regel so, dass viele Menschen zunächst an einer regulären Führung teilnehmen – in der Regel allein oder zu zweit – und später dann eine Führung für ihren Verein oder Freundeskreis buchen. Diese Führungen seien dann, da ist sich das Team einig, die schönsten, „denn da sind dann Leute am Start, die sich kennen. Da ist die Stimmung eine ganz andere – es geht viel lockerer zu.“

Zum jetzigen Team gehören: Birgit van den Boom, Hans Heinz Hübers, Norbert Leenders, Hildegard Liebeton, Petra Scheike, Norbert Schmitz, Wiltrud Schnütgen, Elisabeth Thönnissen und Jens Werner. Die meisten im Führungs-Team haben mehr als eine Themenführung im Angebot.

Das Themen-Depot ist (bei 53 Themen) vielfältig und reicht von Führungen zum Thema Schuhindustrie über „Dunkle Kapitel der Klever Stadtgeschichte“ bis hin zu kulinarisch angereicherten Führungen und Radtouren. „Die Radtouren sind schwer im Kommen“, sagt Martina Gellert.

Da wäre zum Beispiel beim Thema „Dunkle Seiten“ die Geschichte vom Scharfrichter, der am Ende selbst hingerichtet wurde, weil er sich „verhauen“ hatte. Klartext: Der Mann hatte anlässlich einer Hinrichtung mit dem Richtschwert nicht gut getroffen. Manche der Scharfrichter hätten sich vor dem Einsatz „Mut angetrunken“. Wer weiß, ob das eine gute Idee war. Zu erzählen wäre von einem Edikt der Stadt, das den Menschen verbot, Schweine unterm Bett zu halten. Da wäre die Geschichte der (von Hildegard Liebeton) frei erfundene Änneke Schenk aus Schenkenschanz. Liebeton: „Ich bekam irgendwann den Anruf eines Mannes, der von mir die Telefonnummer von Änneke haben wollte. Er habe die nirgends finden können.“ Kann passieren bei frei erfundenen Persönlichkeiten. Zu erzählen wäre auch Norbert Leenders‘ Geschichte, die davon handelt, „dass ich eigentlich gar nicht vor fremden Menschen sprechen kann“. Leenders bekam dann einen Anruf und man fragte, ob er sich vorstellen könne, zum Thema Schuhindustrie zu führen. Konnte er zunächst nicht – tat es aber trotzdem. „Ich bin ja quasi im Schuhkarton geboren“, sagt Leenders und fast mag man ihm seine Ängstlichkeit nicht glauben.

Fest steht, dass es jede Menge Führungen gibt, bei denen auch eingefleischte Klever noch etwas dazulernen können. Die allermeisten Führungen finden in deutscher Sprache statt – manche aber auch auf Niederländisch und eine auf Englisch.

Martina Gellert: „Neben den öffentlichen Führungen stehen über 50 Touren für Gruppen zur Verfügung – ideal für Vereins- oder Betriebsausflüge oder auch Weihnachtsfeiern. Die Führungen können individuell zum Wunschtermin gebucht werden und kosten ab 75 Euro pro Gruppe bis zu 20 Personen. Gruppen ab 15 Personen können zudem aus einem attraktiven Tagesprogrammen wählen, die eine Stadtführung mit einem Mittagessen und zum Beispiel einem Besuch im Klever Tiergarten oder einer Draisinenfahrt verbinden.“

Nähere Informationen zu allen Führungen und Tagesarrangements gibt es auf www.kleve-tourismus.de. Verena Rohde: „Alle Führungen können unter der Internetadresse natürlich auch ganz bequem online gebucht werden.“

Das Stadtführer-Team hält jede Menge Wissenswertes bereit. NN-Foto: Rüdiger Dehnen