"Gruppenfoto beim Sommertour-Besuch bei KKLE mit Irina Janßen, Sadık Taştan, Marc Cattelaens, Brigitte Jansen und Verena Rohde"
22. Juli 2026 · Kleve

Der größte Arbeitgeber im Kreis Kleve

Die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve war im Rahmen ihrer „Sommertour“ zu Gast bei der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft. 3.500 Beschäftigte kümmern sich um das gesundheitliche Wohl der Menschen in der Region.

KLEVE. Wenn es um „Starke Arbeitgeber im Kreis Kleve“ geht, so der Name der „Sommertour“ der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve, darf ein Name auf keinen Fall fehlen: Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft. Die KKLE ist mit 3.500 Beschäftigten, die sich um die Gesundheit der Menschen in der Region kümmern, der größte Arbeitgeber im Kreis Kleve.

Aktuell gehören das St.-Antonius-Hospital in Kleve, das Marienhospital Kevelaer sowie das Wilhelm-Anton-Hospital in Goch zur KKLE. Das St.-Clemens-Hospital in Geldern – derzeit von der Cusanus Trägergesellschaft Trier (ctt) betrieben – soll mittelfristig in die Trägerschaft der KKLE übergehen.

Als Integrierter Gesundheitsversorger bietet der Verbund ein breites Leistungsspektrum an, das weit über die reinen Klinikeinrichtungen hinaus reicht. Dazu gehören unter anderem mehr als 20 Einrichtungen und Wohnanlagen für Senioren, hochspezialisierte medizinische Einrichtungen wie das Brustzentrum Linker Niederrhein, das DKG-zertifizierte Darmkrebszentrum am Standort Goch, Präventions- und Rehabilitationszentren wie das Mutter-Kind-Kurhaus in Goch, zwei medizinische Versorgungszentren (MVZ) mit fünf Standorten, ein stationäres und ein ambulantes Hospiz, die Bildungsakademie für Gesundheitsberufe, eine Zentralapotheke, ein Zentrallabor und eine Servicegesellschaft. Die Versorgung der Region mit Medizinprodukten, Wirtschafts- und Verbrauchsgütern erfolgt über ein modernes Logistikzentrum. Zur KKLE gehört auch eine Großküche, in der täglich 6.500 Mahlzeiten zubereitet werden.

Im Rahmen der Sommertour wurde das Team der Kreis-WfG um Geschäftsführerin Brigitte Jansen sowie Verena Rohde, Wirtschaftsförderin der Stadt Kleve, empfangen von KKLE-Geschäftsführer Sadık Taştan. Der gebürtige Berliner übernahm bei KKLE im Sommer 2025 die Geschäftsführung und nannte den Gästen beeindruckende Zahlen: Im Klinikverbund (ohne ctt) werden jährlich mehr als 41.000 stationäre und rund 111.000 ambulante Fälle behandelt, hinzu kommen rund 41.000 Fälle im MVZ. Der jährliche Umsatz lag zuletzt bei 304 Millionen Euro.

Bei einer Betriebsbesichtigung durch das St.-Antonius-Hospital Kleve führte Dr. Ronald Jelinski, Chefarzt der Klinik für Notfallmedizin, die Gäste durch die Notaufnahme. Dort stehen 19 Untersuchungsplätze und zwei Schockräume für akute Notfälle bereit. Das Team der Notfallmedizin versorgt jährlich rund 36.000 Patienten. Innovativ ist die KKLE im Rahmen der Dualen Ausbildung: Auf der Azubi-Station darf der berufliche Nachwuchs in der Pflege seinen Arbeitsalltag – durch examiniertes Fachpersonal begleitet– selbst organisieren: Dienstpläne einteilen, Patientenvisite, Austausch mit Ärzten – all das gehört im vierwöchigen Pilotprojekt für die zehn Auszubildenden dazu.

Beim Sommertour-Besuch gab KKLE-Geschäftsführer Sadık Taştan einen Ausblick auf ein Vorhaben, das für die KKLE in den kommenden Jahren im Fokus stehen wird: Unter dem Projektnamen „Karl32“ soll eines der größten Fördervorhaben der nordrhein-westfälischen Krankenhausplanung umgesetzt werden. Rund 300 Millionen Euro, von denen die KKLE 60 Millionen Euro aus Eigenmitteln bestreitet, werden in die Gesundheitsversorgung der Menschen im Kreis Kleve investiert – mit dem Ziel, diese neu zu ordnen und zu verbessern.

Zentraler Bestandteil ist es, die stationäre Versorgung ab 2031/2032 an den beiden Standorten Kleve und Geldern zu konzentrieren. Dabei werden die Standorte Kleve und Geldern zu leistungsstarken Schwerpunktversorgern ausgebaut, während die Standorte Goch und Kevelaer als „Gesundheits-Campus“ jeweils das gesamte nichtstationäre Spektrum der Gesundheitsdienstleitungen anbieten sollen. Gerade auch die Notallversorgung soll vom Projekt „Karl32“ profitieren, denn beide Zentren werden, so die Planung, nach der Umsetzung des Vorhabens die sogenannte „Umfassende Notfallversorgung“ der höchsten Stufe 3 bieten können.

Brigitte Jansen äußerte ihre Freude darüber, dass eine solch hohe Investitionssumme und die entsprechende medizinische Kompetenz in den Kreis Kleve fließen. „Das wird vielfältige Effekte haben. Neben der Qualitätssteigerung im Gesundheitswese wird der Bausektor profitieren, und es werden neue Arbeitsplätze entstehen. Letztlich ist eine hochwertige Gesundheitsversorgung aber auch ein gutes Argument für die Rekrutierung qualifizierter Arbeitskräfte.“

Auch Verena Rohde begrüßte die Pläne: „Ein breites medizinisches Angebot hier vor Ort ist ein entscheidender Standortvorteil.“

Beim Sommertour-Besuch bei den Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft: (v. l.) Irina Janßen (WfG Kreis Kleve), Sadık Taştan (Geschäftsführer KKLE); Marc Cattelaens (WfG Kreis Kleve), Brigitte Jansen (Geschäftsführerin WfG Kreis Kleve) und Verena Rohde (Geschäftsführerin WTM Kleve). Foto: WfG Kreis Kleve