Auch das Kalle Kinder- und Jugendzentrum nahm am Homerun teil. NN-Fotos: Rüdiger Dehnen
13. September 2022 · Emmerich

Der Geist der Gemeinschaft

Dritter Emmericher „Homerun“ ein großer Erfolg: bisheriger Spendenerlös von 121.478 Euro

EMMERICH. Rund anderthalb Wochen lang ist Emmerich für den „Homerun“ in die Laufschuhe geschlüpft und hat mal in gemächlichem, mal in flottem Tempo Kilometer für den guten Zweck gesammelt. Und das Ziel der Veranstalter, in diesem Jahr noch mehr aus dem Event herauszuholen, ist aufgegangen: 5.751 Teilnehmer erliefen mit 68.413 Kilometern einen (noch nicht finalen) Spendenstand von 121.478 Euro. Zum Vergleich: 2021 kamen bei mehr als 1.000 Läufern weniger rund 110.000 Euro zusammen. Mit dem Ergebnis ist das Organisations-Team „absolut zufrieden“, wie Sara Kreipe von der mitveranstaltenden WfG sagt. Auch Stolz ist dabei. Denn das Motto „No Limit“ ist ohne Frage aufgegangen.

Das Ergebnis beeindruckt noch mehr, wenn man bedenkt, dass der Homerun erst 2020 ins Leben gerufen wurde und damals nur von den Gründern Dieter Tersluisen, Jörg Bujar, Simon Berntsen, Martin Berntsen und Sascha Tück gelaufen wurde. Für den zweiten Anlauf fand sich dann bereits ein breites Netzwerk aus Partnern zusammen – dieses Jahr erweitert um den Rotary Club – das half, das Konzept weiterzuentwickeln. Zum Erfolg machen das Großereignis aber mittlerweile vor allem die vielen Teilnehmer. Nicht nur Einzelläufer, sondern auch Unternehmen, Vereine, Schulen und Kitas. So ziemlich jede Generation war 2022 vertreten: zwei Jahre alt war die jüngste Teilnehmerin, 81 Jahre der älteste.

Abseits der privaten Läufe nach eigenem Gusto stand eine Reihe von Events auf dem Programm. Ein Neuzugang dieses Jahr war der Firmenlauf am Hafen – auf Wunsch der Unternehmen, wie Kreipe erzählt. Neben dem Lauf selbst mit rund 250 Teilnehmern von 15 Firmen, gab es anschließend ein gemütliches Get-together zum Netzwerken. Über die Firmen kam auch eine internationale Note dazu: Mit teils weltweiten Standorten sammelten die Mitarbeiter zum Beispiel auch in Malaysia ihre Kilometer. Wieder andere Teilnehmer haben sich wiederum im Urlaub beteiligt.

Spontan ins Programm aufgenommen wurde der „Ladys Walk“ am 7. September. Auch wenn die Organisatoren diesen nicht mehr groß bewarben, fanden sich 73 Frauen für eine Wanderung in Hoch-Elten zusammen. Größer als im durch Corona besonders gebeutelten Jahr 2021 konnte wiederum der 24-Stunden-Lauf ausfallen. Eine genaue Teilnehmerzahl gibt es hier zwar nicht, laut Sara Kreipe war das Eugen-Reintjes-Stadion aber immer gut besucht – auch nachts.

Die Auswertung und Ehrungen fanden nach dem abschließenden Marathon mit gemeinsamem Zieleinlauf auf der Homerunner-Party statt. Hier durften die Sieger ihre neonfarbenen Pokale entgegennehmen. Neu ist in diesem Jahr auch eine Medaillenübergabe an die Kita-Kinder in den jeweiligen Einrichtungen. Die Ergebnisse des Homerun gibt es im Detail mitsamt weiteren Informationen unter homerun-spendenlauf.de.

Neues Gemeinschaftsgefühl

Sara Kreipe ist sich sicher, dass der Homerun das Zusammengehörigkeitsgefühl in Emmerich weiter gestärkt hat. „Es gibt einen Spirit, den es vorher so nicht gab.“ Das zeige sich bereits, wenn man bereits aufgrund seines Homerun-Shirts gegrüßt werde. Aber auch die großzügige Unterstützung von vielen Seiten spiegele das wider. Da wären einerseits die vielen Spender, „aber auch die Bühne wird gestellt und der Strom gelegt.“ Die Johanniter seien zuletzt ebenfalls teils 24 Stunden vor Ort gewesen, um ein weiteres Beispiel zu nennen. „Es herrscht jedes Jahr ein fabelhaftes Gemeinschaftsgefühl“, fasst Kreipe zusammen.

In diesem Rahmen sind auch immer wieder besondere Geschichten auszumachen. Jannis Thelemann zum Beispiel war 2021 nur als Beobachter dabei – war aber von den Leistungen und dem Engagement so beeindruckt, dass er dieses Jahr selbst mitmischte. „Er ist morgens um 4 Uhr aufgestanden und hat seine ersten Kilometer zu seiner Ausbildungsstätte zurückgelegt.“ Abends lief er ein weiteres Mal. Am Ende belegte Thelemann unter den Einzelläufern den ersten Platz mit 321,25 Kilometern. Auch einige Altersheim-Bewohner ließen es sich nicht nehmen und drehten ihre Runden.

Die Bäckerei Gottschling hat im Aktionszeitraum wiederum ein „Homerun-Brot“ angeboten, das Restaurant „Rheinpromenade 8“ einen „Homerun-Burger“ und die Bäckerei Horsthemke einen Berliner mit dem Aktionslogo zum Start der Veranstaltung. Ein Teil der Verkaufspreise ging ebenfalls in den Spendentopf.

Der Erlös kommt über die Rudolf-W.-Stahr-Stiftung Kindern, Jugendlichen und sozial Benachteiligten in Emmerich zugute. Die teilnehmenden Schulen, Kitas und Vereine bekommen wiederum ihren Beitrag mit Zinsen – oder vielmehr einem „Homerun-Bonus“ – zurück.

Nach den diesjährigen Erfolgen stehen die Chancen nicht schlecht, dass es einen vierten „Homerun“ geben wird. Jetzt heißt es aber erst einmal für die Verantwortlichen: Kräfte sammeln und zu gegebener Zeit die Pläne besprechen.Thomas Langer
Der Firmenlauf im Contargo-Hafen war dieses Jahr einer der Neuzugänge im Event-Programm.

Der Firmenlauf im Contargo-Hafen war dieses Jahr einer der Neuzugänge im Event-Programm. Foto: Rüdiger Dehnen

Auch das Kalle Kinder- und Jugendzentrum nahm am Homerun teil. NN-Fotos: Rüdiger Dehnen