Der Dorfladen rückt näher
Der „Inselbrot-Laden“ in Wardt konnte Richtfest feiern / Die Eröffnung ist für Juli anvisiert
„Einkaufen – Zusammentreffen – Miteinander genießen“: Auf diesen drei Säulen ist das Langzeit-Projekt seit Beginn an aufgebaut. Seinen Anfang nahm es bereits 2016, als eine Umfrage der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) ergab, dass sich die Bevölkerung in den ländlich gelegenen Dörfern vor Ort eine Nahversorgung mit Treffpunkt für alle Einwohner wünsche. 2018 wurde dann nochmals deutlich, warum ein solcher, kleiner Supermarkt in Wardt fehlt. Damals schloss nämlich der einzige Bäckerladen im Dorf, auf den als Interimslösung lediglich ein Bäckerwagen folgte.
Die Wardter nahmen schließlich ihr Schicksal selbst in die Hand und gründeten im Mai 2019 offiziell die Genossenschaft „Inselbrot Wardt“. Sie verfolgt seither das Ziel, einen Nahversorgungs-Treffpunkt in Wardt zu errichten. Der Weg dorthin war jedoch lang und steinig. „Es gab einige Rückschläge. Das Projekt stand mehrmals auf der Kippe“, machte Wolf-Dieter Nacken, Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft „Inselbrot Wardt“ bereits beim Spatenstich deutlich. Mittlerweile ist die Finanzierung über 300.000 Euro bei einem Genossenschaftsanteil von 35.000 Euro jedoch gesichert. Zwei Drittel der Kosten trägt das Förderprogramm der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raumes „Leader“. Der Rest wird über die Genossenschaftsanteile gedeckt.
Zurzeit entsteht in Wardt ein 60 Quadratmeter großer, barrierefreier Flachbau in Holzrahmenkonstruktion, der 14,50 Meter lang und 4,50 Meter breit ist. Wenn der „Inselbrot-Laden“ in Wardt voraussichtlich im Juli eröffnet werden kann, sollen dort täglich vor allem Grundnahrungsmittel wie Mehl, Eier, Zucker oder Salz vorrätig sein – alles, was eben zum täglichen Bedarf gehört.
Zudem soll der Dorfladen jeden Tag von einem Bäcker mit Backwaren wie Broten und Brötchen beliefert werden, die dann im Dorfladen frisch aufgebacken werden. Zusätzlich soll täglich selbstgebackener Kuchen angeboten werden, der im eigenen Café mit Sitzplätzen drinnen und im Sommer auch draußen zu einem geselligen Dorfmittelpunkt beitragen soll. Ein weiterer Fokus soll auf regionalen Produkten liegen – unter anderem soll das Angebot einen original „Wardter Honig“ umfassen.
Geplant ist, dass der „Inselbrot Laden“ von Montag bis Sonntag ab 7 Uhr bis in den Vormittagsbereich sowie nachmittags bis etwa 17 Uhr geöffnet sein wird – zumindest sofern sich genügend Ehrenamtler finden. Morgens möchte die Genossenschaft auf geringfügig Beschäftigte setzen, nachmittags allerdings auf Ehrenamtler, die sich gerne noch melden dürfen.Sabrina Peters
Das Richtfest wurde mit Kaffee und Kuchen im Gebäude gefeiert. Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten
Viele Wardter waren zur Feier des Richtfestes gekommen. NN-Fotos (2): Theo Leie