Der DialogPunkt Wirtschaft startet in Kalkar
Neuer Treffpunkt für Wissenschaft und Wirtschaft / Die Hochschule Rhein-Waal und die Stadtentwicklungsgesellschaft Kalkar mbH haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet
NIEDERRHEIN. Jahrelang hat die Hochschule Rhein-Waal (HSRW) und die Stadtentwicklungsgesellschaft Kalkar mbH an einer Kooperationsvereinbarung gearbeitet. Jetzt konnte sie endlich von HSRW-Präsident Oliver Locker-Grütjen, Kalkars Bürgermeisterin Britta Schulz, die gleichzeitig auch Geschäftsführerin der SEG Kalkar mbH ist, und Kalkars Wirtschaftsförderer Dr. Bruno Ketteler, gleichzeitig Prokurist der SEG Kalkar mbH, unterzeichnet werden. Mit dieser Kooperationsvereinbarung soll der DialogPunkt Wirtschaft in Kalkar auf den Weg gebracht und so die Zusammenarbeit von regionalen Unternehmen mit der Hochschule gestärkt werden.
Vor 16 Jahren wurde die Hochschule Rhein-Waal in Kleve und Kamp-Lintfort gegründet. „An beiden Standorten sind wir von vielen anderen Orten weit weg. Deshalb wollen wir auch in der Fläche unterwegs sein und deshalb ist auch es wichtig, noch einen anderen Anlaufpunkt zu haben“, sagte Locker-Grütjen. Das Gewerbe- und Gründerzentrum in Kalkar-Kehrum solle fortan ein solcher Anlaufpunkt zwischen den beiden Hochschulstandorten in Kleve und Kamp-Lintfort sein.
In verschiedenen Projektphasen sollen im DialogPunkt Wirtschaft zentrale Herausforderungen und Chancen für die regionale Wirtschaft in Workshops und Innovation Sprints identifiziert und dadurch Themen für ein weiterführendes Programm im DialogPunkt Wirtschaft in Kalkar definiert werden. Daraus entstehe ein maßgeschneidertes Programm mit konkreten Formaten wie Sprechstunden, Fachimpulsen und praxisnaher Forschung, das speziell auf die Bedürfnisse der lokalen Wirtschaft zugeschnitten sei. Auf diese Weise werde mit dem DialogPunkt Wirtschaft in Kalkar eine echte Verbindung zwischen den Unternehmen und der Hochschule geschaffen, betonten die Vertreter der Hochschule und der Stadtentwicklungsgesellschaft Kalkar. Eine Zusammenarbeit sei dabei aber nicht an kommunale Grenzen gebunden. Auch Gäste aus dem Kreis Wesel seien in Kalkar ebenso willkommen wie Gäste aus dem ganzen Kreis Kleve.
„Wir wollen Wissenschaft, Wirtschaft und Unternehmen zusammenbringen“, sagte Kalkars Bürgermeister Britta Schulz. Und das sei notwendig. Denn bei Unternehmen in der Region sei die Hemmschwelle auch nach 16 Jahren noch groß, die Hochschule für eine Zusammenarbeit zu kontaktieren, berichteten sowohl Locker-Grütjen als auch Robert Beinio, Geschäftsführer bb med. product GmbH und erster Vorsitzender des Fördervereins der Hochschule Rhein-Waal – Campus Cleve. „Als Unternehmer kann ich aber bestätigen, dass ein guter Zugang zur Hochschule sehr wichtig ist“, sagte Beinio. Aus seinem Engagement beim Förderverein wisse er jedoch, dass es einen unterschiedlichen Bedarf in der hiesigen Unternehmerschaft für eine Zusammenarbeit mit der Hochschule gebe, verbunden mit der Frage „Wen spreche ich wofür an?“, denn die Hochschule biete sehr viele Anlaufstellen.
Mit dem DialogPunkt Wirtschaft kommt in Kalkar nun noch eine weitere Anlaufstelle hinzu, die bewusst aber niederschwellig gehalten sei. Die HSRW wolle in der gesamten Region zwischen Kleve und Kamp-Lintfort signalisieren: „Wir sind da, wir sind ansprechbar und wir wollen in den Dialog gehen.“ Federführend verantwortlich sei dabei Julia Roelofsen, Innovationsmanagerin Wirtschaft im Projekt TransRegINT (Transformation der Region Niederrhein: Innovation, Nachhaltigkeit, Teilhabe). Sie koordiniere unter dem Leitgedanken „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ die Zusammenarbeit von Unternehmen mit der HSRW und begleite Unternehmen auf ihrem Weg in die Hochschule. Ihr Ziel sei dabei, gemeinsam mit der Wirtschaft Möglichkeiten zu entwickeln, wie Unternehmen von der Hochschule und die Hochschule von Unternehmen profitieren könne.
Der Wunsch aller Beteiligten ist, dass die Kooperation zwischen Unternehmen der Region und der HSRW über die klassische Zusammenarbeit in Form von Studierendenpraktika oder Abschlussarbeiten hinausgehe. „Als Hochschule der angewandten Wissenschaft wollen wir mehr als nur den Markt mit qualifizierten Absolvierenden versorgen“, betonte Dr. Gerhard Heusipp, Leiter des Zentrums für Forschung, Innovation und Transfer (ZFIT) sowie stellvertretender Projektleiter TransRegINT der HSRW die Erwartung der Hochschule an den DialogPunkt Wirtschaft. „Unsere Aufgabe ist die Transformation: Der Austausch von Wissen und Erkenntnissen in alle Richtungen zwischen Hochschule, Wirtschaft und Gesellschaft ist ein wichtiger Beitrag vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeitsziele sowie der Umsetzung von Nachhaltigkeit in der Region. Wir wollen gemeinsam mit Unternehmen konkrete Fragestellungen beantworten – in den Laboren der Hochschule und vor Ort bei den Unternehmen.“ Alle Beteiligten bekräftigten in ihrer Kooperationsvereinbarung die Absicht, den DialogPunkt Wirtschaft in Kalkar als eine Plattform für die aktive und gemeinsame Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft der Wirtschaft am Niederrhein zu etablieren.
Sabrina PetersDie Hochschule Rhein-Waal, die Wirtschaft und die Stadt Kalkar freuen sich über den Start vom DialogPunkt Wirtschaft. Foto: HSRW/Markus van Offern