"Erbentag Deichverband Sitzung im Reeser Bürgerhaus, Gruppenfoto"
11. Mai 2026 · Emmerich

Deichverband investiert Millionen in Deichsanierung in Emmerich und Rees

Haushalt 2026 auf Erbentagssitzung einstimmig beschlossen – Beiträge bleiben trotz hoher Investitionen stabil

EMMERICH/REES. Der Deichverband Bislich-Landesgrenze setzt auch im Jahr 2026 seinen Schwerpunkt auf den Hochwasserschutz. Größter Ausgabenposten im verabschiedeten Haushalt bleibt die Deichsanierung im Planungsabschnitt 3 zwischen Rees-Bienen und Rees-Esserden. Für die dortigen Planungs- und Bauarbeiten sind rund 12,78 Millionen Euro vorgesehen. Nach Angaben des Verbandes soll der Bauabschnitt im Idealfall bis Oktober 2028 abgeschlossen werden.

Der Erbentag des Deichverbandes verabschiedete den Haushalt in seiner Sitzung im Reeser Bürgerhaus nun einstimmig. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf rund 27 Millionen Euro.

Trotz der hohen Investitionen bewertet der Verband die Entwicklung der Hebesätze positiv. Anders als in vielen umliegenden Kommunen können die Verbandsbeiträge stabil gehalten werden. So liegt der Hebesatz im Bereich Hochwasserschutz bei 82,8 Prozent (+0,8 Prozentpunkte). In den Bereichen Gewässerunterhaltung (-1,44 Euro/Hektar) und Unterhaltung der Schöpfwerke (-3,62 Prozentpunkte) sinken die Hebesätze sogar.

Wie Fachbereichsleiter Marcus Schaffeld erläuterte, konnten Verwaltung und Deichstuhl insbesondere im Bereich der Darlehen Entlastungen erreichen. Durch die Entnahme aus Rücklagen sei ein Darlehen vollständig abgelöst worden. Weitere Kredite habe der Verband zu vergleichsweise günstigen Zinssätzen umschulden können.

Leicht steigende Grundsteuermessbeträge

Weiterhin bemerkbar machen sich nach Angaben des Verbandes die Auswirkungen der Grundsteuerreform. Im Vergleich zur früheren Situation vor der Reform sei ein erheblicher Teil der Grundsteuermessbeträge weggefallen, was sich grundsätzlich negativ auf die Finanzierungsbasis auswirke. Positiv bewertet werde jedoch, dass gegenüber dem Vorjahr 2025 wieder leicht steigende Grundsteuermessbeträge der Finanzämter in das Beitragskataster aufgenommen werden konnten. Diese bilden die Grundlage für die Veranlagung in den Bereichen Hochwasserschutz und Schöpfwerke und sorgen für eine etwas breitere Verteilung der Kosten, was sich in den aktuellen Hebesätzen widerspiegelt.

Die ersten rund 10.000 Beitragsbescheide für die Bezirke Hüthum-Elten sowie das Stadtgebiet Emmerich sollen Ende Mai verschickt werden. Darin enthalten sind auch Bescheide für technische Anlagen wie Windenergie- und Photovoltaikanlagen.

Mit dem beschlossenen Haushalt sieht sich der Deichverband finanziell solide aufgestellt, um die anstehenden Aufgaben, gerade im Bereich des Hochwasserschutzes, weiter voranzutreiben.

Bericht über Maßnahmen und Übergabe des Zertifikats

Geschäftsführer Holger Friedrich informierte die Anwesenden über den Stand der Deichsanierungsmaßnahmen und die schwierigen Abstimmungsprozesse, um genehmigungsfähige Antragsunterlagen zusammen zu stellen. Der heutige Bürokratismus erschwert dabei viele Vorhaben.

"Vertreter der Berufsgenossenschaft übergeben Zertifikat für Arbeitsschutz an Deichverband, Foto: privat"

Vertreter der Berufsgenossenschaft übergeben das Zertifikat für das Arbeitsschutz-Managementsystem an den Deichverband. Foto: privat

Erfreulich war die Mitteilung, dass der Deichverband Bislich-Landesgrenze seine Vorreiter Position im Arbeitsschutz bestätigen konnte. Er ist bundesweit der einzige Deichverband mit einem zertifiziertem Arbeitsschutz-Managementsystems. Seit sechs Jahren ist er im Besitz dieses Gütesiegels. Vertreter der Berufsgenossenschaft übergaben persönlich das Zertifikat auf der Sitzung.

Die Sitzung des Erbentags des Deichverbandes im Reeser Bürgerhaus. Foto: privat