"Schülergruppe beim Day of Caring im Fairkaufhaus Geldern, Ostwall, soziale Verantwortung"
11. September 2026 · Geldern

„Day of Caring“ am Berufskolleg Liebfrauenschule Geldern

Schüler schlüpfen einen Tag lang in soziale Berufe: Alles für ein bisschen mehr Nächstenliebe

GELDERN. Für das Berufskolleg Liebfrauenschule stand diese Woche wieder der „Day of Caring“ an. Alle 800 Schüler schlüpften am Donnerstag in die Rolle sozialer Berufe und lernten die Arbeit mit Menschen auf diverse Arten kennen. Ein Versuch, nicht nur Interesse für die vielen Tätigkeiten zu fördern, sondern mit persönlichem Engagement auch die Werte der Schule nach außen zu tragen: Nächstenliebe und Einsatz für die Gesellschaft.

Alle zwei Jahre findet der „Day of Caring“ als Initiative der Arbeitsgemeinschaft Schulsehlsorge des Berufskollegs in Kooperation mit der Caritas statt. Entstanden ist die Idee bereits 2016 aus der Motivation, die christlichen Werte für die die Schule stehe, aktiv in die Gesellschaft einzubringen, wie Niklas Roeling, Teil des Sehlsorgeteams betont. Damit sie eben mehr sind, als nur ein nettes Aushängeschild, Nächstenliebe auch wirklich gelebt wird. Roeling ist sich sicher, profitieren tun sowohl die Schüler als auch Einrichtungen von dem Projekt: „Für Einrichtungen lohnt sich der „Day of Caring“, weil sie in Zeiten des Fachkräftemangels sichtbarer werden. Verschiedene Berufe stellen sich vor und damit verbunden auch mögliche Ausbildungen oder Studiengänge.“ Gleichzeitig könnten Schüler durch das kurze Praktikum herausfinden, ob sie in Zukunft auch in einem sozialen Beruf arbeiten möchten.

Mit der Caritas hat das Berufskolleg einen Kooperationspartner, der viele Betriebe in der Umgebung zum hereinschnuppern anbietet. Sei es in der Alten- und Krankenpflege, Kinderbetreuung oder Sozialpädagogik. Mitgemacht haben in diesem Jahr das Fairkaufhaus am Ostwall in Geldern und die Wohnanlage St. Bernardin in Sonsbeck. Auch für ein Praktikum zur Verfügung stand die St.-Michael-Grundschule, das Haus Freudenberg, Haus Boeckelt sowie der Evangelische Kindergarten Arche Noah. Bemühen sollten sich die Schüler selbst um eine für sie interessante Stelle. Während das bei einigen geklappt hat, mussten die Lehrer bei anderen noch kurzfristig einen Platz finden. Zur Not eben auch am Berufskolleg selbst: „Übrig gebliebene Schüler werden an der Schule eingesetzt. Sie bereiten das Schulfest vor, das im Anschluss an das Praktikum stattfindet, räumen das Schularchiv auf oder sammeln in umliegenden Parks Müll“, berichtet Roeling weiter.

In den Betrieben werden den Schülern authentische Einblicke gegeben. Das Fairkaufhaus am Ostwall ist in diesem Jahr zum ersten Mal dabei. Sozialpädagogin Tanja Streubel führte die sechs Jugendlichen durch ihr Praktikum. Schon nach ein paar Stunden ist Zeit, für ein erstes Zwischenfazit: „Wie immer wenn man etwas zum ersten Mal macht, weiß man nicht ganz was einen erwartet. Es ist ein ausprobieren. Die Schüler waren heute super und haben sich hier sehr gut engagiert“, betont Streubel. Zuerst standen neben einer Führung durch das Kaufhaus mit allen Abteilungen, Interviews mit Teilnehmern des Arbeitsgelegenheiten Programms des Jobcenters auf dem Plan. Das Programm zielt darauf ab, Menschen den Wiedereinstieg auf den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Egal welche Umwege sie in ihrem Leben genommen hätten, im Fairkaufhaus könnten sie sich mit bis zu 30 Stunden die Woche wieder an den Ablauf eines normalen Arbeitstages gewöhnen, erklärt Streubel weiter.

Jedem Schüler wurde ein Programmteilnehmer zugeteilt. Ihre Tätigkeiten durften sie begleiten und schließlich auch Interviews führen. Schülerin Elaine berichtet: „Wir hatten ein paar Fragen vorgegeben. Zum Beispiel welche Schule die Teilnehmer besucht haben, welchen Abschluss sie haben oder wie ihre Jugend war. Im Gespräch haben sich dann aber noch spontan Fragen von uns selbst ergeben. Zum Beispiel welchen Beruf sie für sich vorstellen können, was sie gern in ihrer Freizeit machen oder ob sie Familie haben. Besonders überraschend fand ich eine Antwort auf meine Frage wie alt die Person war. Er war mindestens zehn Jahre älter als ich ihn geschätzt hätte.“ Elaine und ihre Mitschülerinnen Nikola und Dina, haben sich für das Fairkaufhaus entschieden, um einmal hinter die Kulissen blicken zu dürfen. „Das Fairkaufhaus kannten wir, man hatte vorher aber überhaupt nichts von dem pädagogischen Aspekt mitbekommen. Wir wollten wissen, was dahinter steckt“, sagt Elaine weiter.

"Drei junge Frauen diskutieren ihre Erfahrungen nach einem Praktikumstag im sozialen Bereich."

(V.l) Dina, Nikola und Elaine sind sich nach ihrem Praktikumstag sicher, dass sie später einen sozialen Beruf ausüben möchten. Foto: NN-Foto: J. Kurschatke

Durch den Praktikumstag wurde der Wunsch, später mit Menschen zu arbeiten für die drei Stärker. Jeweils in verschiedenen Ausrichtungen. Elaine und Nikola möchten nach ihrer schulischen Sozialassistentenausbildung eine Weiterbildung zur Erzieherin machen. Dina strebt ein Duales Studium bei der Polizei an. Für den Rest der Gruppe, Ahmet, Marie und Khayal ist der zukünftige Weg noch unklarer. Sie machen erst einmal ihr Abitur fertig. Khayal möchte danach voraussichtlich Medizin studieren, Marie kann sich vorstellen Lehrerin zu werden.

Für die sechs folgte eine nach den Interviews eine Runde Selbstreflexion und Dokumentation. Denn auch das gehört zur Tätigkeit dazu. Zuletzt durften sie dann aber noch einmal aktiv werden und auf der Verkaufsfläche selbst aushelfen. Insgesamt blicken die Schüler auf einen erfolgreichen Tag zurück, an dem sie ihren Mitmenschen ein Stück näher gekommen sind.

Eine Schülergruppe war für den Day of Caring auch im Fairkaufhaus Geldern am Ostwall zu Gast. Foto: J. kurschatke