„Cup der Vielfalt“ setzt ein starkes Zeichen
Regierungspräsident Thomas Schürmann überreicht Fördergelder für inklusives Sportevent in Nieukerk
NIEUKERK. Sport verbindet, unabhängig von Alter oder körperlichen Voraussetzungen. Unter diesem Leitgedanken organisieren Iris Jentges und Anke Molderings vom Land Leben Pflegekompass ein inklusives Sportevent in Kerken. Beim „Cup der Vielfalt“ sollen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam aktiv werden und die Freude an Bewegung teilen.
„Gewinnen steht bei diesem Sportfest nicht im Vordergrund, stattdessen möchten wir zeigen, dass sich Vielfalt, Fairness und Sport wunderbar ergänzen“, erzählen die beiden Initiatorinnen. Die Veranstaltung findet am Sonntag, 13. September, auf dem Sportgelände in Nieukerk statt. Insgesamt werden 15 Sportarten angeboten – 14 davon auf den Anlagen „Am Aermen Düwel“ in Nieukerk, eine weitere am rund zwei Kilometer entfernten Eyller See, wo Taucher gemeinsam ins Wasser gehen. Die Sportarten sind vielfältig. Geplant sind unter anderem: Basketball, Bogenschießen, Fußball, Radsport, Schach, Rollkunstlauf und auch eine Trendsportart. „Inklusion ist für uns eine Herzensangelegenheit. Mit dem Cup der Vielfalt möchten wir Aufmerksamkeit schaffen und einen niedrigschwelligen Zugang zum Thema ermöglichen“, sagt Mitorganisatorin Anke Molderings. Gerade im Parasport fehle es häufig an Unterstützung – sowohl im Freizeit- als auch im Profibereich. Den Impuls für das Projekt gab Para-Dressurreiterin Regine Mispelkamp, eine enge Freundin der Initiatorinnen. Ihre Erfahrungen bei internationalen Wettkämpfen hätten gezeigt, wie gering die öffentliche Aufmerksamkeit für den Parasport vielerorts noch ist. Dabei müssen Sportler mit Behinderung häufig deutlich mehr leisten, um auf diesem Niveau anzutreten“, so Molderings.
Barrieren abbauen
Gefördert wird die Veranstaltung mit EU-Fördergeldern. Den offiziellen Bewilligungsbescheid überreichte Thomas Schürmann, Regierungspräsident der Bezirksregierung Düsseldorf, jetzt auf der Sportanlage in Nieukerk an die Projektträgerinnen. „Der ‚Cup der Vielfalt‘ sendet ein starkes Signal“, so Thomas Schürmann. „Inklusion gehört in die Mitte unserer Gesellschaft. Solche Veranstaltungen schaffen Begegnungen, bauen Barrieren ab und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserer Region. Mit der Förderung durch EU-Mittel setzen wir gezielt Impulse für Projekte mit hohem gesellschaftlichem Mehrwert.“
Auch über den Sport hinaus sehen die Initiatorinnen im Thema Inklusion weiteren Handlungsbedarf. „Die größten Barrieren existieren oft in den Köpfen“, betont Molderings. Auch im Arbeitsleben gebe es noch Vorbehalte. „Warum berücksichtigen so wenige Unternehmen Menschen mit Beeinträchtigung für den ersten Arbeitsmarkt?“, fragt Iris Jentges. Der Cup der Vielfalt solle helfen, Berührungsängste abzubauen und gegenseitigen Respekt zu stärken.
Neben den sportlichen Wettbewerben erwartet die Besucher ein umfassendes Rahmenprogramm. Es wird Musik-Acts geben, Maskottchen und Interviews mit bekannten Sportlern aus der Region. Ziel ist es, den Veranstaltungstag zu einem Erlebnis für die ganze Familie zu machen.
Unterstützung durch Leader
Das Projekt wird von der Leader-Region Mittlerer Niederrhein (Lemini) gefördert. Insgesamt 23.051,88 Euro fließen in das Projekt. Die Leader-Region fördert mit Geldern der Europäischen Union verschiedene Projekte in den Kommunen Kerken, Grefrath, Kempen, Wachtendonk und Issum. „Wir freuen uns sehr über dieses Projekt, da es überregional wirkt und einen hohen gesellschaftlichen Mehrwert bietet“, sagt Silvia Bors vom Regionalmanagement. Weitere Informationen zu diesen und weiteren Projekten gibt es unter www.lemini.de.
Anmeldungen für das inklusive Sportfest sind ab sofort unter www.cupdervielfalt.de möglich. Dort finden sich auch weitere Informationen zur Veranstaltung.
Regierungspräsident Thomas Schürmann (5.v.r.) übergab den Förderscheck im Beisein von Kerkens Bürgermeisterin Iris Itgenshorst (5.v.l.) und Paul Hoene, Bürgermeister der Gemeinde Wachtendonk und Vorsitzender der Leader-Region Lemini (6.v.r.), an die Organisatoren und Unterstützer des ersten „Cup der Vielfalt“. NN-Foto: Andrea Kempkens