Caritas Kleve bleibt wirtschaftlich stabil
Der Caritasverband Kleve blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück
KLEVE. Der Caritasverband Kleve hat das Jahr 2025 mit einem Überschuss von 662.832,93 Euro abgeschlossen. Damit steht der Verband wirtschaftlich weiterhin solide da. Auf der jüngsten Delegiertenversammlung ging es jedoch nicht nur um Zahlen. Mit Martina Hoferichter und Holger Hagemann stellte sich auch das neue Vorstandsteam den Delegierten vor. Beide stehen vor der Herausforderung, den Verband durch eine Zeit zu führen, in der steigende Personalkosten, Veränderungen in der Pflegefinanzierung und wachsende Anforderungen an die sozialen Dienste zusammenkommen. „Das werden wir meistern“, sagen die beiden.
Doch von Anfang an: Ulrich Bergmann, der Vorsitzende des Caritasrates, begrüßte die Delegierten und würdigte die Entwicklung des Verbandes. Er sprach von der Caritas Kleve als dem „besten Caritasverband in der Region“. Dies sei vor allem der Verdienst der Mitarbeitenden, die eine hohe Qualität ihrer Arbeit sicherstellten und ein großes Vertrauen in der Bevölkerung genössen. Zur Arbeit des Caritasrates, der an diesem Abend einstimmig entlastet wurde, sagte Ulrich Bergmann: „Wir haben wichtige Entscheidungen getroffen und den Verband auf ein stabiles Fundament gestellt.“ Dazu gehörten mit der Fertigstellung des Erweiterungsbaus in Kleve und der neuen Satzung vor allem die Entscheidung über die künftige Führung des Verbandes. Für die Vorstandswahl hatte es 18 Bewerbungen gegeben. Eine Auswahlkommission, bestehend aus Vertretern der Delegiertenversammlung und des Caritasrates sowie einer externen Beratung begleitete das Verfahren. Am Ende entschied sich der Caritasrat einstimmig für Martina Hoferichter und Holger Hagemann.
Gute Zahlen trotz hoher Belastungen
Wirtschaftlich steht der Caritasverband Kleve weiterhin solide da. So stiegen die Erträge von 32,3 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 34,0 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Gleichzeitig erhöhten sich die Personalaufwendungen von 26,4 auf 27,7 Millionen Euro. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BPG Münster erteilte dem Jahresabschluss einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Auch die Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung führte zu keinen Beanstandungen.
Die positive Entwicklung zeigt sich auch bei den einzelnen Fachbereichen. Die Erlöse in der „Pflege und Gesundheit“ stiegen auf rund 12,65 Millionen Euro, im Bereich „Kinder, Jugend und Familie“ auf knapp 15,96 Millionen Euro. Bei den „Sozialen Hilfen“ beliefen sie sich auf rund 5,07 Millionen Euro. Insgesamt beschäftigte der Verband Ende 2025 759 Menschen, das sind 38 mehr als ein Jahr zuvor. „Wir wachsen eher in den Bereichen, in denen nicht ausschließlich Fachkräfte arbeiten, zum Beispiel in der OGS und Schulbegleitung“, erklärte Rainer Borsch. Trotz der Investitionen der vergangenen Jahre ist der Verband finanziell handlungsfähig geblieben. Allein der Neubau an der Hoffmannallee kostete rund 3,66 Millionen Euro. „Das war eine große Investition mit einem hohen Eigenanteil, ohne dass wir in Schwierigkeiten geraten sind“, sagte Rainer Borsch. Die Liquidität des Verbandes ist nach wie vor gut.
Neue Doppelspitze vor großen Aufgaben
Mit Martina Hoferichter und Holger Hagemann übernimmt nun ein gleichberechtigtes Vorstandsteam die Verantwortung. Martina Hoferichter ist Diplom-Ökonomin und künftig unter anderem für die Zentralen Dienste sowie den Fachbereich „Kinder, Jugend und Familie“ zuständig. Holger Hagemann ist Diplom-Kaufmann und übernimmt die Bereiche „Soziale Hilfen“ und „Pflege und Gesundheit“. Darüber hinaus ist er Geschäftsführer der Caritas Altenhilfe St. Martinus gGmbH (CAM). Diese entwickelte sich im Jahr 2025 ebenfalls positiv.
Auf das neue Duo warten einige anspruchsvolle Aufgaben. In der ambulanten Jugendhilfe finden derzeit Verhandlungen mit den Jugendämtern über einheitliche Verträge statt. Auch die Zukunft der ambulanten Wohnungslosenhilfe steht auf der Agenda. Besonders beschäftigt den Verband jedoch die geplante Neuordnung der Pflegefinanzierung. Der Referentenentwurf für ein Pflegeneuordnungsgesetz sieht Veränderungen bei der Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung vor. Unter anderem könnten Tarifsteigerungen künftig nicht mehr vollständig refinanziert werden. Gleichzeitig bringt die AVR 2027 für viele Mitarbeitende der Caritas jedoch höhere Vergütungen mit sich. „Wir wissen, dass die Aufgaben nicht kleiner werden. Aber wir gehen diese Aufgaben gemeinsam an“, sagt Martina Hoferichter. Als bisherige Leiterin der Zentralen Dienste kennt sie die wirtschaftliche Situation des Verbandes genau. Gemeinsam mit Holger Hagemann will sie den Caritasverband durch diese Veränderungen führen. Ihr Signal an die Mitarbeitenden und Delegierten lautet: „Wir werden das meistern.“
Björn Benning ist neues Mitglied des Caritasrates. Der 48-jährige Klever folgt auf Norbert Lamers (69) aus Goch, der dem Gremium seit November 2008 angehörte. Zuvor war Lamers von Mai 1992 bis November 2008 Mitglied des ehrenamtlichen Vorstandes des Caritasverbandes. Im November 2025 wurde er mit einer kleinen Feierstunde verabschiedet. Björn Benning wurde in der März-Sitzung in den Caritasrat gewählt und zugleich in den Aufsichtsrat der Caritas Altenhilfe St. Martinus gGmbH (CAM) berufen. Der gelernte Bürokaufmann und Bilanzbuchhalter (IHK) ist seit Juli 2020 Geschäftsführer der Bruderschaft zu Unserer Lieben Frau gGmbH in Goch.
Vorstand Rainer Borsch gab auf der Delegiertenversammlung einen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung des Verbandes. Foto: Caritas Kleve