Das Deutsch/Britische Pionierbrückenbataillon 130 aus Minden (NRW) bei der Verlegung von Material über einen Gewässerabschnitt. Foto: Bundeswehr/Marco Dorow
16. Juni 2025 · Niederrhein

Bundeswehr führt multinationale Übung am Niederrhein durch

Pioniere üben Rheinüberquerung und die Luftwaffe den Objektschutz

KREIS KLEVE. Vom 26. bis 29. Juni führt die Bundeswehr am Niederrhein zwischen Reichswald und Kalkar-Hönnepel eine große, multinationale Übung namens „Grand Crossings 2025“ durch. Das Deutsch/Britische Pionierbrückenbataillon 130 aus Minden (NRW) verfügt als einziger Verband in der Bundeswehr über die Fähigkeit, schwimmende Brücken zu bauen. Durch den Einsatz solcher Brücken werden Gewässerübergänge ermöglicht und die Möglichkeit für Gefechtsfahrzeuge geschaffen, breite Gewässer zu überwinden. Die Pioniere sind so in der Lage, Gefechtsfahrzeuge bis zu einem Gewicht von 100 Tonnen zu transportieren.

Für das binationale Bataillon, verstärkt durch eine niederländische und eine italienische Schwimmbrückenkompanie, steht unter anderem eine Verlegeübung und das Sicherstellen von Gewässerübergängen über Rhein und Weser auf dem Programm. Die Aufgabe bei dieser Übung ist dabei besonders herausfordernd. Es gilt, die rund 1.200 Soldatinnen und Soldaten aus vier Nationen mit über 500 Rad- und Kettenfahrzeugen so miteinander zu vereinen, dass ein reibungsloses Zusammenspiel erreicht wird und zeitgleich die Schifffahrt auf Rhein und Weser möglichst nicht beeinträchtigt wird.

Bei der vorbereitenden Aufklärung wichtiger Geländeabschnitte werden die Pioniere bereits im Vorfeld durch Kampfflugzeuge der Luftwaffe unter Führung des Kalkarer Air Component Command unterstützt.

Alle Anwohner werden um Verständnis und besondere Vorsicht, beginnend am 26. Juni in den Abendstunden gebeten, da es bis zum Abend des 29. Juni vermehrt zu Fahrzeugkolonnen im Übungsgebiet kommen kann. Interessierte Zuschauer haben die Möglichkeit, einen der Höhepunkte der Übung, das Übersetzen über den Rhein, am Samstag, den 28. Juni von den Rheinwiesen in der Nähe des Mahnensees auf der Reeser Rheinseite zu beobachten. Der linksrheinische Bereich hingegen, rund um das Wunderland Kalkar, wird nur sehr eingeschränkt befahrbar sein.

Unmittelbar vorher führt die Luftwaffe in Kalkar ebenfalls eine Übung durch: Um im Falle einer Verschärfung der sicherheitspolitischen Lage und damit verbundenen zunehmenden Vorfällen von Spionage und Sabotage im Ernstfall entgegenwirken zu können, wird der Schutz der Liegenschaften im Uedemer Hochwald in Marienbaum, auf dem Uedemer Rotherberg und Monreberg trainiert. Dabei wird eine akute Bedrohung simuliert und es kann zu erhöhter Lautstärke und einem größeren Aufkommen von militärischen Fahrzeugen ab dem 23. Juni kommen. Ende der Übung wird hier der 26. Juni um 12 Uhr sein.

Das Übungsgebiet am Niederrhein zwischen Kalkar- Hönnepel und Rees- Reeserward. Karte: Bundeswehr

Das Übungsgebiet am Niederrhein zwischen Kalkar- Hönnepel und Rees- Reeserward. Karte: Bundeswehr

Das Deutsch/Britische Pionierbrückenbataillon 130 aus Minden (NRW) bei der Verlegung von Material über einen Gewässerabschnitt. Foto: Bundeswehr/Marco Dorow