Kenan Araca ist vor allem am Thema Bildung interessiert. NN-Foto: Rüdiger Dehnen
7. Februar 2026 · Kleve

Bildung als Zentralmotiv

Kenan Aracan ist in Kleve geboren und aufgewachsen: „Das ist meine Stadt“

KLEVE. Kenan Araca ist 26 und von Beruf Apotheker. Sein Arbeitsgebiet: Arzneimittelsicherheit und Zulassung. Araca hat acht Geschwister. Er ist kurdischer Jeside – geboren und aufgewachsen in Kleve.

Seit 2001 ist der Mitglied der SPD. „Meine Eltern haben immer SPD gewählt“, sagt er. Dass Araca jetzt Mitglied im Ausschuss für Chancengleichheit und Integration ist, hat aus seiner Sicht auch etwas mit politischer Verantwortung zu tun. „Ich bin in Kleve aufgewachsen und zur Schule gegangen. Das ist meine Stadt.“ Wenn Araca an den Ausschuss denkt und daran, was er bewegen möchte, ist Bildung ein zentraler Begriff. Bildung, sagt er, sei eine Art „Gleichmacher“. Araca meint das positiv – ganz im Sinne von Chancengleichheit. Diskriminierung hat er nie erlebt, „aber nach der Grundschule habe ich erst einmal eine Hauptschulempfehlung bekommen“. Von der Hauptschule ging er zur Realschule, dann machte er am Weißen Tor sein Fachabitur. „Natürlich kann es sein, dass die Lehrer auf der Grundschule dachten: Vielleicht schafft der das nicht. Ob dann da der Migrationshintergrund eine Rolle spielte? Wer will das sagen?“ Araca jedenfalls hat bewiesen, dass er mehr drauf hatte. „Eben aus diesem Grund ist es mir sehr wichtig, den Menschen mit Migrationshintergrund die Bedeutung von Bildung vor Augen zu führen. Auch Mehrsprachigkeit ist ja ein nicht zu unterschätzender Faktor.“ Natürlich spricht Araca auch Kurdisch. „Wenn wir Geschwister uns unterhalten, tun wir das auf Deutsch. Mit meinen Eltern spreche ich meist Kurdisch.“ Welche Möglichkeiten er zusammen mit den anderen Ausschussmitgliedern am Ende haben wird, muss sich zeigen. Für Araca ist es „das erste Mal“, obwohl er dem Stadtrat schon vorher als sachkundiger Bürger zur Verfügung stand. „Ich denke, dass der Ausschuss als eine Art Hinweisgeber für den Rat fungiert.“ Dass nur Menschen mit Migrationshintergrund wahlberechtigt sind, wenn es um den Ausschuss geht, kann Araca nicht wirklich verstehen. „Ich finde, dass jeder Bürger die Möglichkeit haben sollte, mitzuentscheiden, wer am Ende Ausschussmitglied ist. Das würde dieses Gremium ja auch mehr ins Gespräch bringen.“

Der Ausschuss: Bei der letzten Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen wurden nicht nur Vertreter für Gemeinden, Städte und Kreise, Bürgermeister und Landräte gewählt – es wurde auch über die Zusammensetzung der Integrationsräte entschieden. In Kleve gibt es zehn direkt gewählte Mitglieder, die wir unseren Lesern in einer Serie vorstellen. Das sind: Bassam Alkhouri (Liste Mifgash); Kenan Araca (Liste SPD); Jawad Azizi (Liste Grüne); Hamid Benbouazza (Liste SPD); Katharina Dahlmann (Liste AfD); Yuliya Görtz (Liste AfD); Muhammad Idrees (Einzelbewerber); Alina Mykhailenko (Liste Grüne); Emine Polat (Liste SPD); Abdul Shaaban (Liste OK).

Kenan Araca ist vor allem am Thema Bildung interessiert. NN-Foto: Rüdiger Dehnen