Stefan Ventzke (Projektleiter Betuwe-Ausbau), Rainer Benien (Bürgermeisterkandidat), Silvia Blum (Inklusionsbeirat Wesel), Norbert Schilff (Erster Bürgermeister Stadt Dortmund), Frank Meier (Inklusionsbeirat Wesel) und Maksim Bondarenko (Vorsitzender SPD Wesel-Mitte, Büderich, Ginderich; v.l.) tauschten sich aus. Foto: SPD.
30. Juli 2025 · Wesel

Betuwe: SPD Wesel spricht mit Bürgern und Bahn

Info-Veranstaltung informiert zum aktuellen Stand der Betuwe-Baustelle

WESEL. Rund 80 Wochen Bauzeit – und die Hälfte ist geschafft: Im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung diskutierte die SPD Wesel vergangene Woche gemeinsam mit Bahn-Projektleiter Stefan Ventzke, dem SPD-Fraktionschef im VRR und Ersten Bürgermeister der Stadt Dortmund Norbert Schilff sowie Bürgermeisterkandidat Rainer Benien über den aktuellen Stand der Großbaustelle Betuwe-Linie und die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs. Über 50 Bürger nutzten die Gelegenheit, ihre Fragen und Sorgen direkt an die Verantwortlichen zu richten.

Im Mittelpunkt standen dabei vor allem die massiven Einschränkungen rund um den Bahnhof Wesel. Die langanhaltende Sperrung der Strecke, die Vollsperrung der Kurt-Kräcker-Straße sowie der Wegfall des Fußgängertunnels sorgen für erhebliche Umwege. Besonders Pendlerinnen und Pendler sind betroffen. Ein zentraler Kritikpunkt: Der Schienenersatzverkehr verlängert den täglichen Arbeitsweg enorm. Eine Teilnehmerin berichtete, dass sie früher 45 Minuten zur Arbeit gebraucht habe – jetzt dauere die einfache Strecke mitunter zwei Stunden. Viele bezeichneten das als unzumutbar.

Auch der Wegfall des Service-Centers der Deutschen Bahn am Bahnhof Wesel wurde deutlich kritisiert. Besonders für mobilitätseingeschränkte Menschen fehle damit ein wichtiger Anlaufpunkt. Der Inklusionsbeirat der Stadt Wesel nahm an der Veranstaltung teil und übergab Stefan Ventzke einen Brief, in dem er die Schließung kritisierte und auf die besondere Bedeutung persönlicher Ansprechpartner vor Ort für Menschen mit Beeinträchtigungen hinwies.

Projektleiter Stefan Ventzke verteidigte den bisherigen Verlauf der Bauarbeiten: Man liege im Plan und sei guter Dinge, alles wie vorgesehen umzusetzen. Die eigentliche Herausforderung liege jedoch in der praktischen Umsetzung. Es gebe beispielsweise kaum Baufirmen, die bereit seien, rund um die Uhr zu arbeiten – das ist ein strukturelles Problem auf dem Markt, nicht mangelnder Wille.

Auch strukturelle Probleme auf Verwaltungsebene wurden thematisiert. Norbert Schilff kritisierte die frühere Aufteilung in mehrere Zweckverbände: „Viel Bürokratie, wenig Abstimmung – das hat Prozesse verzögert. Die Überführung der NVN in den VRR ist ein wichtiger Schritt für mehr Effizienz, stärkere Mobilität und finanzielle Entlastung.“

Der Bürgermeisterkandidat Rainer Benien zog ein positives Fazit aus der Veranstaltung: „Dass sich so viele Menschen beteiligt haben, zeigt, wie sehr das Thema den Alltag vieler bewegt. Der direkte Austausch ist wichtig – für Lösungen, aber auch für Verständnis.“

Die SPD Wesel kündigte an, die Anregungen aus der Veranstaltung mitzunehmen und den Dialog mit den Bürgern fortzusetzen.

Stefan Ventzke (Projektleiter Betuwe-Ausbau), Rainer Benien (Bürgermeisterkandidat), Silvia Blum (Inklusionsbeirat Wesel), Norbert Schilff (Erster Bürgermeister Stadt Dortmund), Frank Meier (Inklusionsbeirat Wesel) und Maksim Bondarenko (Vorsitzender SPD Wesel-Mitte, Büderich, Ginderich; v.l.) tauschten sich aus. Foto: SPD.