Betuwe-Ausbau: Finale Vollsperrung steht an
Endspurt am Niederrhein: 80-wöchiger Baumarathon zwischen Emmerich und Oberhausen steht kurz vor dem Abschluss
EMMERICH/REES. Die heiße Phase beginnt: Die DB InfraGO steht kurz vor der finalen Vollsperrung im 80-wöchigen Baumarathon auf der Bahnstrecke zwischen Emmerich und Oberhausen. Seit November 2024 hat das Projektteam für den dreigleisigen Ausbau ein großes Bauvolumen gebündelt. Dabei haben die Bauleute bisher 17,5 Kilometer Gleis neu gebaut, 25,5 Kilometer neue Oberleitung installiert, vier neue Bahnsteige in Betrieb genommen und auf neun Kilometern neue Schallschutzwände aufgestellt. Hinzu kommt die Erweiterung beziehungsweise der Neubau von 21 Brücken und die Beseitigung von fünf Bahnübergängen. Die Bauarbeiten liegen damit weiterhin voll im Plan.
Projektleiter Stefan Ventzke berichtet: „Hinter meinem Team und mir liegen intensive, ereignisreiche und erfolgreiche 17 Monate. So kurz vor Schluss ist die Anspannung noch mal groß, denn wir wollen die Strecke für die Fahrgäste natürlich pünktlich in Betrieb nehmen. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch die letzte Vollsperrung in dieser Bauphase gut meistern werden und die Züge am 18. Mai wieder rollen können.“
Haldern: Neubau der Eisenbahnüberführung Bahnhofstraße im Fokus
Um die vorhandenen Sperrzeiten bestmöglich zu nutzen, sind die Fachleute in allen Bauabschnitten entlang der Strecke aktiv. In Haldern liegt der Fokus weiterhin auf dem Neubau der Eisenbahnüberführung an der Bahnhofstraße: Die Unterwasserarbeiten für den Aushub der Baugrube und die Betonage der Baugrubensohle stehen hier kurz vor dem Abschluss.
Zwischen Emmerich und Oberhausen hat das Team im vergangenen Jahr an der Modernisierung von etwa 30 Kilometern Gleis zwischen der niederländischen Grenze und dem Bahnhof Wesel gearbeitet. Mit Hilfe eines Gleisumbauzugs wurden hier in kürzester Zeit die alten Schienen und Schwellen ausgebaut und die Neuen verlegt. Die Gleisarbeiten sowie die Erneuerung von vier Weichen hat das Team im Spätsommer 2025 abgeschlossen und ist hierbei auch deutlich unter dem angesetzten Kostenrahmen geblieben.
Während der vierwöchigen Vollsperrung der Strecke ab Montag, 20. April, setzt das Projektteam noch Arbeiten an diversen Punkten entlang der Strecke um. Dazu zählen unter anderem weiteren Gleisbauarbeiten. In Haldern steht der Abschluss der Arbeiten am Bahnsteig 2 auf dem Programm, in Emmerich finden Kampfmittelsondierungen statt.
Betuwe-Ausbau: Rückbau von Bahnübergängen in Emmerich
Auch nach dem Ende der intensiven Bauphase laufen die Arbeiten für den dreigleisigen Ausbau weiter. Im November werden die Bauleute während einer einwöchigen Sperrpause unter anderem die Bahnübergänge Kerstenstraße und Schwarzer Weg in Emmerich zurückbauen.
Ab 2027 werden die Bauarbeiten vorerst „unter rollendem Rad“, also außerhalb von Sperrungen der Bahnstrecke weitergeführt. Auch ohne Sperrzeiten wird das Team zahlreiche wichtige Meilensteine für den Ausbau erreichen. Die sperrpausenrelevanten Arbeiten werden aktuell neu eingetaktet.
Für den Raum Emmerich-Rees liegen dem Projekt aktuell sieben von zwölf Planfeststellungsbeschlüssen des Eisenbahn-Bundesamtes vor. Für knapp die Hälfte der Strecke steht noch die offizielle Baugenehmigung aus. „Erst mit dieser rechtlichen Grundlage kann die DB den Ausbau nördlich von Wesel weiter vorantreiben und seriös ein Datum für den Abschluss des Ausbauprojekts benennen“, erläutert eine Bahnsprecherin.
Für die ausstehenden Planfeststellungsbeschlüsse laufen aktuell noch die Verfahren beim Eisenbahn-Bundesamt. Die Erörterungstermine und Anhörungsverfahren sind für alle Planfeststellungsabschnitte abgeschlossen. Aktuell prüft das Eisenbahn-Bundesamt alle Sachverhalte und erlässt im Nachgang die Beschlüsse.
Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.emmerich-oberhausen.de.
in Haldern stehen die neuen Lärmschutzwände bereits, die Arbeiten am Bahnsteig 2 stehen vor dem Abschluss. NN-Foto: Michael Bühs