Besuch beim Zootier des Jahres
Der Kranenburger Prinz auf Stippvisite im Klever Tiergarten: Wenn die Kraniche zum Kranich kommen
KRANENBURG/KLEVE. Martin Polotzek verschickt regelmäßig Pressemitteilungen. Ach ja – sollte jemand noch nicht wissen, wer Martin Polotzek ist: Er ist der Chef des Klever Tiergartens.
Kürzlich kam eine neue Meldung. Überschrift: „Der Kronenkranich ist des Zootier des Jahres 2026“. Haltstopp: Kronenkranich? Da ist doch der Weg nach Kranenburg nicht weit. Und nicht nur das. Heißt denn nicht der dort ansässige Karnevalsverein „Krunekroane“? Und ist denn nicht Krunekroane das niederländische (oder plattdeutsche) Gegenstück zum Kronenkranich?
Anruf bei Dirk Willemsen, dem Kranenburger Karnevalsurgestein. „Sag mal Dirk, wäre es nicht super, wenn der Kranenburger Prinz nebst Gefolge einen Besuch im Tiergarten machen würde – von wegen Kronenkranich und so?“ Willemsen: „Ich ruf‘ sofort den Prinz an.“Und der Schreiber fragt mal beim Martin (Polotzek) nach, ob da Interesse bestünde. Polotzek findet die Idee super. Also: Terminsuche. Der Prinz möchte den ganz großen Bahnhof bauen: „Da komm ich mit Garde und den Tanzgarden. Wär‘ das was?“ Ja, das wär‘ was. Frage an den Martin: „Habt ihr denn einen Kronenkranich?“ Antwort: „Noch nicht. Aber wir könnten ja schon mal das künftige Gehege besichtigen.“ Und bis der echte Kronenkranich eintrifft, einfach die krunekroaneliglich-karnevalistische Abordnung – quasi in Vertretung – ins Gehege sperren? Das geht natürlich mal überhauptsnicht. Prinz und Gefolge würden beim Rathaussturm und dem Frühschoppenzug schmerzlich vermisst. Immerhin: Die prinzliche Abordnung hat – oohwiesüüüß – nicht nur einen Stoffkranich dabei.
Aber vielleicht etwas anderes. In der Zootierdesjahrespressemeldung heißt es: „Der Kranich ist für seine goldene Federkrone, den eindrucksvollen Tanz und seinen Ruf bekannt.“ Also wie wär‘s denn mit einem eindrucksvollen Krunekroaneprinzentanz?
Aber: Vielleicht den Dirk mal fragen, ob er eine Zeichnung macht. „Machst du eine Zeichnung?“ „Klar. Mach ich.“
Ein Kronenkranich im Prinzengewand. Und dann der hochprinzliche Besuch in der animalischen Wirklichkeit des Tiergartens. Das ganz große Besteck. Und der Martin führt dann alle kurz mal eben durch den Tiergarten. Bei den Straußen erklärt der Martin, dass die schnellsten Vögel die wenigsten Zehen haben: zwei nur. „Die schaffen bis zu 70 Stundenkilometern.“ „Dann sollen die mal nicht bei uns durchs Dorf laufen“, sagt einer, „sonst werden die noch geblitzt.“Ganz hoch im Kurs: die Poitou-Esel. Der Martin bietet an: Gruppenfoto im Eselgehege mit Prinz und Gefolge. Das kommt an. Und natürlich macht der Witz die Runde, dass man die beiden – den Prinz und den Poitou-Esel – kaum auseinanderhalten kann. Der Zeitzeuge sagt: Kann man wohl. Der Esel hat keine Kappe mit Federn.
Der Martin hat, da der Tiergarten noch nicht über lebende Kronenkraniche verfügt, aber mal ein Poster mitgebracht und gaaaanz viele Kronenkranichaufkleber.
Nach einer Stunde ist dann Abschiedszeit. Aufstellen zum großen Foto vor dem Eingang. Bitte recht freundlich. Orden für den Martin. Großes Dankeschön dazu. Der Martin wünscht viel Spaß beim Karnevalsendspurt. Die Kranenkronische Karnevalsabordnung schwärmt Richtung Bus. Man sieht sich.
Charmanter geht nicht. Der Plakatkranich, der Maskottchenkranich und Teile der Tanzgarde. NN-Foto: HF Foto: Heiner Frost
Der Kronenkranich aus Karrikaturistensicht. NN-Foto: HF
Undjetztabermalallehierhergucken. Die krunekoanigliche Prinzenabordnung zu Besuch beim Wappentier, das zum einen Zootier des Jahres und zum anderen noch nicht in Kleve ist. Macht nix. Spaß war trotzdem. NN-Foto: HF