Vertreter der Städtischen Realschule Kalkar, der Gemeinschaftspraxis am Monreberg und der Wirtschaftsförderung Kalkar stellten das Konzept von „Berufe LIVE im Betrieb 2024“ vor, das am Abend des 11. Septembers umgesetzt wird.Foto: WiFö Kalkar/MVO
30. August 2024 · Kalkar

Berufe in der Praxis erleben

Kalkarer Realschüler besuchen am 11. September Kalkarer Betriebe, um Ausbildungen kennenzulernen

KALKAR. Im Berufsdschungel fällt die Orientierung erstmal schwer. Da hilft auch die graue Theorie nur bedingt weiter. Die Wirtschaftsförderung Kalkar geht deshalb gemeinsam mit der Städtischen Realschule einen anderen Weg: Sie lädt die 34 Neuntklässler am Mittwoch, 11. September, direkt in mehrere Kalkarer Betriebe ein, damit diese ihre Ausbildungsgänge den jungen Leuten praxisnah vorstellen können. „Dieses Konzept hat sich bewährt“, sagt Kalkars Wirtschaftsförderer Bruno Ketteler.

„Berufe live“, wie die Wirtschaftsförderung Kalkar dieses Angebot nennt, ist 2018 an der Städtischen Realschule Kalkar gestartet. Damals kamen aber die Bestriebe noch klassisch in die Schule und erklärten den Schülern, welche Ausbildungen sie anbieten. Schon bald nach der Premiere änderte die Wirtschaftsförderung jedoch das Konzept und die Unternehmen luden die Schüler in ihre Betriebe ein. „Die Unternehmen waren dem sehr aufgeschlossen gegenüber und nach dem ersten Feedback-Gespräch waren beide Seiten – Unternehmen und Schüler – auch sehr angetan davon“, berichtet Ketteler. Deshalb werden auch am 11. September die Schüler wieder die Unternehmen vor Ort aufsuchen.

Auch wenn es sich bei „Berufe live“ um eine abendliche Pflichtveranstaltung handelt, seien die Schüler mit Begeisterung dabei. „Sie können in den Betrieben eine ganz andere Atmosphäre wahrnehmen. Sie riechen in der Werkstatt das Öl oder in der Arztpraxis das Desinfektionsmittel“, sagt Realschul-Schulleiter Tilmann Latzel. Lehrerin Wina Ridder kann dies nur bestätigen: „Die Schüler lassen dafür sogar gerne abends ihr Fußball-Training ausfallen – und es macht auch uns Lehrern Spaß, sie dabei zu begleiten.“

„Berufe live“ wird an der Städtischen Realschule Kalkar in der neunten Klasse im Rahmen von „Berufsorientierung in der Schule“ angeboten, zudem vor den Osterferien auch ein dreiwöchiges Praktikum gehöre. „Berufe live“ biete dabei aber schon ein erstes hilfreiches Reinschnuppern in die Berufswelt mit all ihren Möglichkeiten. „Die Schüler geben dazu im Vorfeld drei Wünsche an, wo sie den Abend verbringen möchten“, sagt Ridder. Von 18 bis 19 Uhr und von etwa 19.30 bis 20.30 Uhr erhalten die Schüler dann einen wertvollen Einblick in den teilnehmenden Betrieben: dem IT-Dienstleister Klesys, die Tischlerei Werk², Landmaschinen van Laak, Paeßens Zahnwelten, Wolters Nutzfahrzeuge und die Gemeinschaftspraxis am Monreberg. „Diese sind auch immer richtig gut auf die Schüler eingestellt und haben meist eine kleine Aufgabe für sie vorbereitet“, sagt Ketteler. Nicht nur Kalkars Bürgermeisterin Britta Schulz findet diese Vorgehensweise „deutlich besser, weil sie weggeht von der Theorie. Da steht nicht nur einer vorne und erzählt, während alle anderen sitzen, sondern sie riechen wirklich das Öl oder das Desinfektionsmittel vor Ort. Sie bekommen die Realität hautnah mit.“ Für Ausbildungsbetriebe sei es zudem eine gute Möglichkeit, sich zu präsentieren und den Schülern die Auswahl ihrer Berufe vorzustellen. Berufe, von denen mancher Schüler vorher vielleicht noch gar keine Kenntnis hatte.

Einer der teilnehmenden Betriebe ist die Praxis am Monreberg. Pamela Nüße, eine von drei Allgemeinmedizinerinnen in der Gemeinschaftspraxis, findet das Angebot von „Berufe live“ nicht nur als Unternehmerin, sondern auch als Mutter gut. „Die Auswahl an Berufen ist sehr groß und ,Berufe live‘ eröffnet den Schülern ein breiteres Spektrum“, sagt Nüße. Das sei allein mit dem Pflichtpraktikum in der Schule nicht zu schaffen. Auszubildende Oliwia Wilkus, die sich derzeit im zweiten Lehrjahr zur medizinischen Fachangestellten (MFA) befindet, hat sich zunächst auch mehrere Berufe angesehen: „Ich habe ein Praktikum im Kindergarten und im Altenheim gemacht. Da wusste ich schon, dass ich mich für einen Beruf mit Menschen interessiere. Meine erste Bewerbung zur MFA hatte dann direkt Erfolg.“ Allgemeinmedizinerin Nüße kann nur bestätigen, dass diese Ausbildung für Wilkus die richtige Wahl war: „Sie macht das sehr gut und ist einfach mit Herzblut dabei.“ Und das sei bei der Wahl des (Traum-)Berufes doch das Wichtigste.

Sabrina Peters

Vertreter der Städtischen Realschule Kalkar, der Gemeinschaftspraxis am Monreberg und der Wirtschaftsförderung Kalkar stellten das Konzept von „Berufe LIVE im Betrieb 2024“ vor, das am Abend des 11. Septembers umgesetzt wird.Foto: WiFö Kalkar/MVO