Erst mal ein Nickerchen machen: Die sechs kleinen Ferkel nach der Geburt. Foto: Tiergarten Kleve
11. April 2022 · Kleve

Bentheimer Landschweinen freuen sich über Nachwuchs

„Süße Schweinerei“ im Klever Tiergarten: Sechs Ferkel geboren

KLEVE. Passend zu dem frühlingshaften Wetter freut sich der Tiergarten Kleve erneut über Nachwuchs bei einer stark gefährdeten Nutztierrasse: Am vergangenen Freitag wurden sechs Ferkel bei den Bentheimer Landschweinen geboren, die bereits Publikumslieblinge sind.

„Als Zoo, der sich derzeit im Wandel zu einem modernen Natur- und Artenschutzzentrum befindet, freuen wir uns besonders über die sechs Ferkel bei den stark gefährdeten Bentheimer Landschweinen“, berichtet Tiergartenleiter Martin Polotzek. „Die kleinen Ferkel sind mit ihrem wunderschönen Muster und dem interessanten Verhalten nicht nur unheimlich lieb anzuschauen, sie leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Erhaltungszucht dieser stark gefährdeten Schweinerasse.“

Ursprünglich wurde das Bentheimer Landschwein in der Mitte des 19. Jahrhunderts in der Grafschaft Bentheim sowie im Emsland in Niedersachen gezüchtet. Die zahlreichen Flecken brachten der Rasse schnell auch den Namen „Buntes Bentheimer Schwein“, welches nicht nur aufgrund seiner Farbe, sondern auch zahlreicher weiterer Eigenschaften so besonders ist. Polotzek: „Das Bunte Bentheimer Schwein gilt als sehr robuste und umgängliche Schweinerasse, die im Vergleich zu anderen Rassen sehr stressresistent ist. Da es zudem auch noch sehr genügsam ist und über eine hohe Fruchtbarkeit verfügt, gilt es als genetisch wertvolle Schweinerasse, weswegen wir uns so sehr um dessen Erhalt bemühen.“ Aktuell wird das Bunte Bentheimer Schwein von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) in Kategorie II als „stark gefährdet“ eingestuft.

Durch das Wirtschaftswunder ändert sich auch der Konsumentenwunsch und somit auch die Schweinezucht. „Auch, wenn Bentheimer Landschweine gesundes Fett mit vielen ungesättigten Fettsäuren enthalten, entspricht das Fleisch seit der Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr dem Konsumentenwunsch, der sich ein immer fettärmeres Fleisch wünscht. Dies hat dazu beigetragen, dass das Bentheimer Landschwein in den 1970er Jahren beinahe ausgerottet war und weltweit nur noch von einem einzigen Züchter gehalten wurde“, erklärt Tiergartenleiter Martin Polotzek. „Erst durch die Zucht in zoologischen Gärten und bei engagierten PrivathalterInnen konnte der Bestand wieder auf eine dreistellige Zahl wachsen. Daher ist diese Rasse ein schönes Beispiel, wie wichtig die Erhaltungszucht in Zoos ist und dass auch so süße Ferkel einen wichtigen Teil zum Erhalt ihrer Rasse leisten können.“

Wer den Nachwuchs bei den stark gefährdeten Bentheimer Landschweinen im Tiergarten Kleve sehen möchte, kann das täglich von 9 bis 18 Uhr tun. Außerdem gibt es derzeit noch weitere Jungtiere bei Zwergottern, Rindern und Schafen sowie die Neuzugänge bei den Erdmännchen zu erleben. Weitere Informationen unter www.tiergarten-kleve.de.

Erst mal ein Nickerchen machen: Die sechs kleinen Ferkel nach der Geburt. Foto: Tiergarten Kleve