"Musikkreis Veert verneigt sich nach Konzert, Applaus, Foto: H.J.Windeln"
3. Oktober 2026 · Geldern

Begeisterung nach dem Kaffee-Konzert auf Haus Ingenray

Musikkreis Veert spielte klassische Werke / 610 Euro für den guten Zweck gesammelt

PONT. In der umgebauten ehemaligen Remise des Herrenhauses Ingenray hat zuletzt wieder das beliebte Kaffee-Konzert des Musikkreises Veert stattgefunden. Dieser Raum ist dank seiner Ausstattung für derartige Veranstaltungen ideal ausgerüstet.

Beatrix Meuskens begrüßte als dritte Vorsitzende des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend die Gäste im voll besetzten Saal. Dank sorgfältiger Planung fand jeder angemeldete Gast seinen Platz. Einige Zuhörer konnten nicht mehr an den mit Gebäck und Getränken gedeckten Tischen sitzen, bedienten sich aber von den Ersatzstühlen an den Seiten aus.

Das musikalische Programm war sehr abwechslungsreich ausgewählt. Die Laienmusiker spielten unter anderem Werke von Bach, Händel, Brahms, Dvorak und Mendelssohn Bartholdy. Günther Petry als musikalischer Leiter des Ensembles führte mit humorvoller Moderation durch das Programm.

Den geschäftstüchtigen Telemann mit seiner königlich- prunkvollen Aufführung der Wassermusik oder den zunächst armen und um seine Anerkennung bemühten Dvorak konnte sich jeder anschaulich vorstellen.

Besonders eindrucksvoll waren die Demonstrationen. Man konnte zum Beispiel hören, wie Streichermusik ohne und mit Cembalo-Begleitung klingt. Oder wie die Rhythmen-Wechsel beim Slawischen Tanz von Dvorak gestaltet sind. Das Publikum konnte zwar nicht tanzen, aber mit Klatschen an einem kurzen Tonbeispiel den Wechsel vom langsamen zum schnellen „Dreier“ und umgekehrt begleiten.

Hohe Qualität

Das Orchester gestaltete die Musik in einer Qualität, die für ein Laienorchester nicht unbedingt zu erwarten ist. „Laut“ und „leise“ wurden schön herausgearbeitet. Die Flöte passte sich den Streichern gut an und gab dem Gesamtklang einen angenehmen, etwas weicheren Charakter. Die schwierigen Taktwechsel bei den ungarischen Tänzen bewältigte das Orchester auch ohne Dirigenten sehr gut.

Besonders einfühlsam begleitete das Ensemble den Solisten beim Viola-Konzert von Telemann. Man hörte und sah Petry förmlich an, wie unbeschwert er sein Musizieren dank der sicheren Begleitung gestalten konnte. Es war wie eine lockere und humorvolle „Unterhaltung“ zwischen Orchester und Solist.

Zum Schluss konnten die Zuhörer nach begeisterten Diskussionen je Tisch ein Stück auswählen, das als Zugabe gespielt werden sollte. Vor Dvorak ergab sich eine knappe Mehrheit für den ungarischen Tanz von Brahms.

Mit dem Choral „Verleih uns Frieden“ endete das gemütliche Kaffee-Konzert. Mehrere Besucher bestätigten, einmal für zwei Stunden ihre alltäglichen Sorgen vergessen zu haben.

In den Zylindern am Ausgang sammelte sich eine „Papierflut“ in Höhe von 610 Euro. Diese Spende wird der Unterhaltung des Hauses Ingenray zugutekommen.

Der Musikkreis Veert bedankt sich für den Applaus nach dem Konzert. Foto: H.J.Windeln