Buchcover "Beat J." von Vivian Menne über Mobbing, 16 Kapitel, Perspektivwechsel, Foto: Vivian Menne.
2. September 2026 · Issum

„Beat J.“: Roman aus Issum zur Prävention von Mobbing

Autorin Vivian Menne hofft, dass ihre Geschichte über Zusammenhalt und Selbstfindung Schulen erreicht

ISSUM. Vivian Menne aus Issum hat eine wichtige Botschaft: „Egal wie tief das Loch erscheint, es führt immer ein Weg heraus.“ Gemeint ist damit der Umgang mit Mobbing und wie es gelingt, in solch einer Situation nicht den Mut zu verlieren. Weil dieses Thema die 25-jährige auch persönlich beschäftigt, hat sie nun ein Buch geschrieben.

„Beat J.“ heißt der neue Roman rund um die Hauptfigur Vera, die der Autorin selbst nachempfunden ist. Noch heute hat Menne mit Ängsten in Verbindung mit Schule zu kämpfen. Alles noch Überbleibsel aus ihrer eigenen Schulzeit, die von Ausgrenzung und Hass geprägt war. Mit ihrer Figur Vera startete Menne einen Versuch noch einmal in die Welt von damals einzutauchen, das Geschehene zu verarbeiten und anderen Betroffenen wieder mehr Selbstvertrauen zu vermitteln. Menne träumt davon, dass ihr Buch im kommenden Schuljahr von Lehrkräften im Unterricht genutzt wird, um auf das Thema Mobbing aufmerksam zu machen.

Die Geschichte begleitet Vera und ihre Zwillingsschwester Verena durch innere und äußere Konflikte. Neben der typischen Selbstfindungsphase, durch die alle Jugendlichen gehen, müssen sie sich immer wieder auch gegenüber Mitschülern und vermeintlichen Freunden beweisen. „Freunde“ die sich dann doch gegen sie entscheiden, um selbst nicht ins Visier von Jenna B. zu geraten. Die Antagonistin wickelt andere um ihren Finger und bringt die eigentliche Clique der Zwillingsschwestern langsam dazu, sich von ihnen abzuwenden. „Die Geschichte steigt schon mitten in der Thematik ein. Vera war mit Jenna in einer Beziehung, doch Jenna hat sie nicht gut behandelt, weshalb sich die Clique regelmäßig über sie ausgelassen hat. Sie wurde nicht gemocht, doch hatte unglaublich viel Macht an der Schule. Sie konnte andere manipulieren und hat sehr erwachsen gewirkt. Man wollte nicht mit ihr im Konflikt sein. Deshalb wirkte sie weiter überall mit“ beschreibt Menne. Irgendwann kommt es zum Bruch: Als Verena ehrlich deutlich macht, was sie von Jennas Art hält, werden sie und Vera aus der Gruppe ausgeschlossen. Die Zwillinge halten zusammen. „Wir wollten keine Mitläufer mehr sein. Also haben wir beschlossen, dass wir lieber allein sind als mit der Gruppe“, ergänzt Menne als sie sich an ihre Schulzeit zurückerinnert. Alle Handlungen basieren auf einer wahren Begebenheit, so hat auch Vivian Menne eine Zwillingsschwester, zu der sie ein enges Verhältnis pflegt. Im Verlauf des Buches kommen noch weitere Aspekte des Mobbings hinzu.

Doch im Kern steckt mehr. „Es sollte keine traurige Geschichte werden, in der es nur um schwere Themen geht. Deshalb gibt es viele Appelle im Buch, die Betroffene ermutigen soll, ihre Perspektive zu ändern.“ Von der Opferrolle hin zu „Wir sind Gewinner“, weil man verstehen lernt, dass die Mobber eigentlich nur selbst sehr unzufrieden mit ihrem Leben sind, weil man es geschafft hat, sich selbst aus dieser Bedrohung zu befreien, keine „Pistole mehr auf der Brust hat“, wenn man so bleibt, wie man ist. Vivian Menne weiß, ohne ihr Schwester und den Rest der Familie im Rücken, würde sie vielleicht heute nicht hier sein. Doch gerade deshalb ist es ihr wichtig, diese Geschichte zu erzählen.

Der nächste Schritt besteht darin, ihre Lektüre Schulen für den Unterricht anzubieten. Sogar ein Begleitbuch für Lehrkräfte mit Fragestellungen und Lösungsansätzen hat Vivian Menne produziert. An ihrer alten Schule in Issum wurde das Buch bereits angenommen. Auch Schulen aus Xanten und Duisburg finden die Thematik wichtig und wollen in der nächsten Schulkonferenz über die Nutzung des Buches abstimmen. Da ihr Buch für den Englischunterricht vorgesehen und entsprechend in Englisch verfasst wurde, sieht Menne größere Chancen. „Im Deutschunterricht sind die Schullektüren im Lehrplan vorgegeben. Mir haben aber viele Englischlehrer versichert, dass sie die Bücher für ihren Unterricht frei auswählen.“ Aktuell besteht die Möglichkeit, das Buch bei Amazon für 10,22 Euro zu erwerben. Das Begleitbuch kostet 11,44 Euro.

Für Vivian Menne geht hier ein Traum in Erfüllung. Neben dem Schreiben arbeitet sie selbstständig als Illustratorin und hat beispielsweise auch das Cover von „Beat J“ selbst gezeichnet. Bei der Gestaltung legte sie Wert auf Tiefe. Für die Schule müsse es Analysepotenzial geben, sagt sie. „Im Buch ist jedem Kapitel eine bestimmte Blume zugeordnet. Diese sieht man auch auf dem Cover. Das ist kein Zufall, die Blumen sind extra ausgewählt und haben eine Bedeutung, die zum Inhalt passt“, betont Menne abschließend. In den nächsten Monaten sollen weitere Bücher folgen. Dann möchte sich die Autorin auch auf Kinderbücher fokussieren.

"Vivian Menne, 25, Autorin und Illustratorin, lächelnd im Atelier, umgeben von Zeichnungen und Büchern"

Vivian Menne ist 25 Jahre alt und neben ihrer Tätigkeit als Autorin ebenfalls selbstständig als Illustratorin. Foto: Vivian Menne

„Beat J.“ von Vivian Menne behandelt auf 16 Kapiteln das Thema Mobbing. Mit einem wertvollen Perspektivwechsel. Foto: Vivian Menne