Ausstellung in Kalkar: H. H. Zimmermann und die Kunst des perfekten Quadrats
Städtisches Museum und studio20.21 präsentieren konkrete Kunst ohne Zufall
KALKAR. Was ist eigentlich das perfekte Quadrat? Ein Quadrat sei dann perfekt, „wenn es sich vollständig in kleine Quadrate aufteilen lässt, wobei sich keine Größe dieser Teilquadrate wiederholen darf“, schreibt H. H. Zimmermann (der Künstler möchte nicht, dass seine beiden Vornamen namentlich genannt werden) in einem Begleittext zu seinem Kunstwerk „das perfekte Quadrat“. Denn „das perfekte Quadrat“ hat Zimmermann in gelber Farbe und mit feinen, dunklen Linien künstlerisch festgehalten. Dabei berücksichtigte Zimmermann auch, dass es kein „perfektes Quadrat“ mit weniger als 21 Teilquadraten geben kann. Am Samstag, 28. März, eröffnet H. H. Zimmermann seine beiden Ausstellungen „Das perfekte Quadrat“ im Städtischen Museum Kalkar sowie „Das konkrete Konzept“ in der Galerie / studio20.21 am Markt in Kalkar.
Die Ausstellungen haben zwar unterschiedliche Titel, zeigen aber ähnliche Werke aus Zimmermanns Sammlung. Denn der 1942 in Kalkar geborene Künstler, der zwar dem Niederrhein verbunden blieb, nicht aber in Kalkar aufwuchs, nimmt immer geometrische Formen wie etwa Quadrate, Dreiecke oder Rechtecke als Grundlage für seine Werke. Sie werden mit unterschiedlichen, meist gedeckten Farben, kunstvoll in Szene gesetzt. „Zimmermann arbeitet viel mit Licht und Schatten. Ich habe zudem selten Kunstwerke gesehen, in denen so penibel und solide gearbeitet worden ist“, sagt Galeristin Alexandra Bottenbruch.
Zimmermann habe „die konkrete Kunst als Konzept“ „sehr konventionell, sehr gewissenhaft und sehr durchdacht“ umgesetzt. „Da gibt es keine Zufälle – wie beim perfekten Quadrat“, ergänzt Bottenbruch, auch wenn sie zugeben muss: „Diese Kunst ist nicht jedermanns Geschmack. Es gibt einige, die sagen, ich brauche mehr Gegenständliches in der Kunst. Diese minimalistischen Formen von Zimmermann mit der sehr minimalistischen Farbpalette kommen – so ist meine Erfahrung – jedoch etwa bei Grafikern sehr gut an.“ Es sei eben eine Geschmackssache. Allerdings seien die Bilder Zimmermanns seit 1971 in vielen überregionalen Ausstellungen gezeigt worden – unter anderem in Köln, Frankfurt, Ingolstadt oder sogar in Baden in der Schweiz – und in öffentlichen Einrichtungen aufgrund ihrer fehlenden politischen Botschaften sehr gefragt.
Die Werke, die meistens in Acryl gehalten sind, werden vor allem im studio20.21 am Markt in Kalkar zu sehen sein. Denn aufgrund einer nächsten geplanten Ausstellung zeigt das Städtische Museum Kalkar Zimmermanns Bilder nur vom 28. März bis zum 7. April. Im studio20.21 kann die Ausstellung hingegen ab dem 28. März bis zum 17. Mai besucht werden. Die Werke stehen während der gesamten Ausstellungsdauer zum Verkauf. Ein Drittel der Erlöse fließt jeweils an das Städtische Museum und die Galerie studio20.21 zur Förderung kommender Projekte. Verkauftes wird umgehend aus der Präsentation genommen, wodurch sich die Ausstellung fortlaufend wandelt und Besucher immer wieder neue Arbeiten entdecken können.
Am Samstag, 28. März, wird zunächst um 17 Uhr die Ausstellung „das perfekte Quadrat“ von H. H. Zimmermann im Städtischen Museum Kalkar eröffnet. Anschließend erfolgt die Eröffnung im studio20.21. Die Ausstellung im Städtischen Museum Kalkar kann bis zum 7. April besucht werden und wird auch an den Osterfeiertagen jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet sein. In der Galerie am Markt bleibt die Ausstellung bis zum 17. Mai bestehen. Zur Eröffnung wird der Künstler selbst anwesend sein. Zudem sind eine Lesung mit Harald Münzner am 23. April („ein konkreter Abend mit konkreter Poesie“) und ein Künstlergespräch am 16. Mai geplant. Die beiden Ausstellungen in Kalkar sind Teil einer Abschiedstour Zimmermanns, da der Künstler sich aus der Kunst altersbedingt zurückziehen möchte.
Gudrun Siekmann (l., Städtisches Museum Kalkar) und Alexandra Bottenbruch (r., studio20.21) mit Werken von H. H. Zimmermann. NN-Foto: SP