Auf den Spuren des seligen Karl Leisner
Priester und Diakon pilgerten durch die niederrheinische Heimat des Seligen
NIEDERRHEIN. Wenige Tage vor dem liturgischen Gedenktag des seligen Karl Leisner am 12. August sind neun Priester und ein Diakon aus neun Diözesen der Einladung des Schönstatt-Priesterbundes gefolgt und in die niederrheinische Heimat des Seligen gepilgert. Die Teilnehmer kamen aus den Bistümern Augsburg, Basel, Eichstätt, Mainz, Münster, Osnabrück, ‚s-Hertogenbosch, Trier und Würzburg.
Der Karl-Leisner-Pilgermarsch begann am 3. August im Priesterhaus in Kevelaer und stand unter dem Leitwort des Würzburger Katholikentags „Hab Mut, steh auf!“ mit dem ergänzenden Bibelwort „Er ruft dich!“ (Mk 10,49).
Die erste Station führte die Pilger am 4. August zum Schönstattzentrum Oermter Marienberg in Issum. Dort erinnerten sie sich an Karl Leisners erste Begegnung mit der Schönstattbewegung im Jahr 1933, die sein Engagement in der kirchlichen Jugendarbeit nachhaltig prägte. Auf dem anschließenden Pilgerweg durch die „Sonsbecker Schweiz“ standen Austausch, Stille und das Gebet um geistliche Berufungen im Mittelpunkt. Der Tag endete mit einer Pilgermesse in Kevelaer.
Am zweiten Pilgertag besuchte die Gruppe das „Portal der Versöhnung“ in Kevelaer, das an die Priesterweihe Karl Leisners im Konzentrationslager Dachau am 17. Dezember 1944 erinnert. Anschließend führte der Weg über eine Schlauchbootfahrt auf der Niers und mit dem Auto nach Kleve. Nach der Feier der Heiligen Messe in der Propsteikirche besuchten die Pilger das Karl-Leisner-Erinnerungsmal vor der Propsteikirche in Kleve und eine Gedenktafel im niederländischen Groesbeek. Dort hatte Leisner 1934 ein großes Jungenlager durchgeführt. Sein Einsatz für eine christliche Jugendarbeit fern nationalsozialistischer Ideologie machte ihn früh zu einem Gegner des NS-Regimes, den die Gestapo nach seiner Verhaftung am 9. November 1939 nicht mehr frei ließ.
Der dritte Pilgertag begann in Kleve und führte auf Wanderwegen bis Schloss Moyland. In Xanten-Marienbaum freuten sich die Pilger über die Begegnung mit dem Mitinitiator des Karl-Leisner-Pilgermarsches, Ehrendomkapitular Theo Hoffacker. Er konnte Ende 2025 sein 75-jähriges Priesterjubiläum und Anfang 2026 seinen 100. Geburtstag feiern. Anschließend pilgerten die Teilnehmer zum Xantener Dom. In der Märtyrerkrypta feierten sie am Sarkophag des vor 30 Jahren seliggesprochenen Karl Leisners die Heilige Messe.
Mit einem gemeinsamen Rückblick in Kevelaer sowie der Abschlussmesse am 7. August endete der diesjährige Karl-Leisner-Pilgermarsch.
In der Märtyrerkrypta des Xantener Doms feierten die Pilger am Sarkophag des seligen Karl Leisners gemeinsam die Heilige Messe. Foto: Christoph Scholten