Ursina Daams hofft auf Mitstreiter für das Unicef-Junior-Team, das sie ins Leben rufen möchte. NN-Foto: Rüdiger Dehnen
19. März 2025 · Kleve

Auch Kinder haben Rechte

Ursina Daams ist ein junge Frau, die sich für Kinderrechte engagieren möchte

KLEVE. Die Welt lebt von und überlebt durch Engagement. Die Welt braucht Menschen, denen nicht alles egal ist. Im Kopf entsteht, wenn man über engagierte Menschen nachdenkt, meist das Bild von Erwachsenen. Und jetzt sitzt da eine – noch –16-Jährige, und erzählt von ihrem Plan ...

Die junge Frau heißt Ursina Daams und wenn man sie nach ihren Ideen fragt, redet sie pfeilpräzise – ohne Punkt und Komma. Ideen machen Worte. Im Januar 2024 wurde Ursina von einem Weltschmerz angefressen. Nein – das Wort angefressen stammt nicht von ihr. Sie sagt einfach: „Ich hatte Weltschmerz.“ Fast klingt das nach einer Art Lappalie. Ist es aber nicht. Ich frage sie, was ich mir vorzustellen habe bei diesem Wort erfahre von einem Gefühl der Ohnmacht – des Ausgeliefert-Seins. So möchte man das eigene Leben nicht tapezieren. Damals wurde in der Schule über Hilfsorganisationen gesprochen und Ursina erfuhr erstmals von Unicef. Das steht für „United Nations Children‘s Fund“. Unicefs Thema: Kinderrechte. Ursina meldete sich bei Unicef, wurde eingeladen, fuhr zu einem Treffen in Manheim und stellte fest: Da gibt es Menschen mit gleichen Interessen und ähnlichen Sorgen – Menschen, denen die Welt nicht egal ist. Seitdem ist sie dabei; nimmt unter anderem an Schulungen teil. Module alle zwei Monate: in Köln.

Jetzt ist der Punkt gekommen, an dem Ursina ein Junior-Team gründen möchte: in Kleve. Sie hat Plakate gemacht – hat in ihrer Schule geworben. Die Resonanz: überschaubar. „Meine besten Freundinnen engagieren sich anderswo – manche bei der Kirche, andere in Vereinen.“ Das nächste Junior-Team befindet sich in Wesel. Schön und gut, aber wenn es nach Ursina geht, soll auch Kleve ein Junior-Team bekommen. Ursinas Vorstellung: hier etwas auf die Beine stellen. „Kinderrechte werden ja nicht nur in anderen Ländern missachtet“, sagt sie. Viele wüssten einfach nicht, was alles zu den Rechten von Kindern gehört. „Das können die unterschiedlichsten Dinge sein. Es fängt bei kleinen Diskriminierungen – oft auch unter Kindern an und geht bis hin zu ungleichen Chancen bei Bildung und Ausbildung. Und natürlich gehört auch das Recht auf Ernährung dazu.“ Kein Kinde soll hungern müssen. Auch Kinderarmut gehört also in den Themenkanon. Wichtig ist: „Die Menschen müssen davon erfahren.“ Merke: Wer Missstände beheben will, muss sie im ersten Schritt benennen und Aufmerksamkeit erzeugen.

Gesucht werden Menschen mit einem festen Standpunkt. „Manche denken ja, wenn ich von Unicef spreche, das sei eine Art Partei. Das ist es natürlich nicht.“ Trotzdem hat die Durchsetzung von Kinderrechten (nicht nur im weitesten Sinn) mit Politik zu tun. „Viele können sich nicht vorstellen, in der Fußgängerzone einen Info-Stand aufzubauen“, sagr Ursina. Ideen sind eine Sache – das Aufmerksammachen auf der Straße ist etwas anderes. Das erfordert nicht nur Engagement, sondern auch Courage. Es geht um Standpunkte und vor allem geht es um eine Haltung.

Hilft Engagement gegen den Weltschmerz? „Ja“, sagt Ursina und kommt ins Philosophische. Man könne ja nicht einfach die Hände in den Schoß legen und zusehen. „Wir reden von einer Zukunft und das ist Zukunft der Jugendlichen von heute. Wer, wenn nicht wir, soll sich einsetzen?“ Da ist diese junge Frau, die nicht einfach Zuschauerin sein will – die bereit ist für die wichtigste Investition in eine bessere Welt: Sie investiert Zeit und damit das eigene Leben. „Was mich bei Unicef begeistert, ist, dass ich auf Menschen treffe, die so ticken wie ich. Das tut gut.“

Eben solche Menschen sucht Ursina Daams jetzt in ihrem direkten Umfeld. „Ich würde mich total freuen, wenn Jugendliche davon erfahren und sich bei mir melden. Das wäre wirklich phantastisch. Da könnten wir dann zusammen überlegen, was zu tun ist.“ Wer kann eigentlich mitmachen und wo und wie oft würde sich ein Junior-Team treffen? „Mitmachen können alle, die nicht älter als 19 sind. Wer Interesse hat, muss auch nicht unbedingt aus Kleve kommen. Da ist vieles denkbar. Abhängig davon, wie viele Interessenten sich melden und woher sie kommen, müssten wir uns auch nicht unbedingt in Kleve treffen. Wie oft man sich am Ende trifft, ist eine Frage der Absprache.“

Was sagen eigentlich Ursinas Eltern zum Engagement ihrer Tochter? „Meine Eltern und auch meine Großeltern unterstützen mich. Sie finden es gut, dass ich das mache.“ Vielleicht gibt‘s ja auch Eltern, die diesen Text lesen und ihre Kinder darauf aufmerksam machen. Wir verabschieden uns. Ursina hat einen vollen Terminkalender. Nein – das Leben besteht nicht nur aus Unicef. Die junge Dame macht Musik, spielt in einer Musical-Gruppe und hat viele Freundinnen. Kann sie sich vorstellen, irgendwann einmal hauptamtlich für Unicef zu arbeiten? „Ich möchte Kinderpsychologin werden.“ Das ändert nichts am Engagement.

Sucht man im Internet nach Unicef, findet man unter anderem Folgendes: „Unicef ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Der Auftrag von Unicef ist es, die Kinderrechte für jedes Kind zu verwirklichen, unabhängig von seiner Hautfarbe, Religion oder Herkunft. Richtschnur für die weltweite Arbeit ist die UN-Konvention über die Rechte des Kindes.

Von der schnellen Nothilfe bis zum langfristigen Wiederaufbau hilft Unicef, dass Mädchen und Jungen überall auf der Welt gesund und sicher groß werden und ihre Fähigkeiten voll entfalten können. Unicef Deutschland wurde 1953 als Verein gegründet und ist heute eine der wichtigsten Stützen der weltweiten Unicef-Arbeit. Gemeinsam mit Ihnen verbessern wir die Welt für Kinder.“

Wer Kontakt zu Ursina Daams aufnehmen möchte, kann das mittels folgender Email-Adresse tun: unicefjuniorteamkleve@outlook.com. Der Instagram-Account ist: unicef.jtkleve.

Ursina Daams hofft auf Mitstreiter für das Unicef-Junior-Team, das sie ins Leben rufen möchte. NN-Foto: Rüdiger Dehnen