Die Landfrauen konnten sich selbst von dem geringen Gewicht eines zweijährigen Kiri-Stammes überzeugen. Foto: privat
16. August 2024 · Goch

Asperdener Landfrauen auf „Feierabend-Radtour“

Auf dem Programm: Informationen über Nachhaltigkeits-Projekte im Dorf

ASPERDEN. Auf einer „Feierabend-Radtour“ besuchten die Asperdener Landfrauen Familie Rosenbaum an der Maasstraße, um sich über Nachhaltigkeits-Projekte im eigenen Dorf zu informieren.

Nachdem er die alte Gärtnerei der Familie komplett rückgebaut hatte, wollte Familienvater Kai Rosenbaum die neu gewonnene Ackerfläche mit Blick auf seine junge Familie klimaschonend nutzen. So pflanzte er 2019 auf einer Fläche von einem Hektar eine Streuobstwiese mit 60 Bäumen von 17 verschiedenen alten Obstsorten. In diesem Jahr haben die Bäume erste Früchte getragen. Ein Jahr später wurde in einer Nachbarschafts-Aktion ein Storchennest am Rande der Streuobstwiese aufgestellt. Dieses wurde schon nach wenigen Wochen von den Störchen Oskar und Erna bezogen; die beiden kommen in jedem Frühjahr wieder und ziehen meist zwei Jungtiere groß. Da der Standort für das Storchennest bewusst so ausgewählt wurde, dass man es von allen Häusern gut beobachten kann, nehmen nun alle Anwohner regen Anteil am bunten Storchenleben vor der Haustür. In 2022 wurden auf der restlichen Freifläche 1.000 asiatische Kiri-Bäume gepflanzt. Sie zählen zu den „Klimabäumen“ da sie anspruchslos sind und auch zunehmender Trockenheit und veränderten Wachstumsbedingungen standhalten. Mit ihren riesigen Blättern binden die Bäume sehr viel CO2. Ein Hektar mit Kiri-Bäumen bindet drei- bis fünfmal soviel CO2 wie ein normaler Misch- und Nutzwald in Deutschland. Da Kiri-Bäume sehr schnell wachsen, besteht die Gefahr, dass sie sich schnell ausbreiten und heimische Pflanzen verdrängen. Doch in Plantagen werden hierzulande Bäume gepflanzt, die nicht blühen und dann auch keine Samen bilden. Die Holzindustrie ist begeistert vom Kiri-Baum: Das Holz gilt als „Aluminium der Holzindustrie“. Da es leicht und stabil zugleich ist, eignet es sich ideal für den Innenausbau von Flugzeugen und Wohnwagen/-mobilen, sowie Instrumentenbau. In zehn Jahren sind die Kiri-Bäume erntereif. Dann werden sie zur weiteren Verarbeitung über dem Boden abgeschlagen und aus den Wurzeln wachsen neue Bäume. Die Landfrauen waren sehr beeindruckt von den neuen Erkenntnissen und wünschen Familie Rosenbaum viel Erfolg mit ihren Klima-Projekten.

Die Landfrauen konnten sich selbst von dem geringen Gewicht eines zweijährigen Kiri-Stammes überzeugen. Foto: privat