Artenschutz zum Anfassen: Aktionstag bringt Schulen im Nordkreis zusammen
6. Aktionstag des Schulnetzwerks „Wir tun etwas für die Artenvielfalt im Kreis Kleve“ am Wahrsmannshof zeigt praxisnahe Projekte zu Artenschutz und nachhaltiger Schulhofgestaltung
REES. Nachhaltigkeit ist das große Thema, um das sich die Projekte im Schulnetzwerk „Wir tun etwas für die Artenvielfalt im Kreis Kleve“ des Landesprogramms „Schule der Zukunft“ drehen. Sieben Schulen aus dem Nordkreis Kleve und der Wahrsmannshof in Rees als außerschulischer Lernort sind die Netzwerk-Partner. Zum sechsten Mal hat nun ein Aktionstag am Wahrsmannshof stattgefunden, bei dem fünf Schulen ihre Projekte aus den Bereichen Artenschutz, Schulgarten und Schulgeländegestaltung vorstellten.
Rund 50 Schüler der Lindenschule Rees-Mehr, des Jan-Joest-Gymnasiums Kalkar, des Förderzentrums Kleve und des Willibrord-Gymnasiums Emmerich, von der Klasse 4 bis zur Sekundarstufe I, sowie zehn Betreuer kamen dabei zusammen. Ebenfalls Teil des Netzwerks sind die Gesamtschule und das Förderzentrum Grunewald in Emmerich sowie die Gesamtschule am Forstgarten in Kleve. „Die verschiedenen Aktivitäten in den Schulen, die über das Jahr hinweg stattfinden, gipfeln in diesem Tag, mit Präsentationen und Mitmachaktionen rund um Artenschutz“, erläuterte Sylke Döringhoff vom Wahrsmannshof.
Anregungen für Schulhofgestaltung in Emmerich
So erzählten beispielsweise Schüler der Lindenschule, wie sie eine blühende Schmetterlingswiese angelegt haben. Chantal Simon, Lehrerin an der Gesamtschule Emmerich, war in diesem Jahr aufgrund von Terminüberschneidungen ohne Schüler nach Rees gereist. Sie berichtete von den Planungen zur Neugestaltung des Schulhofs am Standort Grollscher Weg: „Wir nehmen auch am Projekt ‚Coole Schulhöfe‘ teil, als eine von nur zehn Schulen in ganz NRW.“ Das bedeute, dass man „erkannt hat, dass unser Schulhof alles andere als toll ist“. Mit der Förderung durch das Projekt soll der Hof unter Aspekten wie Aufenthaltsqualität für die Schüler sowie Hitze- und Naturschutz umgestaltet werden. „Beim Aktionstag konnte ich einige Anregungen mitnehmen, welche Pflanzen und Bäume beispielsweise geeignet sind“, sagte Chantal Simon.
Nach den Vorträgen luden die Schulen an Ständen zum Mitmachen ein, etwa in Form von Quiz, Memory und Bastelaktion. „Es ist nachhaltig, wenn es erlebbar ist“, betonte Sylke Döringhoff. „Die Kinder und Jugendlichen lernen durch alle Sinne eher als nur durch Arbeitsblätter. Viele Dinge selbst zu erleben und zu erforschen, also handlungsorientiert zu arbeiten, ist zielführender.“ Zudem konnten die Kinder und Jugendlichen an vielen Ständen auch etwas mit nach Hause nehmen.

„Gärten to go“ konnten die Schüler in Plastik-Salatschalen anlegen und mit nach Hause nehmen. Foto: NN/Michael Bühs
Wildwiese im Schulgarten führt zu „Zwischenprojekten“
Ein Projekt am Förderzentrum Kleve war die Anpflanzung einer Wildwiese im Schulgarten. Dadurch seien einige „Zwischenprojekte“ entstanden, wie Referendar Jan Wischmann verriet. Vom Aktionstag am Wahrsmannshof zeigte er sich mehr als angetan: „Er bietet die Möglichkeit, Schülern viele Dinge anschaulich näherzubringen, die sie dann auch mit nach Hause nehmen können, zum Beispiel als Projekt in den Sommerferien. Und wir nehmen durch den Tag auch Ideen für neue Projekte an unserer Schule mit.“
Chantal Simon von der Emmericher Gesamtschule ergänzte dazu: „Die Schüler nehmen durch Projekte im Netzwerk vieles auf vielfältige Weise auf und auch mit nach Hause, zum Beispiel zu Themen wie Mülltrennung, Stromsparen und Insektenhotels.“

Auch ein Quiz zu Garten- und Heilkräutern galt es zu lösen. Foto: NN/Michael Bühs
Grundstein für die Wertschätzung der Artenvielfalt legen
Mit Blick auf das sehr unterschiedliche Alter der Schüler betonte Sylke Döringhoff: „Das Thema Artenschutz ist auch für Grundschüler keineswegs zu abstrakt.“ Vielmehr werde bereits im jungen Alter der Grundstein für die Wertschätzung der Artenvielfalt gelegt. „Man muss einfach frühzeitig darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, dass wir in der Natur – und auch in unseren Gärten – viele verschiedene Arten haben.“
Eine weitere positive Nachricht erreichte das Team des Netzwerks rund um den Aktionstag: Es wird erneut durch das Umweltministerium des Landes NRW für seine Arbeit ausgezeichnet Es ist die dritte Auszeichnung im sechsten Jahr.
Die Teilnehmer des Netzwerk-Aktionstages am Wahrsmannshof in Rees. Foto: Wahrsmannshof