"Zwei Studenten bei archäologischer Ausgrabung in Xanten, Sommerakademie, Fundkiste und Kelle, Foto von Angelina Witt"
8. August 2026 · Xanten

Archäologischer Nachwuchs forscht im APX

38. Internationale Archäologische Sommerakademie Xanten

XANTEN. Schaufeln, Freilegen, Vermessen, Fotografieren – seit Kurzem lernen wieder Studenten von verschiedenen europäischen Universitäten das Grabungshandwerk im LVR-Archäologischen Park Xanten. Es ist bereits die 38. Internationale Archäologische Sommerakademie, die der APX ausrichtet, und das Interesse daran ist auch dieses Jahr wieder groß. Aus über 130 Bewerbungen wurden 30 Teilnehmer von Universitäten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Irland und Schweden ausgewählt, um ihre ersten Erfahrungen im historischen Xantener Boden zu machen. In zwei vierwöchigen Kampagnen arbeiten die angehenden Fachleute unter der Leitung des Archäologen Florian Birkner im römischen Handwerkerviertel. Auf dem Programm stehen grobe Erdarbeiten, aber auch die komplette wissenschaftliche Dokumentation der Spuren aus der Römerzeit. Außerdem gibt es für die Nachwuchswissenschaftler ein umfangreiches Begleitprogramm. Workshops und Führungen geben vertiefende Einblicke in die museale Arbeit des APX, zusätzlich berichten externe Fachleute über spezielle Disziplinen wie die Archäobotanik und die Archäozoologie. Abgerundet wird die europaweit einzigartige, von der Regionalen Kulturförderung des Landschaftsverbandes Rheinland geförderte Lehrgrabung durch Exkursionen zu archäologischen Highlights am Niederrhein und in den Niederlanden.

Während ihrer Zeit in Xanten geht es für die jungen Menschen aber nicht nur um das Fachliche. In der nachgebauten römischen Herberge unmittelbar neben der Ausgrabung lebt der archäologische Nachwuchs vier Wochen lang gemeinsam unter einem Dach. Wo in der Antike Reisende Unterkunft fanden, wird heute nach Feierabend zusammen gekocht, gespielt und gelacht. Die gemeinsamen Erlebnisse bieten die Gelegenheit, sich näher kennenzulernen und persönliche Erfahrungen auszutauschen. Dabei entstehen Kontakte und sogar Freundschaften, die oft lange über die Sommerakademie hinaus Bestand haben. Zunächst steht aber noch das mühsame Tagewerk in der Ausgrabung an. Aktuell graben die Studenten den Bereich eines römischen Hauses aus, in dem einst Handwerker mit ihren Familien lebten und arbeiteten.

Zwischen Kelle und Fundkiste: Zwei Studenten der Xantener Sommerakademie bei der Arbeit. Foto: Angelina Witt