"Manuel Funda am Regiepult, Filmproduktion, Filmemacher bei der Arbeit"
17. September 2026 · Kleve

Ans Lagafeuer setzen und einfach mal quatschen

Manuel Funda ist der Mann hinter dem Podcast „Lagafeuer“

KLEVE. Es ist noch ein bisschen hin bis zur Eröffnung der Laga. Aber schon jetzt werden die Weichen gestellt. Einen unterhaltsamen Blick hinter die Kulissen soll der Podcast „Lagafeuer“ bieten. Ein Gespräch mit dem Erfinder Manuel Funda. Wichtig für ihn: Es geht um Unterhaltung – im wörtlichen und im übertragenen Sinn.

NN: Beginnen wir mit der Entstehungsgeschichte.

Manuel Funda: Als der Förderverein für die LaGa langsam tätig wurde, habe ich mich gefragt, wie man sich da als Medienmensch einbringen könnte. Es gibt im Förderverein schon diverse Arbeitskreise …

NN: … vielleicht nennst du mal ein paar Beispiele.

Funda: Es gibt da eine Foto- und Videodokumentationsgruppe, in der ich auch mitarbeite. Für mich stellte sich dann die Frage: Wie kann ich das mit meiner konkreten Arbeit in Kleve verbinden?

NN: Da kommen wir jetzt wahrscheinlich auf das AV-Studio der Kisters Stiftung zu sprechen.

Funda: Ganz genau. Ich habe dort vor zwei Jahren angefangen und das Studio neu konzipiert und neu aufgebaut.

NN: Lass mich raten. Die Überlegung: Warum nicht das Studio nutzen?

Funda: Genau. Mein Gedanke war: Am Anfang von einem solchen Großprojekt wie die LaGa eines ist, weiß erst einmal niemand so genau, was da passiert; was da gemacht wird; wer was macht. Ein Podcast, so meine Überlegung, wäre da vielleicht ein schönes, unterhaltendes und zeitgemäßes Vermittlungsmedium.

NN: Vielleicht sagst du was zum Namen.

Funda: Der lag ja fast schon auf der Hand. Ich war ziemlich schnell bei „Lagafeuer“. In meinem Kopf ist dann gleich ein Studio entstanden – also das Setting. Lass uns die Leute ans Lagafeuer setzen und einfach mal quatschen.

NN: Ich habe mir gerade die erste Folge angehört – und eigentlich ja auch angesehen. Wer hat die Anfangsmelodie geschrieben?

Funda: Fangen wir mit dem Text an. Der ist tatsächlich von mir. Ich bin allerdings kein Komponist und habe mir für die Töne die KI zuhilfe genommen. Ich habe dann immer mal wieder einzwei Wochen daran gefeilt und ungefähr 254 Anläufe gebraucht, bis ich dachte: Ist okay jetzt. Das geht in die richtige Richtung.

NN: Wie bist du oder wie seid ihr auf Lena [Frost] als Host gekommen?

Funda: Tatsächlich war es so, dass der Vorstand des Fördervereins – den hatte ich mit ins Boot geholt – relativ schnell Lena vorgeschlagen hat. Ich glaube, Ute [Ute Marks: 1. Vorsitzende des Fördervereins] ist auf diese Idee gekommen. Es wurde dann beschlossen, Lena zu fragen. Wenn du es genau wissen möchtest, solltest du tatsächlich Ute danach fragen. Jedenfalls haben wir Lena eingeladen und ein Vorgespräch geführt haben. Lena hat dann gesagt, dass sie auf ein solches Projekt richtig Bock hätte. Sie hat aber auch gesagt: „Ich habe so was noch nie gemacht.“ Darauf habe ich dann gesagt, dass sie bei uns genau an der richtigen Stelle ist. Das ist ja genau die Aufgabe unseres AV-Studios: Menschen, die an so etwas Interesse haben, Möglichkeiten zu eröffnen sich auszuprobieren.

NN: Wer entscheidet über die Gäste, die in den Podcast eingeladen werden?

Funda: Also die Redaktion besteht aus Ute Marks und Astrid Hoyer-Holderberg. Die beiden haben eine ganze Reihe von Namen, die im Kontext zur Stadt stehen oder beispielsweise etwas mit Gartengestaltung zu tun haben. Natürlich sind auf der Liste auch Leute aus der Politik und solche, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen. Astrid und Ute haben ihre Liste dann in unsere Whatsapp-Gruppe gestellt und gefragt: Was haltet ihr von denen?

NN: Und – was hieltet ihr davon?

Funda: Wir haben den beiden erst einmal freie Hand gelassen. Das Ziel war, in den ersten Folgen, die wir zurzeit vorproduzieren und schon vorproduziert haben, die Protagonisten vorzustellen.

NN: Heißt?

Funda: Das heißt, dass wir der Frage nachgegangen sind, wer denn momentan die Macher der LaGa sind.

NN: Mit wem habt ihr angefangen?

Funda: Gästin in unserer ersten Folge war Ute als Vorsitzende des Förderverein. Dann hatten wir Mareike Neu als Marketing-Chefin.

NN: Apropos Marketing – wie finanziert sich das Projekt Lagafeuer?

Funda: Der Podcast finanziert sich über die Kisters-Stiftung. Ich habe das Projekt Markus Kock, meinem Chef, vorgestellt und gesagt: „Ich würde das gern machen. Wäre das nicht was für uns?“ Kock fand das gut und jetzt ist halt die Konstruktion die, dass die Stiftung den Podcast produziert und damit den Förderverein unterstützt.

NN: Deine Tätigkeit ist also quasi über die Kisters-Stiftung finanziert.

Funda: Genau. Das ist ein Podcast – nicht von mir, Manuel Funda, sondern ich habe bei der Stiftung eine 70-prozentige Festanstellung. Ich leite das AV-Studio und im Rahmen dieser Tätigkeit entsteht der Podcast.

NN: Der Podcast ist also ein Produkt des AV-Studios in Zusammenarbeit mit dem Förderverein.

Funda: Genau so ist es. Alles, was der Podcast an Kosten verursacht, läuft komplett über die Kisters-Stiftung. Das ist also quasi der Beitrag der Stiftung zur Förderung der Entwicklung der LaGa.

NN: Wo kann man den Podcast hören/sehen?

Funda: Derzeit leider nur bei Youtube und Spotify. Der Plan ist aber, dass wir künftig auch bei weiteren Anbietern zu hören sein werden. Dass es jetzt noch nicht so ist, hat einen technischen Hintergrund. Künftig soll „Lagafeuer“ auch beispielsweise bei Apple Music oder Amazon Music oder RTL+ zu verfolgen sein. Dafür brauchen wir allerdings eine andere Infrastruktur als bei Youtube und Spotify. Wir sind zurzeit damit beschäftigt, das technisch vorzubereiten. Momentan sind wir diesbezüglich auch mit der Landesmedienanstalt in Kontakt. Die sollen uns, wenn möglich, eine kostenlose Infrastruktur zur Verfügung stellen. Das würde jetzt allerdings alles ein bisschen zu speziell. Wichtig ist: Wir sind dran.

NN: Wie sieht der Plan in Sachen Erscheinungsrhythmus aus?

Funda: Der Plan sieht vor, dass alle 14 Tage eine neue Folge erscheinen soll.

NN: Habt ihr eigentlich – es ist ja noch ein bisschen hin bis zur Laga – auch vor, ganz normale Leute einzuladen?

Funda: Auf jeden Fall, denn eines soll „Lagafeuer“ nicht sein: Ein Expertenpodcast mit lauter Fachgesprächen. Wir stellen – wie gesagt – zunächst die Protagonisten vor. Wir wollen aber in jedem Fall, wenn sie beispielsweise herauskristallisiert, was kulturell passiert, auch mit denen sprechen, die sich diesbezüglich engagieren. Da sind ja dann – so sehe ich das – Menschen aus der Bürgerschaft. Die verfolgen dann kein kommerzielles Interesse an der LaGa, sondern die möchten einfach mitmachen und bestimmte Flächen bespielen. Kann aber auch sein, dass wir ein Mitglied der Dokumentationsgruppe des Fördervereins vorstellen oder jemand von denen, die an den Wochenenden im LaGa-Laden sitzen. Ich glaube, wir werden keinen Mangel an Leuten haben. Dazu kommt, dass es Menschen gibt, die wir zweimal einladen, damit sie von den gemachten Fortschritten berichten können. Klar – es sind noch drei Jahre bis zur LaGa, aber unser Anspruch war und ist, das Ganze von Anfang an zu begleiten.

NN: Gibt es in Sachen eures Podcast-Projektes Sachen, die nicht passieren sollen?

Funda: Bis jetzt noch nicht. Haltstop – da gibt es doch etwas und das hat mit der Dauer der Folgen zu tun. Da sehe ich ein Zeitfenster von – sagen wir – circa 30 Minuten pro Folge; eigentlich sogar eher weniger. Außerdem finde ich, dass es wichtig ist – und das sieht auch Lena so – früh ins Quatschen zu kommen. Das Ganze soll nicht zum Fachsimpeln werden. Der Podcast soll lebendig sein. Wir haben zum Beispiel sogenannte „Feuerfragen“.

NN: Das müsstest du kurz erklären.

Funda: Klar. Das sind Fragen, auf die sich die Gäste nicht vorbereiten können.

NN: Also bildlich gesprochen eine Art Dosenöffner.

Funda: Genau. Das können dann auch mal persönliche Fragen sein oder solche, die sich mit Kleve und der Region beschäftigen. Lena hat in Folge eins Ute nach ihren Lieblingsblumen gefragt. Das ist dann eine Frage, die eine Situation aufbrechen kann. So etwas meine ich.

NN: Und – nur damit wir das auch geklärt haben –: du bist in Sachen „Lagafeuer“ quasi Regisseur und Produzent. Du bist der, den man nicht zu sehen bekommt, der aber zentral und wichtig ist. Du bist – um es mal mit einem Filmzitat zu sagen – „Der unsichtbare Dritte“.

Funda: Bleiben wir auf dem Teppich. Ich mache die Endfertigung. Ich bin sozusagen technisch verantwortlich. Ich habe mir auch das Grundformat ausgedacht.

NN: … also die Sache mit dem Lagerfeuer?

Funda: Ja genau.

NN: Und du hast dir ja auch das Studiodesign ausgedacht und den Trailer, den Text – das ist ja mal ein bisschen was.

Funda: Das ist richtig.

NN: Klingt so, als käme jetzt ein ‚aber‘.

Funda: So ist es, denn da ist die Redaktion, die die einzelnen Folgen vorbereitet und da ist natürlich unser Host Lena. Das alles ist eine Einheit, bei der eins ins andere greift.

NN: Und obwohl ihr jetzt schon „auf Sendung“ seid, ist das Ganze ja auch eine Art Work in Progress.

Funda: Das kann ich unterschreiben. Wir werden hier und da immer an gewissen Stellschrauben drehen, wenn wir merken, dass es Optimierungspotenzial gibt. Was mir wirklich wichtig ist – und da spreche ich auch für die anderen: Alle sollen Spaß haben an dem Projekt. Wir als Macher und vor allem die, die uns hören. Wenn uns das gelingt, wäre es fantastisch.

Manuel Funda am Regiepult.