Daniel und Lothar Quartier, Tim Verfondern und Andreas Hert (v. l. n. r.) freuen sich. NN-Foto: HF
22. Februar 2025 · Kleve

Angrillen mit neuer Location

Ade Casa Cleve – Willkomen Thom‘s und Moya Club: Anfang Mai geht‘s auf Sendung

KLEVE. Wenn in Kleve vom Angrillen die Rede ist, tauchen zwei Begriffe auf: Forstgarten und Quartier. Zum 13. Mal findet am 9. und 10. Mai (Freitag und Samstag) das Angrillen statt – aber nicht im Forstgarten wie in den letzten Jahren, sondern an einer altneuen Location. Der Reihe nach ...

Fragt man Lothar Quartier nach dem Grund des Ortswechsels, fällt die Antwort ausführlich aus. „Wir hatten im letzten Jahr mehr Besucher als irgendwann vorher. Verteilt über drei Abende waren das 2.600. Das ist eigentlich phänomenal. Aber es ist leider auch so, dass wir weitere 800 Besucher gebraucht hätten, um das Ganze wirtschaftlich abschließen zu können.“ Die Kosten für das Drumherum seien, so Quartier, „in der letzten Zeit enorm gestiegen. Für uns bedeutete das: Ausschau halten nach einer neuen Location.“ Angrillen und Schwanenburg – war da nicht mal was? „Ja. Wir haben bei der Schwanenburg angefangen und hatten auch überlegt, das Angrillen wieder dort zu veranstalten.“ Aber: Quartier bekam eine Absage. Man sei keine Event-Location. Okay. Schwanenburg ade. Und dann? Dann tauchte eine andere – eigentlich ideale Möglichkeit auf, mit der Quartier zunächst nicht gerechnet hatte. Das ehemalige Casa Cleve. „Das hatten wir nicht auf dem Schirm denn der bisherige Pächter Rainer Vogt hatte ja Ende 2024 aufgehört.“

Am Montag dieser Woche allerdings wurde ein neuer Pachtvertrag für das jetzt ehemalige Casa Cleve unterschrieben – von Tim Verfondern (Sounbox Kleve) und Andreas Hert (Thom‘s Lounge). O-Ton der neuen Pächter: „Wir konnten einfach nicht zulassen, dass die letzte ehrwürdige Location von Kleve, also das ehemalige World Center, abgerissen oder zu einem Bürokomplex umgebaut wird.“

Zurück zum Angrillen: Für Lothar Quartier ist die neue Sachlage eine hervorragende Möglichkeit, das Angrillen an anderer Stelle weiter zu führen. Quartier, Verfondern und Hert sind sich einig: „Der Vorteil ist jetzt, dass 80 Prozent der Logistik, die gebraucht wird, vorhanden ist.“ Das spart „Umgebungskosten“: keine Zeltmiete, keine anschließende Wiederherstellung des Geländes, was vor allem im Regenfall zu erheblichen Kosten führen kann. Kurz und gut: Es werden alle etwas davon haben: die Quartiers, das „Thom‘s“ und der „Moya Club“. Ade Casa – Willkommen Andreas und Tim.

Das Angrillen ist gesichert. Zwei Abende wird es Gegrilltes und Party geben. Eintritt: 42 Euro pro Nase. Dafür gibt‘s ein Grill- sowie ein Nachtisch Buffet. „Alles vom Feinsten“, sagt Lothar Quartier und fügt hinzu: „Unser Angrillen ist ja eine Art Willkommensparty für den Frühling.“ Merke: Es wird nicht nur gegessen. „Mit der Elektro-Pop-Band „12 Inch“ habe man eine der führenden, wenn nicht die führende deutsche Band auf diesem Gebiet verpflichtet. Quartier urteilt aber nicht nur über den Sound – da wäre auch noch die Optik. Quartier-Diagnose: „Die sehen krass aus.“ Na denn. „12 Inch“ spielt am Freitag. Samstags heißt es dann: „All night long“. Ein – aus Verfonderns Sicht „super Format“. Alle Gäste bekommen beim Eintritt eine Wunschkarte und können darauf ihr Lieblingsstück eintragen. „Wir haben große LED-Screens und auf denen können wir dann auch entsprechende Grüße übermitteln.“ Oder Heiratsanträge? Verfondern: „Auch kein Problem.“ Manchmal poste er auch einfach selber mal was – zum Beispiel: „Hubert, 56, zwei Hunde, sucht nette Begleiterin.“ „Da fragen sich dann alle: Wer ist denn Hubert?“ Das Angrillen ist quasi die Generalprobe für den Start der Doppel-Location „Thom‘s“ und „Moya Club“ am darauffolgenden Mittwoch. Noch ist das Ganze eine große Baustelle. Baustelle? Man denkt an Elphi, die Kölner Oper, oder den Berliner Flughafen und fragt vorsichtig: „Wird‘s denn rechtzeitig fertig?“ Da setzt der Tim ein einnehmendes Grinsen auf: „Natürlich sind wir rechtzeitig fertig.“

Am Mittwoch, 14. Mai, beginnt dann der Betrieb mit Frühstück. Das gibt‘s künftig mittwoch bis freitags. Samstags und sonntags wird die Sache dann etwas ausführlicher und hört auf den Namen „Brunch“. Allein über den kulinarischen Teil ließe sich lang und breit berichten, aber das ist ja auch noch die Wiederauferstehung des Tanzclubs. Auch dort wird künftig einiges los sein. Der Clou: Freitags ab 22 Uhr ist der Eintritt frei. Und wer dann – was ja vorkommen kann – zu mitternächtlicher Stunde noch mal Appetit bekommt, muss den Ort nicht verlassen, denn es werden auch dann noch Snacks angeboten.

Das Musikprogramm deckt vornehmlich die 80-er bis 2000-er Jahre ab. Zielpublikum: ab 18. „Bei denen wissen wir, was die erwarten“, sagt Verfondern. Was natürlich nicht heißt, dass die Location nicht auch für andere Events „zu haben ist“. Abibälle, Konferenzen – was halt so anfällt und denkbar ist. Ach ja: Ein ‚draußen‘ wird`s natürlich auch geben. Strandbar, Biergarten – was man so braucht, wenn‘s wieder warm wird.

Daniel und Lothar Quartier, Tim Verfondern und Andreas Hert (v. l. n. r.) freuen sich. NN-Foto: HF