Dr. Sebastian Piel und sein Knabenchor bestreiten die musikalischen Meditationen. Foto: David Simon
21. März 2026 · Kevelaer

Angebote in der Karwoche

Von musikalischer Meditation bis zum begleiteten Stummfilm

KEVELAER. Wer an den Kar- und Ostertagen auf den Kapellenplatz kommt, der hat die Möglichkeit zum Besuch vieler besonderer Gottesdienste. Seit Wochen bereitet das Team der Wallfahrtsgemeinde St. Marien diesen Höhepunkt im Kirchenjahr vor. „Das gilt für die inhaltliche Vorbereitung der Gottesdienste bei uns Seelsorger“, sagt Pastoralreferent Dr. Bastian Rütten, „aber es betrifft auch die musikalische Gestaltung und die gesamten Abläufe“.

So sind neben den Kirchenmusikern, Seelsorgern und Küstern auch viele Ehrenamtliche in die Ostervorbereitungen eingebunden. Neben den großen Gottesdiensten gibt es viele Angebote, sich tiefer mit dem Osterfest auseinander zu setzen.

„Zunächst einmal sind da unserer Meditationen in der Karwoche“, berichtet Basilikakantor Dr. Sebastian Piel. Mit seinem Knabenchor beginnt er die Dreifolge der musikalischen Meditationen am Montag in der Karwoche, 30. März. Ab 20 Uhr bringen die Sänger Motetten alter Meister wie Schütz und Bruckner zu Gehör. Aber auch moderne Klänge von Mauersberger und Bardos werden die im Kerzenschein flackernde Basilika erfüllen. Passend dazu reflektieren kurze Textimpulse von Pfarrer Heiner Innig die Passionszeit und die textliche Dichte und Spannung, die die Werke zum Ausdruck bringen. Sebastian Piel freut sich auf diesen Abend besonders: „Es wird ein Abend des Nachsinnens und des emotionalen Ankommens, was wir, wie ich finde, in diesen schwierigen politischen Zeiten verstärkt gebrauchen können.“

Am Dienstag, 31. März, beginnt um 20 Uhr in der Beichtkapelle ein weiterer besonderer Abend. Im Mittelpunkt steht ein historischer Stummfilm. „Der Galiläer“ wird auf die große Leinwand projiziert. „Der Film gilt wahrscheinlich als einer der großen Passionsfilme der Stummfilmzeit“, so Bastian Rütten. In vier Abschnitten erzählt er die Passionsgeschichte vom Leiden und Sterben Jesu. Das Drehbuch ist dabei angelehnt an die Oberammergauer Passionsspiele. „Der Film wurde 1921 in Freiburg im Breisgau gedreht. Dort standen eh die Kulissen für die damals dort stattfindenden Freiburger Passionsspiele“ erzählt der Theologe. Paul Lammers ergänzt: „Während der Frühzeit des bewegten Bildes in den Kinos gab es natürlich keine Möglichkeit, Bild und Ton synchron aufzunehmen und abzuspielen. Es war gängige Praxis, die Filme von Orchester, Orgel oder Klavier live begleiten zu lassen“, erzählt der Musiker. So wird er die Filmmusik an dem Abend am Klavier live aus dem Moment entstehen lassen.

Am Mittwoch, 1. April, steht traditionell ein vertonter Kreuzweg im Mittelpunkt. Um 20 Uhr improvisiert Basilikaorganist Elmar Lehnen an der Großen Seifertorgel in der Basilika zu Meditationen aus der Feder von Pastoralreferent Bastian Rütten. „Besonders die Leidensgeschichte Jesu ist voll mit Emotionen“, so Elmar Lehnen. „Es geht uns darum, diese Gefühle ins Herz zu senden. Und das geht am besten mit Musik“.

Aber auch sonst gibt es viele Angebote in der Gemeinde. Pfarrer Sebastian Frye gestaltet etwa mit seinem Team im Format „Für die ganze Familie“ besondere Angebote über alle Kar- und Ostertage für Kinder und Familien.

Auch am Gründonnerstag findet ein traditionelles Angebot natürlich statt. Nach der Liturgie vom Letzten Abendmahl am 2. März wird zu einer kurzen Agape ins Priesterhaus eingeladen. „In Gemeinschaft kann man diese besondere Liturgie bei Brot, Wein und Saft in Gemeinschaft nachklingen lassen, bevor man ins Gebet oder in die Stille der Nacht geht. Eine besondere Atmosphäre“, so Pfarrer Frye.

Alle Gottesdienste und Veranstaltungen findet man im Internet unter www.wallfahrt-kevelaer.de.

Dr. Sebastian Piel und sein Knabenchor bestreiten die musikalischen Meditationen. Foto: David Simon