Andrea Pedrazzini spielt Bruckners 7. Sinfonie
Konzert auf der großen Seifert-Orgel in Kevelaer
KEVELAER. Seine „Siebte“ ist nach wie vor seine beliebteste Sinfonie – in Kevelaer bekommt dieser raumfüllende Klassiker von Anton Bruckner nun eine sehr besondere Interpretation: Der Schweizer Organist, Dirigent und Dozent Andrea Pedrazzini wird Bruckners 7. Sinfonie auf der großen Seifert-Orgel in der Marienbasilika spielen (in einer Bearbeitung von Eberhard Klotz).
Und das Tüpfelchen auf dem „i“: Im Februar hat der Musiker mit seinem Team nächtelang eben diese Sinfonie in der Basilika zu Kevelaer eingespielt und auf CD aufgenommen. Pünktlich zum Konzert am Freitag, 21. August, 20 Uhr, ist die CD fertig – und Musikfans können sich das Werk nicht nur mit nach Hause nehmen – sie können es sich vorher live anhören.
Pedrazzinis Idee, die „Siebte“ in einer Version für Orgel zu spielen, geht auf das Jahr 2024 zurück, Bruckners Festjahr zum 200. Geburtstag. „Wir wollten erst nur einige Sätze spielen in den Konzerten, haben uns im Internet umgeschaut, welche Orgel wohl die Voraussetzungen dafür bieten könnte“, so der Schweizer. Tja, und dann ploppte plötzlich die große Seifert-Orgel auf, Andrea Pedrazzini nahm Kontakt mit Basilikaorganist Elmar Lehnen auf, es kam zum ersten Kennenlernen von Mensch und Musikinstrument – und die Sache war klar.
Die große Seifert-Orgel war das ideale Instrument – für die „Siebte“ von Bruckner. „Es war eine riesige Arbeit, die Orgel zu registrieren“, sagt der Gast aus der Schweiz. „Aber es war auch großartig! So viel Klang – wie in einem großen Orchester, das ist einfach fantastisch“, schwärmt Pedrazzini. „Diese Balance von Streichern und Blechbläsern…“
Vier Tage und vor allem vier Nächte hat der Musiker aus Locarno mit seinem kleinen Team im Februar 2026 dann die CD eingespielt in der Marienbasilika. Hinein in den „Konzertsaal“ durfte niemand. Mikrofone und Technik wurden installiert, der Spieltisch in den Mittelgang verfrachtet, Marco Elmer von der Kevelaerer Orgelbau-Firma Seifert sorgte für die richtige Stimmung der tongewältigen Königin der Kircheninstrumente.
Nun kommt Andrea Pedrazzini wieder nach Kevelaer, um die „Siebte“ live auf der großen Seifert-Orgel zu spielen – und die auf CD gebannte Version des monumentalen Werkes auch gleich mitzubringen. Die vier Sätze der Sinfonie – vom feierlichen Adagio über das kraftvolle Scherzo bis zum bewegten Finale – eröffnen auf der großen Seifert-Orgel eine ganz eigene Klangwelt.
Freitag, 21. August, 20 Uhr, Marienbasilika Kevelaer. Programm: Anton Bruckner, 7. Sinfonie in E-Dur; Bearbeitung für Orgel: Eberhard Klotz. Veranstalter ist der Orgelbauverein Kevelaer; Tickets: 15 Euro, ermäßigt zehn Euro (Abendkasse oder bei Jacobs am Kapellenplatz). Alle Infos: www.kultur-am-kapellenplatz.de.
Andrea Pedrazzini mit Assistent Diego Ceruti und Tonmeister Sasha Gambazzi (v.l.). Foto: privat