„Alterstauglichkeit“ von Wohnungen im Kreis Kleve
Aktuelle Studie: Nur jede zwölfte Wohnung ist altersgerecht
KREIS KLEVE. Längst nicht alle Wohnungen sind fit fürs Alter: Von den rund 157.900 Wohnungen im Kreis Kleve sind nur rund 13.300 so gebaut, dass ältere Menschen darin ideal klarkommen. Gerade dann, wenn sie auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind. „Damit bieten nur rund acht Prozent aller Wohnungen im Kreis Kleve den Standard, der nötig ist, um mit körperlichen Einschränkungen oder auch als Pflegefall darin alt zu werden“, sagt Matthias Günther. Er ist Leiter des Pestel-Instituts. Dessen Wissenschaftler haben im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) eine regionale Wohnungsmarkt-Analyse gemacht.
Im Fokus der Untersuchung: die „Alterstauglichkeit“ der Wohnungen. „Gerade die ist auch für den Kreis Kleve wichtig: Immerhin gehen hier in den nächsten zehn Jahren rund 52.700 Menschen in Rente – die Baby-Boomer nämlich“, sagt Katharina Metzger vom Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel. Ziel müsse es deshalb sein, möglichst schnell für mehr Seniorenwohnungen im Kreis Kleve zu sorgen. „Denn die werden früher oder später gebraucht. Und auf Dauer ist jede altersgerechte Sanierung günstiger als ein Umzug ins Heim“, so BDB-Präsidentin Metzger.
Schon rein volkswirtschaftlich müsse der Staat also ein Interesse daran haben, mehr Seniorenwohnungen zu schaffen. „Vor allem aber geht es um den Wunsch der Menschen selbst: Die meisten wollen in den eigenen vier Wänden alt werden und, solange es geht, zu Hause bleiben“, sagt Katharina Metzger.
Das funktioniert aber nur, so das Institut, wenn gerade Altbauwohnungen fürs Wohnen im Alter umgebaut werden: „Wichtig sind wenig Barrieren – also möglichst keine Schwellen, Stufen oder ganze Treppen. Aber auch breite Türen und viel Platz, um sich mit einem Rollator oder Rollstuhl frei bewegen zu können. Vor allem im Bad und in der Küche ist das wichtig. Genau die sind aber oft zu klein gebaut.“
Die Wohnung fit fürs Alter machen: Rechtzeitig umbauen, um später zu Hause auch noch mit dem Rollstuhl klarzukommen, raten Experten. Foto: Tobias Seifert