Alte Trafotürme mit neuen Perspektiven
Niederrheiner beim 8. Turmsymposium in Nordhessen
NIEDERRHEIN. Wie viel Zukunft steckt in einem alten Trafoturm? Dieser und vieler weiterer Fragen rund um die Nachnutzung von Trafotürmen gingen beim 8. Turmsymposium von Turmtransformation rund 30 Turmbegeisterte im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis nach. Herbstliches Wetter, spannende Einblicke und viele persönliche Gespräche machten das Treffen zu einem besonderen Erlebnis. Mit dabei die Turmfreunde aus Schaephuysen, Hamminkeln, Dinslaken und Sevelen.
Los ging‘s am Samstag mit einem Besuch des Freilicht-Braunkohlemuseums in Borken. Im Schneewittchendorf Bergfreiheit – Ortsteil von Bad Wildungen -zeigte sich anschließend, wie ein ehemaliger Trafoturm als Denkmal der Industriekultur erhalten werden kann – auch dank des Engagements des lokalen Energieversorgers, der Energie Waldeck-Frankenberg GmbH (EWF) mit Sitz in Korbach. Im ehemaligen Bergamt wurde den Teilnehmern ein Imbiss mit landestypischer „Aale Wurscht“ gereicht.
Weiter ging‘s in die Alte Pfarrei in Niederurff: Im Domizil von Dr. Stefan Pollmächer und Dr. Alexandra Urbas – ebenfalls Turmbegeisterte mit eigenem Trafoturm in Niederurff, der als Ferienhäuschen für Gäste genutzt wird – folgte ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm: EWF-Marketingleiterin Marina Kieweg stellte die Türme im Netzgebiet der EWF als „Botschafter ihrer Zeit“ vor und zeigte vielfältige Nachnutzungsmöglichkeiten auf. Es folgten Geschichten rund um den Fledermausturm in Vöhl-Asel am Edersee, die Umnutzung eines Turms in Guxhagen bei Kassel als Ferienhaus sowie die Vorstellung einiger Trafostationen in Chemnitz und Umgebung. Weiter wurde der derzeit laufende Umbau zu einem Tinyhaus in der Nähe von Lippstadt illustriert dargestellt. Zum Tagesabschluss gab es die Mitgliederversammlung des 2022 gegründeten Vereins Turmtransformation mit Neuwahlen. Im Amt bestätigt wurde als 1. Vorsitzender Michael Sonfeld aus Schaephuysen.
Am Sonntag führte eine gemeinsame Tour zu weiteren Beispielen gelungener Turmtransformation in der Region, darunter in Bergheim, in Mehlen und in Vöhl-Asel. Sie zeigten, wie vielfältig sich historische Technikbauten neu denken lassen – als Kulturdenkmal, Artenschutzturm oder ungewöhnlicher Aufenthaltsort. Im Rahmen des Programms blieb Zeit für den Austausch über Ideen, Erfahrungen und künftige Projekte. Möglich wurde das Symposium auch durch die Unterstützung der Westenergie AG und der EWF GmbH.
Weitere Infos zum Thema in der Vereinshomepage der bundesweit tätigen Gemeinschaft www.Turmtransformation.de oder persönlich an Michael Sonfeld, info@turmtransformation.de
Die Teilnehmer des Symposiums 2026. Foto: privat