Allerlei Kulinarisches rund um das „königliche Gemüse“
Der Verkehrs- und Heimatverein Kessel bittet zum 22. Spargelmarkt im Pfarrgarten St. Stephanus Kirche
KESSEL (CDS). Lange müssen Spargelfans nicht mehr warten: Kessel rüstet sich für den Spargelmarkt, der am kommenden Samstag, 17. Mai, ab 18 Uhr, im Pfarrgarten neben der St. Stephanus Kirche stattfindet.
Was im vergangenen Jahr nur als Ausweichquartier gedacht war, nachdem heftiger Wind die am Vorabend aufgebauten Pavillons weggeweht hatte, kam so gut bei den Gästen an, dass der ausrichtende Verkehrs- und Heimatverein Kessel (VHV) dies aufgreift. Nun finden sich die Stände, an denen allerlei Köstlichkeiten rund um das „weiße Gold“ vom Niederrhein“ probiert werden können, erneut im gemütlichen Pfarrgarten. Der Vorteil: Sollte das Wetter wider Erwarten nicht mitspielen, kann man ins benachbarte Pfarrheim ausweichen und ebenso das neue Weinhaus mitnutzen.
Das Erfolgsrezept ist gleich geblieben: Der Spargelmarkt gilt als Treffpunkt für Genießer und Interessierte aus der Region. Der VHV Kessel setzt dabei bewusst auf regionale Partner und Überschaubarkeit der Veranstaltung. Es ist der 22. Spargelmarkt – der erste fand 2001 mit der Einweihung des Kaiser-Otto-Platzes vor der St. Stephanus-Kirche statt. Hier wird übrigens wieder der Spargelmarkt mit der traditionellen Spargelmesse, die um 17 Uhr beginnt, eingeweiht.
In diesem Jahr sind wieder vier Gastronomen dabei:
Lothar Quartier kredenzt erneut die beliebten Wraps mit Kochschinken, Hähnchenbrust oder Schnitzel – und natürlich Spargel. „Unser Dessert wird ganz klassisch: Erdbeeren mit Vanillesauce“, macht er Appetit.
Jens Barten vom Restaurant „Zum Schwan“ serviert Spargel mit allerlei Beilagen, aller Voraussicht nach auch wieder mit Tafelspitz: „Der kommt immer gut an“, weiß er. Spargelsuppe darf nicht fehlen und als Dessert lockt eine selbst gemachte Erdbeercreme. Das Spargelhaus Ophey hält kulinarische Überraschungen bereit. Und erneut mit dabei ist die Pizzeria Capri mit einer Spargelpizza. Die Portionen an den Ständen sind in der Menge wieder so gehalten, dass man mehrere Gerichte probieren kann. Für Getränke ist ebenfalls gesorgt: Der VHV schenkt unter anderem verschiedene Weine von der Mosel und aus Rheinhessen aus. Die Kesseler Jugend unterstützt den VHV dabei.
Der Chor „Vens Plezier“ aus Ven-Zelderheide sorgt für passende musikalische Unterhaltung. „Außerdem gibt es Musik vom Band“, berichtet Bernd Thönnesen, Vorsitzender des VHV. Im Rahmen der Veranstaltung werden die Preise der 4. Kesseler Oster-Rallye ausgelost; außerdem gibt es für die Kids eine Hüpfburg. Traditionell heißt es beim Spargelmarkt „open end“. Für stimmungsvolles Ambiente sorgt in den AbendstunBeleuchtung. Außer guter Laune sollten Besucher in diesem Jahr aber auch Bargeld für den Erwerb von Wertmarken mitbringen, diese werden am Getränkestand benötigt. Der Aufbau für den Spargelmarkt beginnt am Freitag, 16. Mai, ab 16 Uhr (der Abbau beginnt dann am Sonntagmorgen um 10 Uhr). „Hier würden wir uns über weitere Helfer freuen“, so Bernd Thönnesen. Wer sich beteiligen möchte, kann sich beim VHV melden.
Geschichte
Seit der Premiere im Jahr 2001 hat sich der Spargelmarkt zu einem festen Bestandteil des örtlichen Veranstaltungskalenders entwickelt. Doch die Geschichte des Spargels in Kessel reicht deutlich weiter zurück.
Bereits 1928 begann Johann Kuypers mit dem Spargelanbau in Kessel. Seine erste Anbaufläche umfasste einen Morgen – ein historisches Flächenmaß, das etwa einem Viertel Hektar entsprach. Der sandige Boden bot günstige Voraussetzungen für das anspruchsvolle Gemüse. 1952 wurde Kessel offiziell als „Spargeldorf“ bekannt und trat in direkte Konkurrenz zu anderen Spargelregionen am Niederrhein, etwa Walbeck. 1954 fanden die ersten öffentlichen Spargelessen statt, zunächst bei Fritz Spronk, später auch bei anderen Gastwirten wie Willemsen-Kuypers. Damals boten bereits sechs Gasthäuser in Kessel frischen Spargel an. „Da waren es dann 7.000 Gäste in der Spargelzeit“, erzählt Bernd Thönnesen. Die Anbaufläche wuchs im Laufe der Jahre auf 25 Morgen; 1988 waren es dann 40 Morgen, die von 21 Spargelbauern bewirtschaftet wurden und 20.0000 Gäste in der Spargelsaison. Heutzutage seien es noch zehn Morgen, die vom Spargelhof Ophey selbst bewirtschaftet werden, wirft Thönnesen einen Blick in die Chronik des Spargeldorfes. Spargel aus Kessel werde im ganzen Kreisgebiet verkauft. Zur Förderung der örtlichen Kultur und als Impulsgeber für den Spargeltourismus wurde 1957 der Verkehrs- und Heimatverein Kessel gegründet. Neben der Pflege des regionalen Brauchtums kümmert sich der Verein bis heute um Denkmalpflege und Landschaftsschutz. Ziel war und ist es, das Profil des Spargeldorfs überregional zu stärken. Das 100-jährige Jubiläum des Spargelanbaus wird 2028 gefeiert. „Der Spargelmarkt ist ein Dorfprojekt“, betont Bernd Thönnesen den Zusammenhalt in Kessel.
Aus dem Ausweichquartier Pfarrgarten ist nun der Veranstaltungsort geworden. NN-Foto: Archiv/Gerhard Seybert Foto: Ruediger Bechhaus
Vorfreude auf den Spargelmarkt (v.l.): Gastronom Lothar Quartier, Karola Heesen (VHV-Vorstand), Karl-Heinz Wagner (VHV), Bernd Thönnesen(VHV-Vorstand), Irmgard Kruse (VHV-Geschäftsführerin) und Gastronom Jens Barten. NN-Foto: CDS