Bürgermeisterkandidat für die Grünen: Michael Baumann-Matthäus. NN-Foto: HF
10. Juni 2025 · Kranenburg

Aller guten Dinge sind zwei

Baumann-Matthäus tritt zum zweiten Mal als Bürgermeisterkandidat an

KRANENBURG. Aller guten Dinge sind zwei, denn so viel steht fest: Ein drittes Mal wird‘s nicht geben. Michael Baumann-Matthäus, Agraringenieur und Landschaftsplaner, ist 66 und zum zweiten und letzten Mal Bürgermeisterkandidat für die Grünen in Kranenburg.

Der Wahlkampf hat noch nicht begonnen, aber im Kopf von MiBaMa (so wird er auch genannt – das geht einfach schneller) hat alles längst begonnen. „Ich finde, dass wir als Partei einen Kandidaten stellen müssen. Das Problem ist: Finde mal jemanden.“ Baumann-Matthäus hat im Ortsverband für seine Idee geworben und auch gleich gesagt, „dass ich es nicht sein muss“. Aber wie es dann so ist: Es fand sich niemand. „Ich habe dann gesagt, dass ich es machen würde, aber ich wollte, dass auf jeden Fall abgestimmt wird.“ Das wurde es dann auch. Und? Einstimmig? „Natürlich nicht“, sagt Baumann-Matthäus und lächelt. Das Lächeln sagt: Einstimmig wäre bei den Grünen schon irgendwie verdächtig.

Baumann-Matthäus ist ein alter Hase. Er ist seit 21 Jahren dabei. Trotzdem hält er sich nicht für einen, der im Zweifel alles besser weiß, weil er Erfahrung hat. Erfahrung ist manchmal nützlich und macht auch manchmal blind. Ein „warschonimmerso“ hat ja irgendwie noch nie geholfen. Was ist die wichtigste Eigenschaft, die ein Politiker mitbringen muss? „Der Superlativ liegt mir nicht, aber Frustrationstoleranz ist irgendwie unverzichtbar.“ Bedeutet? „Wenn du einen Antrag einbringst und der wird abgelehnt, dann darfst du nicht denken, dass du abgelehnt wirst. Es ist nur dein Antrag und das ist ein himmelweiter Unterschied. Das musst du begreifen, sonst ist auch Lokalpolitik die pure Frustration und eben das soll es ja nicht sein.“

Ist es heute schwieriger, Menschen zum Mitmachen zu motivieren? „Mein Eindruck? Ja. Ist es.“ Baumann-Matthäus sieht eine geänderte Ausgangslage. „Wir haben diesmal mehr Parteien am Start. Das kann dazu führen, dass jeder nur noch seine Klientel bedient. Da zersplittert dann alles und irgendwann wird es schwierig mit der Handlungsfähigkeit. Es ist also wichtig, konstruktive Dialoge zu führen. Nach Mehrheiten zu suchen. Das Mittel: Reden, reden, reden.“

Die Zeiten haben sich geändert. Die Wahlkampfinstrumente auch. Wie wichtig sind die sozialen Medien, die Plakate, die persönlichen Kontakte? Baumann Matthäus glaubt, dass der persönliche Kontakt nach wie vor entscheidend ist. „Wenn ich das in Prozente fassen sollte, würde ich sagen: 15 Prozent machen die Plakate, 15 Prozent die sozialen Medien und die restlichen 70 Prozent haben etwas mit persönlichem Treffen zu tun.“

„Ich bin kein Inhalt, ich bin nur ein Plakat“ – diesen Satz habe er mal in der Satiresendung „Extra Drei“ gehört. „Ich denke, das trifft es sehr gut. Trotzdem wird es auch in unserem Wahlkampf Plakate geben.“

Stehen die Wahlkampfthemen bereits fest? „Nein. Und ich werde jetzt und hier auch nicht zu einem Alleingang antreten. Wir werden im Team die Themen sondieren und dann nach Wichtigkeit einordnen. Der eigentliche Wahlkampf beginnt im Prinzip nach der Sommerpause.“ Und dann doch ein Thema, das ihm am Herzen liegt: Klimaschutz. „Fest steht: Wir müssen die Welt in und für Kranenburg nicht neu erfinden.“ Anders gesagt: Baumann-Matthäus schätzt nicht, dass Kandidaten mit gänzlich neuen Themen aufschlagen werden. „Das sehe ich eher nicht.“ Auf der Agenda stünden aber neben dem Klimaschutz die Umsetzung des Starkregenkonzepts und die kommunale Wärmeplanung.

Jetzt sei es erst einmal wichtig, „dass die Kandidaten ins Bewusstsein der Wählerschaft rücken. Kandidaten brauchen eine Bühne, auf der sie sich und ihre Ideen präsentieren können. Das gehört einfach dazu.“

Bürgermeisterkandidat für die Grünen: Michael Baumann-Matthäus. NN-Foto: HF