Alfred Wels feiert 95. Geburtstag
Er ist Mitbegründer und Ehrenmitglied des Kreisfeuerwehrverbandes Kleve
KREIS KLEVE. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes, war viele Jahre stellvertretender Leiter des Jugendamtes und stellvertretender Kreisbrandmeister der Feuerwehr Kleve. Am 27. April wird Alfred Wels 95 Jahre alt.
Aufgewachsen ist er als mittleres Kind von drei Geschwistern in der Zeit des 2. Weltkrieges in Rindern. Als die alliierten Verbände in Südfrankreich an der Mittelmehrküste landeten, besuchte er die 8. Klasse, während sein Vater in La Rochellé Dienst zu leisten hatte und U-Boote reparierte. Alfred saß in der letzten Bank und war damit für den Klassendienst zuständig. Bei Fliegeralarm galt es für ihn, die anderen Klassen unverzüglich zu informieren und in die Kellerräume zu begleiten. Alfred erlebte den Vormarsch der alliierten Truppen am Niederrhein, wurde mit der Familie nach Bedburg-Hau evakuiert und erlebte nach der Rückkehr nach Hause, wie fortan aus dem Wohnzimmer eine Stellung des „Tomis“ geworden war, denn das Haus der Familie lag an einer exponierten Position im Ort. Im November 1945 kehrte der Vater heim und der junge Alfred hatte mittlerweile Interesse an der Landwirtschaft gefunden, denn mit Landarbeit erarbeitete man sich in diesen Zeiten die Versorgung der Familie.
Er entschied sich zu einer zweijährigen Landwirtschaftslehre in der Landwirtschaftsschule in Kellen, dem Haus Schmitthausen. Im Mai 1950 kam er auf den Betrieb Wilhelm Schlüter in Keeken. Gleich nebenan lernte er seine große Liebe kennen. 1953 wurde geheiratet. Zunächst lebte die junge Familie in Keeken. Nachdem seine Eltern sich zu einem Neubau entschieden hatten, zog Alfred 1961 mit seiner Familie in das bisherige Elternhaus in Rindern. Noch heute lebt er in diesem Elternhaus, in dem er geboren wurde und seine Frau und er ihre vier Töchter großzogen.
Beruflich und persönlich trieb er kontinuierlich seine Weiterentwicklung voran. So legte er die 1. und 2. Verwaltungsprüfung ab, war lange im Ordnungsamt der Stadt Kleve und später als stellvertretender Leiter des Jugendamtes tätig. So, wie sein Vater Theodor Wels, langjähriger 1. Bürgermeister von Rindern, es schon vorgelebt hatte, war ihm persönliches Engagement stets ein Herzensanliegen.
Im Sommer 1962 gab es Feueralarm in Rindern. Aus Neugierde fuhr Alfred zum Feuerwehrhaus. Dort war Hektik ausgebrochen, war doch niemand mit einem gültigen Führerschein vor Ort, der den schweren Tankwagen fahren konnte. Er sprang ein und schon war sein Feuer für die Wehr entfacht. Mit Eifer besuchte er alle Feuerwehrlehrgänge an der Landesfeuerwehrschule in Münster und anderswo. 1968 übernahm er die Leitung der Löschgruppe Rindern. 1973 wurde er zum Hauptbrandmeister befördert und stand nun der Löschgruppe 4 innerhalb der Stadtfeuerwehr vor. Er engagierte sich im Kreisfeuerwehrverband und wurde 1981 zum stellvertretenden Kreisbrandmeister gewählt. Gemeinsam mit dem Kreisbrandmeister, Matthias Schwartges, galt es vielfältige Reformen und Neuerungen einzuführen. Daraus entstanden unter anderem die enge Zusammenarbeit mit den Brandweeren der Grenzregion und auch der „Leistungsnachweis“ der Feuerwehren, der sich immer noch einer wachsenden Beliebtheit erfreut. Schwierige Herausforderungen wurden gemeistert wie die schweren Waldbrände 1976 am Kartenspielerweg und bei Nettetal. Die Hochwassereinsätze 1993 und 1995 koordinierte er mit inmitten des Katastrohenalarms, als der Damm zwischen Keeken und Bimmen mit Sandsäcken gesichert werden musste. Aber auch manch ein Feueralarm kostete Kraft, gerade, wenn Kinder unter den Opfern waren. Neben der Tätigkeit in der Pflegekinderberatung des Jugendamtes forderten diese Ereignisse Mut, Kraft und Einsatzwillen.
1994 wurde Alfred Wels für sein langjähriges, außerordentliches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Im Ort war er der Nächste, der diese Auszeichnung nach seinem Vater erhielt.
Alfred blieb der Feuerwehr noch über den Ruhestand hinaus bis 1995 im aktiven Dienst erhalten und fühlt sich in der Kameradschaft auch heute noch zu Hause. Nach dem Tod seiner Frau fand er immer Zeit für seine vier Töchter, elf Enkel und 19 Urenkel, die immer wieder aufs neue Freude ins Leben tragen.
Alfred Wels ist Mitbegründer des Kreisfeuerwehrverbandes Kleve und war erster Schriftführer im Jahr 1975. Für die Verdienste um die Feuerwehren diesseits und jenseits der Grenze wurde Alfred Wels zum Ehrenmitglied des Kreisfeuerwehrverbandes Kleve ernannt. Am 27. April feiert Alfred Wels seinen 95. Geburtstag— im Elternhaus. Sein Ziel: Gesund und so fit bleiben wie heute — und dann 100 werden!
Alfred Wels feiert am Montag seinen 95. Geburtstag. Foto: privat