Laden Gartenliebhaber ein – die Organisatoren und Teilnehmer der „Offenen Gärten im Kleverland“: (v. l.) Anastasia Kufeld (Gemeinde Bedburg-Hau), Mathis Kleinkemm (WfG Goch), Verena Rohde (Geschäftsführerin WTM Kleve), Iris und Egon Hoffmann (Garten Hortulus), Ute Hoppen (HoKliGa(rten)), Dr. Manon Loock-Braun (WfG Emmerich), Petra Schmitt (Gemeinde Uedem); (vorne v. l.) Verena Welbers (Gärten im Alten Pflegerdorf), Martina Gellert (WTM Kleve), Norbert Remy (Selbstversorger- und Wohlfühlgarten). NN-Foto: MB
19. März 2026 · Niederrhein

Aktion „Offene Gärten im Kleverland“ startet wieder

Wohlfühlen und genießen: Gartenparadiese laden ab Sonntag, 29. März, ein

KREIS KLEVE. Noch ist wenig Farbe zu sehen. Auch die Tierwelt zeigt sich nur sehr zurückhaltend. Doch das wird sich bald ändern. „Rund um den Teich und das Sandarium mit dem Blühstreifen haben wir viele Insekten wie Bienen, Libellen und Schmetterlinge“, erzählt Iris Hoffmann. Hinzu kommen Frösche, und auch der Eisvogel schaut immer wieder im Garten Hortulus in Emmerich-Praest vorbei. Im vergangenen Jahr haben Iris und Egon Hoffmann erstmals an der Aktion „Offene Gärten im Kleverland“ teilgenommen. „Es war überwältigend“, erinnert sich Iris Hoffmann an „viele nette Leute“ und „tolle Gespräche“. Ende des Monats gehen die Offenen Gärten in die 26. Runde.

Im Jahr 2005 fand die aus England stammende Idee der Offenen Gärten erstmals den Weg ins Kleverland. „Drei Gartenbesitzer aus Kleve und Bedburg-Hau sind an uns herangetreten“, erzählt Martina Gellert von de WTM Kleve, die die Aktion mit ihrer Kollegin Anastasia Kufeld von der Gemeinde Bedburg-Hau organisiert. „Die Idee wurde von Beginn an gut angenommen.“ Inzwischen ziehen die Offenen Gärten Besucher aus dem Ruhrgebiet, den benachbarten Niederlanden, selbst aus Südeuropa wie Italien und Portugal an. Gartenreiseveranstalter haben die Termine im Kleverland im Programm, „manche Gäste planen ihren Urlaub entsprechend“, weiß Gellert.

Private und historische Gärten, besondere Projekte und ein Tropenhaus

Die teilnehmenden Gärten wechseln von Jahr zu Jahr. Diesmal sind 13 Privatgärten, der Garten des B.C. Koekkoek-Hauses und die historischen Gärten in Kleve, der Park des Museums Schloss Moyland sowie das Tropenhaus der Hochschule Rhein-Waal mit seinen Lehr- und Schaugärten dabei. Sie alle öffnen zwischen Ende März und Mitte Oktober an bestimmten Tagen. Der Startschuss fällt am Sonntag, 29. März, in Haus Eyl in Bedburg-Hau-Huisberden. „Dort gibt es viele Frühblüher“, verrät Gellert.

Zwei Gärten sind in diesem Jahr zum ersten Mal dabei. Zum einen der Selbstversorger- und Wohlfühlgarten von Agnes und Norbert Remy: Seit 2020 hat das Ehepaar aus Kalkar-Hönnepel seinen Garten nach und nach ausgebaut. Dank des großen und vielfältigen Gemüsegartens, zu dem auch ein Gewächshaus gehört, „können wir das ganze Jahr über unser eigenes Gemüse essen“, sagt Nobert Remy. So weit der Selbstversorger-Aspekt. Für den Wohlfühlfaktor sorgen üppige Staudenrabatten und gemütliche Sitzecken, Rotbuchenhecken unterteilen den etwa 1.500 Quadratmeter großen Garten.

Ebenfalls neu im Programm ist der „HoKliGa(rten) von Ute Hoppen in Uedem-Uedemerbruch. Vor 16 Jahren ist sie hier eingezogen, hat eigene Ableger aus ihren vorherigen Gärten mitgebracht und diese nach und nach im neuen Domizil eingepflanzt. Im rund 700 Quadratmeter großen Garten findet sich eine abwechslungsreiche Pflanzenvielfalt, Sitzgelegenheiten laden zum Entspannen und Genießen ein. „Ich öffne meinen Garten, um Besuchern eine schöne Zeit zu bieten und gleichzeitig mit ihnen in den Dialog zu gehen“, sagt Hoppen.

Als Trio sind die Gärten im „Alten Pflegerdorf“ in Bedburg-Hau im mittlerweile zehnten Jahr dabei. „Die Besucher schätzen unsere Gärten als ‚Dorf im Dorf‘. Wir sind alle sehr kreative Menschen, entsprechend kreativ sind auch unsere Gärten“, sagt Verena Welbers. Die drei Anlagen sind auf insgesamt 1.800 Quadratmetern bunt und vielfältig; auch die Ergebnisse von Upcycling-Projekten, Kunst und Handwerk sorgen dafür, dass es immer etwas Neues zu entdecken gibt. „Wir öffnen nur einmal im Jahr, dann wird es wie ein kleines Dorffest“, verspricht Welbers.

„Offene Gärten im Kleverland“ liefern Anregungen für Besucher

Die Besucher der Offenen Gärten sind Gartenliebhaber, „die sich oft Anregungen für den eigenen Garten holen“, sagt Martina Gellert. Denn die Anlagen sind nicht nur sehr vielfältig, sondern auch von ganz unterschiedlicher Größe. „Letztlich ist jeder Garten anders“, betont Anastasia Kufeld. Und nicht überall geht es beispielsweise derart „tierisch“ zu wie bei Familie Hoffmann in Praest: Hier tummeln sich auf der Blumen- und Streuobstwiese, die ebenfalls zum 1.500 Quadratmeter großen Garten gehört, neben Hühnern auch zehn Schafe, die die „Mäharbeiten“ übernehmen. Rund 3.000 Quadratemter Hecke fassen das Gelände ein, die 1989 gepflanzt wurde. Eisen-, Töpfer- und Holzarbeiten sorgen mit üppigen Stauden für optische Höhepunkte, Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein. In der hauseigenen „Gemüseabteilung“ wachsen in Hochbeeten unter andere grüner Spargel, Johannisbeertomaten, Erdbeeren, Auberginen und Kohlrabi sowie im Treibhaus Gurken und Tomaten. „Alles, was man so braucht“, sagt Egon Hoffmann.

Die Teilnahme des Garten Hortulus an den „Offenen Gärten im Kleverland“ freut nicht zuletzt Manon Loock-Braun von der WfG Emmerich: „Wir haben lange auf die andere andere Rheinseite geschaut, jetzt sind auch wir mit zwei wunderschönen Gärten vertreten.“ Neben Familie Hoffmann sind dies Kerstin und Ralf Hakenbeck mit dem Garten Hakenbeck in Emmerich. Ebenfalls rechtsrheinisch dabei sind der Garten Jagoda von Iris und Edmund Jagoda und der Bauerngarten Deymannshof von Gisela Hünnekes in Rees. Die weiteren Teilnehmer: Garten-Atelier Peters, Nicole Peters und Waldemar Kowalewski, Goch-Asperden; Waldgarten Beyershof, Wolfgang und Irmgard Frische, Bedburg-Hau; Kräuter- und Bienengarten, Dr. Daniela Dienst-Loth und Stefan Loth, Goch-Pfalzdorf; Inselgärten Schenkenschanz, Claudia Timpe-Bos, Kleve; Garten am Rheindeich, Dres. Britta und Detlev Schulz, Kalkar.

Da auch viele Radtouristen die Offenen Gärten jedes Jahr besuchen, gibt es eine Knotenpunktkarte, die die teilnehmenden Gärten mit dem Knotenpunktsystem für Fahrradrouten in der Region verbindet. Die Karten sowie weitere Informationen und alle Termine der „Offenen Gärten im Kleverland“ gibt es unter www.gaerten-kleverland.de.

Bundesweite Aktion am 28. Juni

Neben den „Offenen Gärten im Kleverland“ gibt es am Sonntag, 28. Juni, auch wieder die bundesweite Aktion „Tag der offenen Gartentür“. Interessierte Gartenbesitzer, die daran teilnehmen möchten, melden sich unter Telefon 02821/8952770. Weitere Informationen gibt es unter www.heimatpflege-kreiskleve.de.

Laden Gartenliebhaber ein – die Organisatoren und Teilnehmer der „Offenen Gärten im Kleverland“: (v. l.) Anastasia Kufeld (Gemeinde Bedburg-Hau), Mathis Kleinkemm (WfG Goch), Verena Rohde (Geschäftsführerin WTM Kleve), Iris und Egon Hoffmann (Garten Hortulus), Ute Hoppen (HoKliGa(rten)), Dr. Manon Loock-Braun (WfG Emmerich), Petra Schmitt (Gemeinde Uedem); (vorne v. l.) Verena Welbers (Gärten im Alten Pflegerdorf), Martina Gellert (WTM Kleve), Norbert Remy (Selbstversorger- und Wohlfühlgarten). NN-Foto: MB