Gerhard Pauls, 80-jähriges Mitglied im Schützenverein Kessel-Nergena, lächelnd im Vereinsanzug.
16. Mai 2026 · Goch

80 Jahre Treue zum Schützenverein Kessel-Nergena

Gerhard Pauls prägt seit acht Jahrzehnten das Vereinsleben

KESSEL. Es gibt Jubiläen, und es gibt Lebenswerke. Was Gerhard Pauls in diesem Jahr erreicht hat, gehört zweifellos zur zweiten Kategorie: Seit unglaublichen 80 Jahren ist er Mitglied des Schützenvereins Kessel-Nergena. Eine derart lange und kontinuierliche Zugehörigkeit ist selbst in traditionsreichen Verei-nen eine absolute Seltenheit und in der heutigen Zeit kaum noch vorstellbar. Über einen Zeitraum von acht Jahrzehnten Mitglied eines Vereins zu bleiben, zeigt nicht nur außergewöhnliche Lo-yalität, sondern auch eine tiefe Verbundenheit zum Verein und seinen Menschen. Gerade angesichts der schnelllebigen und oft wechselhaften Lebensumstände der Gegenwart wird das En-gagement des Protagonisten zum Sinnbild für Beständigkeit und Treue. Es ist beeindruckend, wie er über Generationen hinweg aktiv geblieben ist, den Verein mitgestaltet und geprägt hat. Solch eine Kontinuität und Hingabe verdient höchsten Respekt und Anerkennung, da sie heute nur noch selten anzutreffen ist und für viele als unerreichbares Ideal gilt.

Als Gerhard Pauls, Jahrgang 1932, dem Schützenverein 1946 beitrat, war er erst 14 Lenze alt. Ein paar Monate später wurde er auch ein aktives Mitglied der Musikkapelle des Schützenvereins Kessel-Nergena und prägte deren Entwicklung maßgeblich mit. Bis Anfang der 2000er-Jahre stand er noch regelmäßig bei Auftritten auf der Bühne und nahm engagiert an den Proben teil und immer dabei, natürlich sein Tenorhorn. Zuletzt sogar im neuen Probensaal. Sein Einsatz, seine Verlässlichkeit und seine Leiden-schaft für die Musik haben entscheidend dazu beigetragen, den guten Ruf der Kapelle weit über die Grenzen von Kessel hinaus zu tragen. Doch nicht nur musikalisch setzte er Akzente: Auch im Vereinsleben bei den Schützen spielte er eine herausragende Rolle. Im Jahr 1962 wurde er zum Jubiläumsschützenkönig anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Vereins gekrönt, eine besondere Ehre. An seiner Seite immer dabei seine Ehefrau Thea. 25 Jahre später, beim 75-jährigen Jubiläum im Jahre 1987, schrieb er erneut Vereinsgeschichte: Als erster Kaiser des Schützenvereins wurde ihm eine ganz besondere Auszeichnung zuteil. Dieser Titel des Kaisers wird nur alle 25 Jahre ausgeschossen. Sein Name steht heute sinnbildlich für Beständigkeit, Engagement und gelebte Gemeinschaft. Der Schützenverein Kessel-Nergena verdankt ihm einen erheblichen Teil seines Erfolges und seiner Identität. Ein großer Dank gilt daher einem Mann, der über acht Jahrzehnte hinweg dem Schützenverein die Treue gehalten und ihn mitgeprägt hat wie kaum ein anderer. Die Urkunde und sein verdienter Orden wurden ihm bereits vom Repräsentanten des Schützenvereins, Jens Stockmans, überreicht.

Einladung zum Königsschießen

Der Schützenverein Kessel-Nergena lädt alle Bürger herzlich zum diesjährigen Königsschießen ein. Die Veranstaltung findet am Samstag, 30. Mai, ab 16 Uhr, am Schützenhaus statt, um einen Nachfolger für Nadine I. Tünnißen zu finden. Geboten wird ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie: Für Kinder steht eine Hüpfburg bereit, zudem wird das Kinderkönigspaar ausgeschossen. Auch die Jungschützen ermitteln ihre Ma-jestäten, bevor am Abend das große Highlight folgt: die Ermittlung des neuen Schützenkönigs beziehungsweise der Schützenkönigin. Für das leibliche Wohl ist an diesem Samstag selbstverständlich bestens gesorgt. Der Vorstand freut sich über zahlreiche Besucher – auch über die Grenzen von Kessel hinaus ist jeder herzlich willkommen.

Gerhard Pauls ist seit unglaublichen 80 Jahren Mitglied im Schützenverein Kessel-Nergena. Foto: privat