Bald können die Feierlichkeiten beginnen: (v.l.) Presbyterin Brigitte Messerschmidt, Pfarrer Wolfgang Willnauer-Rosseck und Presbyter Guido Höhne. NN-Foto: Thomas Langer
1. September 2022 · Xanten

450 Jahre evangelisches Leben in der Römerstadt

Evangelische Kirchengemeinde Xanten-Mörmter feiert mit Veranstaltungsreihe

XANTEN. 500 Jahre ist es mittlerweile her, dass Luther sein erstes Testament übersetzte. Auch die evangelische Kirchengemeinde Xanten-Mörmter ist mit einem eigenen Jubiläum nah dran an dieser Zahl: vor 450 Jahren wurde evangelisches Leben in Xanten das erste Mal dokumentarisch erwähnt. „Eine so lange Zeit ist nicht selbstverständlich“, sagt Presbyterin Brigitte Messerschmidt. Ein Grund zum Feiern für die Gemeinde. Einen ersten Akt gab es bereits zu Ostern (die NN berichteten), nun folgen weitere Feierlichkeiten in Form eines breit gefächerten Angebots. Für den Festgottesdienst zu Ostern war zuletzt der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, angereist. Ein solcher Gast ist nun zwar nicht mehr angekündigt, weniger besonders wird es trotzdem nicht. An dem Programm im September und Oktober möchten die Organisatoren viele Menschen beteiligen und zeigen, was die Gemeinde zu bieten hat. „Es war uns wichtig, möglichst viele Gruppen aus unterschiedlichen Bereichen, die an der Gemeindearbeit beteiligt sind, in diese Festwochen einzubinden“, erklärt Presbyter Guido Höhne vom fünfköpfigen Vorbereitungsteam.

Das zeigt sich bei den Andachten in der Kirche an jedem Mittwoch im September und Oktober um 19 Uhr. Diese werden immer von einer anderen Gruppe gestaltet. „Sie sind in der Wahl des Themas völlig frei.“ Angedacht sind Themen, die ihnen persönlich und für die Arbeit in der Gemeinde wichtig sind. Am 7. September ist das Presbyterium zuständig, am 14. September das Kindergottesdienst-Team und die Eltern, am 21. September die Eine-Welt-Gruppe, am 28. September der Förderverein der Kirche Mörmter, am 5. Oktober gestaltet die Andacht der Ökumene-Ausschuss, am 12. Oktober die Kita „Arche“, am 19. Oktober das Evan und Mitarbeiter aus der Kurfürstenstraße 3 und am 26. Oktober die Lektoren.

Start am Sonntag

Den Beginn des zweiten Festteils markiert ein Gottesdienst für alle Generationen im Kurpark hinter der Kriemhildmühle am Sonntag, 4. September. Das Motto: „Mit Hand und Fuß, mit Kopf und Herz – Gemeinschaft in der Gemeinde tut gut“. Anschließend dreht sich auf der Wiese alles um Geselligkeit, sowohl mit Spielen als auch mit Leckereien.

Am Donnerstag, 15. September, um 19.30 Uhr findet „etwas Besonderes für uns“ statt, sagt Höhne. Unter dem Titel „Unsere Wurzeln, Entwicklungen und Verwicklungen“ wird Jürgen Rosen Einblicke geben in die 450-jährige Geschichte der Kirchengemeinde. „Wenn jemand was über die Geschichte der Kirchengemeinde weiß, dann Jürgen Rosen.“ Schon seit Jahrzehnten forscht dieser zur Gemeindegeschichte.

Am Freitag, 23. September, nimmt die Gemeinde an der Nacht der offenen Kirchen teil. Ab 18 Uhr warten verschiedene Angebote auf die Besucher. Dazu gehören nicht nur meditative Musik und Kurzandachten, sondern auch eine Führung durch den Totenkeller. In den Herbstferien von Dienstag, 4., bis Freitag, 14. Oktober, lädt das Jugendheim Evan zu verschiedenen Aktionen für Kinder und Jugendliche ein.

Am Samstag, 15. Oktober, startet ab 17 Uhr ein Streifzug durch die Bibel „von Aufbruch und Bewegung“. Dabei liest Adrian Hildebrandt vom Theater Duisburg biblische Texte aus verschiedenen Teilen und Zeiten der Bibel. Für noch mehr Lebendigkeit werden die Lesungen mit Musik begleitet. Musikalisch bleibt es auch am Sonntag, 30. Oktober, um 17 Uhr. „So klang es vor 450 Jahren“ heißt ein Konzert der etwas anderen Art. Das Ensemble „Convivium musicale“ spielt dann auf alten Instrumenten Musik, wie sie zur Zeit der Anfänge der Kirchengemeinde gespielt wurde.

Ein ökumenischer Gottesdienst bildet den Abschluss der Jubiläumswochen am Reformationstag, 31. Oktober, um 19 Uhr im Xantener Dom. Dabei präsentiert die evangelische Kirchengemeinde dann ein ganz besonderes Projekt: 16 verschiedene Gemeindemitglieder haben zuletzt die 16 Kapitel des von Luther übersetzten Markus-Evangeliums handschriftlich abgeschrieben.

Die rund 150 Seiten werden schließlich als Buch gebunden und in einer Vitrine in der Kirche ausgestellt. Gerne möchten die Verantwortlichen zukünftig weitere Bücher der Bibel handschriftlich zu besonderen Anlässen verfassen. Spannend, so erzählt Höhne, sei gewesen, dass sich ganz ohne klassische Werbung viele Freiwillige gefunden hätten, allein durch Mundpropaganda. Selbst Leute, die für gewöhnlich nicht aktiv in der Gemeinde tätig seien, hätten dabei sein wollten. Thomas Langer

Bald können die Feierlichkeiten beginnen: (v.l.) Presbyterin Brigitte Messerschmidt, Pfarrer Wolfgang Willnauer-Rosseck und Presbyter Guido Höhne. NN-Foto: Thomas Langer