Insgesamt 15 Büros werden zum Wettbewerb zugelassen. NN-Fotos: Rüdiger Dehnen
13. Juni 2025 · Kleve

37 Planungsbüros im „Topf“

Es geht darum, die Klever Fußgängerzone zukunftstüchtig zu machen

KLEVE. Auf dem Tisch: eine Lostrommel. Davor: 37 blaue, nummerierte Chips. Es geht um die Zukunft der Klever Fußgängerzone. Nein, das könnte falsch verstanden werden. Es geht um die Tauglichmachung der Fußgängerzone. Der Weg dorthin: ein Wettbewerb. Teilnehmen dürfen einzig „Büros der Fachrichtung Landschaftsarchitektur“. Ausloberin: die Stadt Kleve.

Insgesamt werden 15 Büros zum Wettbewerb zugelassen. Fünf standen schon vor der Auslosung fest – sie konnten durch die Stadt Kleve benannt werden. Der Wettbewerb: europaweit ausgeschrieben. Ums Wettbewerbsmanagement kümmert(e) sich das Büro Drees & Huesmann aus Bielefeld. (Keine dummen Witze jetzt!)

Anlass und Ziel des Wettbewerbs? In einem Konzeptpapier heißt es: „Die Stadt Kleve wird im Jahr 2029 Gastgeberin der Landesgartenschau sein. Da sich das Gelände der Gartenschau in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt befindet, bietet diese die Gelegenheit, auch die Fußgängerzone neu zu gestalten. [...] Das Wettbewerbsgebiet mit einer Gesamtfläche von 19.300 Quadratmetern erstreckt sich von der Minoritenstraße/ Herzogstraße im Norden in südwestlicher Richtung über ein Teilstück der Herzogstraße sowie die Große Straße bis hin zum Fischmarkt mit dem Elsa-Brunnen. [...] Im Osten schließt die Gasthausstraße an das Wettbewerbsgebiet an, im Nordwesten die Kavarinerstraße. Zudem umfasst das Gebiet im Südwesten Teile der Stechbahn, Hagsche Straße, Schloßstraße und Dr.-Heinz-Will-Platz.“ Für den Bereich Platz an der Herzogbrücke liegt bereits eine Planung vor.

Wir schreiben den 12. Juni. Es ist der Lostrommeltag. Thomas Geppert ist der Mann der Stunde. Er erklärt kurz noch mal wie es laufen wird. „Zusätzlich zu den zehn Losen, die wir ziehen, ermitteln wir noch fünf Nachrücker.“ Könnte ja sein, dass jemand von den Auserwählten, pardon: Ausgelosten, dann doch nicht teilnehmen kann.

Es rückt an: der Bürgermeister. Er zählt die Chips im Countdownverfahren: 37, 36, 35 ... Und ja: Es sind 37 blaue Chips am Start. Trommel auf, Chips rein, Trommel zu. Wer dreht? Der Bürgermeister. Die Presse muss sich eintragen: „Sie sind Zeugen dafür, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht“, sagt der „Ziehungsleiter“ und holt eine Liste mit dem Namen aller Büros. „Wir können anfangen.“ Der Bürgermeister dreht am Trommelrad, zieht den ersten Chip – er hat die Nummer 13. Ein Büro aus Potsdam. Dann: Berlin, Mainz, Berlin, Dresden, Berlin, München (endlich mal der Süden), Berlin, Berlin und schließlich: Hamburg. Vielleicht, wird gescherzt, sollten die Berliner Büros sich zusammentun und zur Inaugenscheinnahme der Schwanenstadt zwecks Konzepterstellung einen Sonderzug mieten oder wenigstens einen Großraumwagen. (Vielleicht doch besser nicht. Wer weiß, was los ist bei der Bahn. Schließlich haben die Ausgelosten nur sechs Wochen Zeit für die Erstellung des Konzepts.)

Noch was vergessen? Ach ja – die Nachrücker. Wo die wohl herkommen? Aus Kempen, München, Hannover und...? Richtig: Berlin und Berlin. Am 10. Juli, verrät der Ziehungsleiter, wird es ein Colloquium geben, in dessen Verlauf die Anforderungen für das Konzept der 15 Büros erstellt werden. Die müssen dann bis zum 2. September „liefern“ und bereits am 7. September tagt das Preisgericht.

Apropos Preis: Der 1. Preis ist mit 79.500 Euro dotiert, der 2. Preis mit 42.250 Euro und der 3. Preis mit 30.000 Euro. Zusatz: „Dem Preisgericht (bestehend aus neun Personen) bleibt bei einstimmigem Beschluss eine andere Verteilung der Wettbewerbssumme vorbehalten.“ Ein „Stellvertretendes Preisgericht“ sowie eine Gruppe sachverständiger Berater (ohne Stimmrecht) sind ebenfalls beteiligt.

Bürgermeister Wolfgang Gebing zog die Chips.

Bürgermeister Wolfgang Gebing zog die Chips.

Insgesamt 15 Büros werden zum Wettbewerb zugelassen. NN-Fotos: Rüdiger Dehnen