300 Meter Hecke für Resilienz und Artenvielfalt
Grenzüberschreitendes Projekt „Grenzenlose Landschaft“ nimmt Fahrt auf
In Zusammenarbeit mit dem LIKK (Landschaftspflege im Kreis Kleve), der mit seinen Mitarbeitern und Bohrern anrückte, wurden 600 Löcher für die Pflanzen vorbereitet. Eine vielfältige Mischung aus einheimischen Gehölzen, darunter viele blütenreiche Arten wie Weißdorn, Hundsrose und Gewöhnlicher Schneeball, wurden in die Erde gesetzt. Wichtig ist es bei einer Wildhecke auf standortgerechtes, einheimisches Pflanzgut zu achten, damit keine gebietsfremden Arten eingebracht werden und die einheimische Fauna von der Hecke profitieren kann.
Wildhecken haben darüber hinaus zahlreiche nützliche Eigenschaften. Sie schützen durch ihr dichtes Blätterwerk vor Winderosion des Ackerbodens und spenden Schatten, was in trockenen und heißen Jahren den auf der Weezer Fläche angebauten Gemüsepflanzen helfen wird zu gedeihen. In nassen Jahren bewirken sie durch ihr Wurzelwerk, dass der Oberflächenabfluss verlangsamt wird und der Regen lokal besser in der Erde versickert. Außerdem bieten Wildhecken Nahrung und Unterschlupf für viele Tierarten. Vor allem Vögel nutzen das Nahrungsangebot und finden hier ihre Nistplätze. Außerdem sind sie besonders attraktiv für Bienen und andere nützliche Insekten.
Dank der guten gemeinsamen Planung und der langjährigen Erfahrung des LIKK mit Gehölzpflanzungen, umrandete die Hecke schon nach eineinhalb Tagen die Fläche. Bald kann sie mit ihren Blättern, Wurzeln, Blüten und Früchten gute Dienste für Mensch und Natur leisten.
Das Interreg Projekt „Grenzenlose Landschaft“ des NZ Kleve gemeinsam mit dem niederländischen Projektpartner Vereniging Nederlands Cultuurlandschap (VNC) hat das Ziel, Klimawandeleffekte in der Kulturlandschaft im Rhein-Maas-Gebiet durch die Anreicherung mit Landschaftselementen wie Hecken und Blühstreifen abzumildern und die Artenvielfalt zu fördern. Nachdem in der letzten Pflanzsaison die Heckenpflanzungen auf niederländischer Seite des Projektgebietes, durchgeführt durch VNC, schon angelaufen waren, konnte das NZ Kleve nun auch den ersten Heckenabschnitt beisteuern. Das Projekt läuft noch bis zum Juni 2027 und es sollen in diesem Herbst und den nächsten Jahren weitere Hecken folgen.
Wer mehr zum Projekt und der Pflanzaktion wissen möchte und eine landwirtschaftliche Fläche im Raum Goch, Kalkar, Uedem oder Weeze besitzt oder bewirtschaftet und über die Anlage einer Wildhecke oder weiteren linearen Strukturelementen nachdenkt, kann gern zum NZ Kleve Kontakt aufnehmen. Weitere Infos zum Projekt und Kontakt unter: www.nz-kleve.de/grenzenlose-landschaft, Telefon 02851/96330.
Neben der Hauptfinanzierung durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW und den Provinzen Limburg, Gelderland und Noord-Brabant wird das NZ auch durch die im Projektgebiet liegenden Kommunen Goch, Kalkar, Uedem und Weeze unterstützt.
Das Pflanzgut. Foto: Alexandra Dukart