"Heinz Lamers, Karl Aengenheyster und Egon Verhoeven bei der Präsentation der Kerpenkate-Stiftung 2025-2026"
10. Mai 2026 · Kevelaer

100.000 Euro für den guten Zweck

Die Kerpenkate-Stiftung Kevelaer unterstützt sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche

KEVELAER. Seit elf Jahren unterstützt die Kevelaerer Kerpenkate-Stiftung nun schon sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche auf verschiedene Weise. Rund 100.000 Euro hat sie dafür 2025 aufgebracht – 2026 geht es mit neuen Projekten weiter.

85.000 Euro für 1.400 Kinder von null bis 18 Jahren: Die Zahlen für das letzte Jahr können sich sehen lassen und die Begabtenförderung ist da noch gar nicht eingerechnet. Kitas, Grund- und weiterführende Schulen, Sportvereine, das Jugendamt: Der achtköpfige Vorstand der Kerpenkate-Stiftung ist auf seine Partner angewiesen. „Es läuft alles anonym. Wir kennen keine Namen, nur Zahlen“, erläutert der Stiftungsvorsitzende Karl Aengenheyster. Nach gewissen Kriterien gewährt der Vorstand dann jeweils die Zuschüsse. „Wir machen es aber so unbürokratisch wie möglich.“ Genaue Aufstellungen oder Rechnungsbestätigungen seien nicht nötig.

Ein schönes Beispiel dafür, dass die Hilfe da ankommt, wo sie gebraucht wird, ist die Ferienaktion für schwerbehinderte Kinder. Hier konnte die Stiftung in 2025 und 2026 jeweils 20.000 Euro beisteuern.

Neue Projekte

Für das laufende Jahr hat sich der Vorstand schon zwei neue Projekte ausgeguckt: Zum einen soll die Kevelaerer Tafel bei ihren „Babypaketen“ unterstützt werden: Gefördert werden also Hilfsmittel für Kinder bis drei Jahren, wie Sanitätsausstattung oder Cremes. Zum anderen soll jenen Kevelaerer Kindern, die die Anforderungen auf Förderung erfüllen, die Teilnahme an den Kinder-Veranstaltungen des Kneipp-Vereins Gelderland ermöglicht werden. Dazu zählen zum Beispiel Yogakurse und Walderlebnistage. „Wir wollen den Mindestbeitrag für die Kurse zahlen“, erläutert Karl Aengenheyster. Darüber hinaus hört die Suche nach neuen Projekten nie auf: „Aber sie ist nicht immer einfach. Die Anonymität ist die Krux daran.“

Trotzdem hat die Stiftung schon ein weiteres Ziel vor Augen: Kindern den Museumsbesuch zu ermöglichen beziehungsweise sie überhaupt daran heranzuführen. „Da versuchen wir gerade ein Format für zu finden“, kommentiert der zweite Vorsitzende und Schatzmeister Egon Verhoeven.

Förderung für Begabte

Ein Punkt für sich ist die Begabtenförderung: 10.000 bis 12.000 Euro für bis zu vier Kinder lässt die Stiftung hier jährlich fließen. Dabei arbeitet man mit zwei Mentoren zusammen: Paul Wans für den Bereich bildende Kunst und Basilikaorganist Elmar Lehnen für den Bereich Musik. Sie beraten die Stiftung und geben Vorschläge, wer sich für eine Förderung eignet. Im Großteil der Fälle hat sich die Förderung als besonderer Erfolg erwiesen: „70 Prozent haben ihren weiteren Berufsweg entsprechend eingeschlagen“, sagt Karl Aengenheyster.

Einnahmen für die Förderung generiert die Kerpenkate-Stiftung aus den Nettomieten des 13-Familienhauses auf der Hüls. „Wir machen aus Beton Geld“, sagt Aengenheyster mit einem Lachen. Noch mehr erreichen möchte man jedoch mithilfe einiger Grundstücke in Winnekendonk – 30.000 Quadratmeter sind derzeit im Besitz der Stiftung. Die Idee für ihre weitere Verwendung brachte der Vorstand zuletzt auch den Ratsfraktionen nahe. „Die Anfrage bei der Stadt läuft“, kommentiert Verhoeven.

Einen ersten Vorschlag zur Bebauung habe es bereits 2012 gegeben. Was hier letztlich entwickelt werden könne, müsse sich aber erst noch zeigen. Trotzdem zeigt sich Aengenheyster optimistisch: „Wir wollen ein wenig Schwung in die Sache bringen.“

Viel Arbeit

Für den Vorstand, allen voran den Vorsitzenden, ist die ehrenamtliche Arbeit mitunter ein richtiger Zeitfresser. Sein Arbeitspensum schätzt Karl Aengenheyster auf bis zu 20 Stunden pro Woche. Aufwändig sei auch der alle drei Jahre anfallende Antrag auf Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Beim Finanzamt stoße man jedoch immer auf viel Verständnis und Entgegenkommen, lobt Aengenheyster. Der Gang zum Steuerberater, um diesen Aufwand zu entschärfen, kommt für den Vorstand nicht infrage. Der Grund ist simpel: Somit bleibt mehr Geld für den eigentlichen Stiftungszweck.

Auch ans Aufhören denkt derzeit keines der Vorstandsmitglieder. Als er auf die Dankesschreiben zu sprechen kommt, hellt sich Egon Verhoevens Gesicht weiter auf: „Da merkt man einfach, dass die Hilfe an der richtigen Stelle angekommen ist.“

Heinz Lamers, Karl Aengenheyster und Egon Verhoeven stellten die Arbeit der Kerpenkate-Stiftung für 2025 und 2026 vor. NN-Foto: Thomas Langer